ͤͤhoͤohh
ZIͤIͤSͤͤſͤͤſͤſͤſͤſſͤſ
die Haut allmählig immer mehr, dieselbe schwitzt eine seröse Flässigkeit an der äufsern Oberfläche aus, häufig fallen auch die Haare daselbst aus, es entsteht eudlich eine kleine Oeffuung, aus welcher Eiter zum Vorschein kommt, und diese Oeffuung vergröſsert sich im weitern Verlauf bald mehr bald weniger. Auf diese Art öffuen sich viele Abscesse von selbst; doch ist diese natürliche Oeffuung nicht immer fär den Abfluſs des Eiters hinrei- chend, und sie mufs dann künstlich nach der abhängig- sten Stelle hin erweitert werden. Nicht in allen Fäl- len erfolgt jedoch die Eröffnung von selbst, in andern erfolgt sie zu spät, und es entstehen durch das Zuräck- pleiben des Eiters Versenkungen desselben, oder der Abscefs bricht nach innen in Höhlen und Gelenke, oder der Eiter entartet, und schadet durch chemische Um- wandlung oder durch Druck den nahe liegenden Orga- nen, oder endlich: er wird resorbirt und erzeugt se- cundäre Abscesse in den Lungen u. s. w. oder auch Dyserasien, namentlich beim Pferde Rotz und Wurm.
Um diese übeln Zufälle zu vermeiden, ist eine künstliche Eröffnung der Abscesse in folgenden Fällen ohne Verzug erforderlich:
1) wo der Eiterheerd sehr tief, oder unter festen, besonders sehnigen Theilen liegt;
2) wo er in der Näühe von edeln Organen, von Kno- chen und von Höhlen liegt;
3) wo er sich im sehr lockern Zellgewebe befin- det;— und j
4) wo längere Zeit hindurch heftige Schmerzen in
dem leidenden Theile, oder Fieber, bestehen, die Entzündungszufälle aber bereits nachgelassen haben.
Dagegen darf man mit der künstlichen Eröffuung der Abscesse nicht eilen, wenn dieselben in Lymphdrüsen und als Folge eines allgemeinen krankhaften Zustandes entstehen.
Die künstliche Eröffnung der AbsGesse kann ent- weder vermittelst spitziger oder schneidender Instru- mente, oder vermittelst des glühenden Eisens, oder ver- mittelst eines Aetzmittels geschehen. In der Thierheil- kunde sind nur die beiden erstern Methoden gebräuchlich.
Das betreffende Thier darf bei dem Eröffnen eines
Abscesses gewöhnlich stehen; doch giebt es auch Fälle, wo mann dasselbe niederlegen muſs, wie namentlich bei sehr tief liegenden Abscessen an der untern Seite der Brust und des Bauches u. s. w. In der Regel wird das Thier vorher mit einer Bremse bekleidet und von Gehülfen festgehalten.
Als Instrumente benutzt man bei oberflächlichen und
mit dünner Haut bekleideten Abscessen, und somit auch
mehrentheils bei den kleinern Haustbieren, die Lancette, dagegen bei tiefliegenden und mit dicker Haut beklei- deten Abscessen ein spitzes Bistouri, und zuweilen auch ein geballtes Bistouri; und wo man Gegenöffnungen durch dickere Schichten der Weichgebilde, besonders in der Nähe gröfserer Gefälse und Nerven machen muſs, besonders aber bei tiefliegenden Fistelgängen, wird auch der Troikar und die englische Haarseilnadel benutzt. Als Operationsstelle wählt man immer den Punkt des Abscesses, an welchem die Fluctuation am deut-
28
—
lichsten und die Haut am meisten dünn und weich zu fühlen ist.
Die Lancette und das spitze Bistouri wendet man „ur küustlichen Eröffnung eines Abscesses auf folgende Weise an: man nimmt die Klinge des Instruments zwi- schen den Daumen und Zeigefinger, und läſst die Spitze über diese Finger so weit hervorstehen, als ungefähr die Dicke der zu durchstechenden Wand beträgt,— setzt das Instrument in einem rechten Winkel auf die Haut an der Operationsstelle und sticht es schnell so tief ein, bis Eiter neben der Klinge zum Vorschein kommt. Hier- auf zieht man das Instrument langsam zurück, und er- weitert dabei die Stichöffnung nach unten oder nach oben so viel, daſs der Eiter einen leichten Abfluſs erhält. Diese Erweiterung der Einstichöffuung geschieht in der Regel zwar nach der am meisten abhängigen Stelle des leidenden Theiles; doch mufs man hierbei die etwa in der Nähe liegenden Gefäfse, Nerven und andere wich- tige Theile berücksichtigen, und deshalb, wo eine Ver- letzung solcher Gebilde bei der Erweiterung nach ab- wäͤrts zu fürchten ist, sie lieber nach oben zu bewir- ken. In denjenigen Fällen, wo man von auſsen her die Ausbreitung des Abscesses in der Tiefe nicht geuügend abschätzen kann, ist es 2weckmäſsig, zuerst nur einen einfachen Einstich in der Gröfse zu machen, daſs man eine dicke Sonde oder einen Finger in die Absceſshöhle hineinführen und hiermit die Grenzen derselben, nament- lich aber ihre niedrigste Stelle erforschen kann. Nach diesem Befunde kann dann die Erweiterung der gemach- ten Oeffnung leicht in der zweckmäſsigsten Richtung stattünden.— Die nachträgliche Erweiterung einer zu kleinen Abscefsöffuung geschieht entweder auf die Weise, dafs man ein gerades Bistouri durch die vorhandene Oeff- nung bis in die Höhle einführt, dann die Schneide des Messers gegen den obern oder untern Winkel der Oeff- nung legt, und das Instrument mit einem mäſsigen Druck gegen diese Theile zurückzieht, und dies wiederholt, pis die Oeffnung hinreichend groſs ist; oder man setzt eine Hohlsonde in die Oeffuung, die Rinde der Sonde gegen die zu durchschneidende Wand gekehrt, führt dann ein grades einfaches oder ein Knopfbistouri in der Rinne der Sonde bis in die Höhle, und schneidet dann mit einem kräftigen Druck in die Abscefswand ein, soweit als die bestimmte Gröſse es verlangt.
Die Gröfse der Absceſsöffnung richtet sich zum Theil nach der Gröſse der Eiterhöhle, zum Theil auch nach der Beschaffenheit der in derselben liegenden Gebilde. Man hat hierbei nicht allein den freien Abfluſs des Ei- ters, sondern auch die Zeit der innern Ausheilung des Eitergeschwürs zu berücksichtigen. Kleine Abscesse, d. i. im Daurchmesser von etwa 2 Zoll, entleeren sich durch eine Oeffnung von etwa ¾ Zoll Länge vollkom- men, und sie verwachsen durch Grauglation u. s. W. ge- wöhnlich, ehe diese Oeffnung sich wieder schliefst; wo aber die Hôhle bedeutend gröſser ist, und deshalb zu
ihrer Verwachsung eine längere Zeit erfordert, wie auch
da, wo tiefere Fistelgänge, oder viel zerstörtes Zell-
gewebe, oder cariöse Knochen sich im Abscesse vor- finden, und wo dieser Umstände wegen die Heilung des- selben langsamer erfolgt, als die Heilung einer kleinen
Wund-
——


