henden angedeutet, an der Vene angebracht wird, schwillt
dieselbe nicht mehr wie im gesunden Zustande durch die Blutanhäufung an.— Jene oberflächliche Entzün- dung findet sich gegen 24 Stunden nach geschehenem Aderlaſs ein, und erreicht mit etwa 48 Stunden bis späte-
stens drei Tagen den höchsten Grad; sie zertheilt sich
oder es entsteht im Zellgewebe Eiter, der durch die Hautwunde aussickert, und in etwa 6— 8 Tagen sich allmählig verliert. Zuweilen hleibt etwas Verdickung der Hautränder und des Zellgewebes für längere Zeit zurück.
Die Entzündung der Vene beginnt in einzelnen Fäl- len ebenfalls mit etwa 24 Stunden, und erreicht zuwei- len schon in 3— 4 Tagen einen sehr hohen Grad, in den meisten Fällen aber beginnt sie erst nach mehreren Tagen und entwickelt sich langsam bis zur Degeneration der Vene. Die Aderlaſswunde bricht auf und sickert Eiter oder Jauche(die sogenannte Aderfistel); es entsteht Ausschwitzung von Faserstoff an der innern Fläche des Gefäfses, welcher in Schichten allmählig bis zur Mitte
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desselben gelangt, so das Lumen der Vene beengt und
den Durchgang des Blutes durch sie beschränkt oder
zuletzt ganz hindert. Wenn dies in kurzer Zeit ge- schieht, sieht man immer an der leidenden Seite die Ohr- drüse durch die darunter liegenden Venen-Aeste, die Gesichts-Venen, und selbst das Zellgewebe in deren Umgegend auschwellen; die Thiere kauen mühsam, sind eingenommen im Kopf und können den Hals nur unvoll- ständig und mit Schmerzen bewegen. Bei einer lang-
samen Entwickelung jener Degeneration der Vene tre-
ten die bezeichneten Zufälle in viel minderm Grade, zu- weilen auch gar nicht ein.— In den meisten Fällen schreitet die Entzündung von der Aderlaſsstelle dem Strome des Blutes entgegen, also an der Drosselvene nach dem Kopfe zu, fort; zuweilen geschieht dies aber auch in der Richtung nach dem Herzen zu. Im letztern Falle finden sich in der Regel Blatungen aus der Ader- laſswunde ein und wiederholen sich fast immer wenn das Thier kaut.
Die UrSahon⸗ dieser Entzündungen Siuc mannig- fach namentlich mechanische Reizungen der Aderlals- stelle, veranlaſst durch Reiben und Scheuern derselben, durch Druck von umgelegten Stricken, oder vom Ge- schirr oder vom Rande der Krippe, durch das Einbinden von Haaren zwischen die Wundränder beim Verschlie- ſsen der Wunde, durch zu festes Zuschnüren der Haut- ränder mittelst der umgelegten Haare oder Fäden, durch Verunreinigung der Wunde mit Medicamenten bei deren Injection in die Adern, durch zu starkes Gegenschlagen gegen die Haut beim Aderlassen mittelst der Fliete u. dgl. m. Auch werden stumpſfe und rostige oder verunreinigte Instrumente, und das Verletzen der Venenklappen beim Aderlassen beschuldigt, letzteres jedoch ohne bestimmte Beweise*). Nicht selten ist wohl eine eigeuihümliche
0) Man soll deshalb auch beim Adgrlaszon diejenigen Stellen der Vene vermeiden, wo sich Klappen befinden. Letztere sind jedoch änusserlich höchst selten zu erkennen. Ich habe eine grosse An- zahl Experimente in der Art gemacht: dass ich die Drosselvene öffnete, eine Sonde von unten nach oben in sie bis zu den Klap- pen führte, hier eine oder selbst zwei Oeffnungen machte, Blut ausfliessen liess und dann die Wunde in gewöhnlicher Art schloss. Es entstand nie eine Venenentzündung, obgleich bei der späteren Sektion der Thiere stets die Klappen sich verletzt zeigten.
Disposition zur Venen-Entzündung in den Thieren vor- handen, besonders während des Bestehens rheumatischer Krankheiten; denn man sieht oft diese Entzündungen bei mehrern Thieren zu gleicher Zeit oder bald nach
einander entstehen, und ohne daſs eine dr,Sehabnien
Ursachen statt gefunden hat. 8 5
Die Cur der oberflächlichen Entzündungen der Haut und des Zellgewebes besteht in der Entfernung der etwa noch in den Wundrändern steckenden Nadel, und während der Entzündung in Anwendung des kal- ten Wassers, dann in dem gelinden Ausdräcken des Eiters, in Waschungen mit einer Auflösung von Pott- asche; in Einreibung der grauen Merkurialsalbe, und in Vermeidung jeder fernern mechanischen Reizung. Für letztern Zweck muſs das Thier so angebunden werden, daſs es mit der Aderlaſsstelle weder die Erippen noch einen Standbaum erreichen kann.
Die Entzündung der Vene wird in der ersten Zeit eben so behandelt; ist aber die Behandlung fruchtlos, sind die Schmerzen sehr groſs, so applicirt man auf die ganze geschwollene Parthie warme Breiumschläge von schleimigen und von narcotischen Pflanzen. Sind die Schmerzen nicht bedeutend, so ist die Eiureibung der Canthariden-Salbe auf die Haut an der angeschwolle- nen Parthie der Vene, etwa 1 ½— 2 Zoll breit und so lang als die Geschwulst ist, sehr zweckmälsig; dieselbe muſs jedoch nach Zwischenzeiten von 6— 8 Tagen so oft wiederholt werden, bis die Geschwulst sich entwe- der zertheilt oder an einzelnen Stellen in Eiterung über- geht. Ist Letzteres geschehen, so öffnet man die wei- chen Stellen ganz so wie einen andern Abscefs. In recht hartnäckigen Fällen, oder wo die Cur möglichst wohlfeil sein soll, ist auch die Anwendung des glühen-
den Eisens in Punkten oder in 2— 3 Strichen auf die
Haut an der angeschwollenen Vene zu empfeblen. Ist die Vene unmittelbar über der äufsern Oeffnung sehr verengt, darüber aber erweitert und mit beweglichen Fa- serstoffstücken versehen, so ist die Erweiterung des en- gen Theils mittelst Hohlsonde und Messer angezeigt. Doch darf das Sondiren der Vene nur äuſserst selten
und stets nur mit der Vorsicht geschehen, dafs der in
ihr befindliche festsitzende Pfropf von Faserstoff nicht durchstofsen werde, damit nicht Blutungen entstehen, die oft schwer zu stillen sind. Treten dieselben ein, so kann man versuchen, sie durch einen in das Ge- schwür gebrachten Werg-Tampon zu stillen, wobei
aber das Thier möglichst ruhig gehalten und besonders
vom Kauen abgehalten werden muſs. Man darf deshalb solchen Pferden während einiger Tage nur weiches Fut- ter und des Tages nur einmal geben. Reicht dies Ver- fahren zur Stillung der vorhandenen Blutung oder zur Verhütung ihres Wiederkehrens nicht hin,— was meh- rentheils da der Fall ist, wo unterhalb der Aderlaſs- wunde die Vene verwachsen oder sehr verengert ist,— so pleibt nichts anders übrig, als die Unterbindung der Vene über der verletzten Stelle, wenn es sein kann, in gesunder Substanz. Diese Operation ist aber zuwei- len wegen der Entartung des Zellgewebes im Umfange der kranken Ader schwierig. Nach geschehener Un- terbindung mufs die Ader zwischen der Ligatur und der
kranken
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