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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
Entstehung
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3 von Säuren lieser Hinsicht die Glasräbe- kelt, in eiue Sieh daun die ksam erbält. Laucette oler den. Die Er. sich beim Ein- Lymphe leieht chnitte mit ger iben will, das Leit verlangt. u hreite) Lan- rauchen. iir darüher be- een siad 3 Zoll eine Spitze in ge durchschuit- Spitze ist hohl, le geht in die eer sind scharſ. gegen 3 4 oder rauh seiu ung des lustru- apfabl eine lupl- Äsonde hat, ü- 2 lauge Rüue leht. Kellguj ze eine ühulele inen haben Ldl Löſfel h dsa r zur Auüfuabne Sst, dauit man iie Nadel neu auch ein Iu- dem Namen aus 4 runden Stiel befesti- Leit benutat ein rondlicbes hraabt sind. ipockeulymphe pſung hewirkt uptszehlich Gie euig oder gar ut velbst dun jche der Ohr- und Hinter- chwanzes der er Fläche der Grunde hieru die Haut fast

empfohlen, und die Erfahrung hat gezeigt, daſs hier die

Pocken sich sehr vollständig und groſs ausbilden, aber auch dafs dieselben durch das Reiben des Schweifes an den Hinterschenkeln leicht verletzt, und dann zuweilen sehr bösartig werden. Das Ohr, welches besonders von Krüger, von König u. A. als Impfstelle empfoh- len ist, gewährt den Vortheil, daſs Verletzungen wich- tiger Theile daselbst nicht vorkommen können; auch hat

die Erfahrung gezeigt, daſs die Pocken, wenn das Im-

pfen bei warmer Witterung geschieht, oder wenn die Thiere in einem mäſsig warmen Stalle gehalten werden, sich daselbst gut entwickeln, aber unter entgegenge- setzten Umständen bleiben sie oft sehr klein und unvoll- kommen. Aufserdem können die Thiere diese Stelle an andern Gegenständen durch Reiben leicht verletzen und dadurch zu Formveränderungen des Ohres Veranlassung geben, was unangenehm ist, weun eine Schäferei ihre Schaafe am Ohr zeichuet.

Zu dem Impfen aus den Pocken selbst wird das pockenkranke Schaaf auf einen Tisch so gelegt, daſs man bequem zu denjenigen Pocken, aus denen die Lym- phe eutnommen wird, gelangen kann. Dem Thiere sind dabei entweder die Füfse zusammengebunden, oder es wird nur von Gehülfen festgehalten. Die Wolle im Um- ſange jener Pocken wird auseinander gescheitelt, die Pocke wird mit der Nadel oder mit der Lancette an vier bis sechs Punkten angestochen, so daſs die Lym- phe aus diesen Einstichen hervorquillt, und fortwährend von einem Gehülfen auf Impfnadeln aufgefangen wird. Die Letztern werden derjenigen Person, welche das Impfen verrichtet, zugereicht, und hierdurch das Ge- schäft schr beschleunigt*). Eine gute Pocke giebt auf diese Weise in der Regel hinreichende Lymphe zum Impfen von mehr als 50 Schaafen.

Die zu impfenden Schaafe werden durch andere Gehülfen auf einen zweiten Tisch gelegt, der am be- sten links in einiger Entfernung von dem ersten steht. Der Operateur spannt mit der linken Hand an der Impf- stelle die Haut, ergreift mit der rechten die von dem Gehülfen ihm zugereichte, mit Lymphe versehene Nadel, nimmt sie wie eine Schreibfeder zwischen Daumen,

*) Aus diesem Grunde ist es nöthig, dass man mehr als eine Impfnadel besitze. 1

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II. Die küunstliche Eröffnung

§. 9.

Die Ansammlung von Eiter an den Stellen, wo derselbe gebildet ist, nennt man Eiterbeulen oder Ab- scesse. Dieselben können an allen Theilen im Zell- gewebe entstehen, und bald mehr oberflächlich, d. h. nahe unter der Haut, bald mehr in der Tiefe, bald im bloſsen Zellgewebe, in Muskeln, in Drüsen, in der Nähe von gröſsern Gefäfsen und Nerven, neben edleren Thei- len, wie z. B. neben dem Auge, neben Gelenkhöhlen, neben Knochen u. s. w. liegen. Sie sind immer die Folge einer Entzündung, welche in der Regel an der- selben Stelle, wo eben der Eiter entsteht, ihren Sitz hat, oder die an einem entfernteren Theile besteht, und den Eiter entweder durch Senkung desselben im Zell- gewebe, oder auf eine noch nicht genügend erklärbare

Zeige- und Mittelfinger, und sticht sie mit der Spitze durch die Oberhaut und flach in der Haut fort gegen 4tief ein. Bei dem Einstechen hält man die mit der Rinne versehene Seite oder Fläche der Nadel nach oben, wendet sie aber, wenn der Einstich in der be- zeichneten Tiefe geschehen, um ihre Axe so weit, dals die Rinne nach unten oder gegen die Cutis hingekehrt wird, und nun zieht man sie, sanft gegen die Letztere drückend und die Lymphe hierdurch abstreichend, wie- der zurück. Gewöhnlich werden 2, auch 3 solche Einstiche mit derselben Nadel, und immer in der Ent- fernung von wenigstens ½ Zwischenraum, gemacht.

Bei dem Impfen am Ohr ist das Verfahren zwar im Wesentlichen dasselbe, doch bringt es die Beschaf- heit dieses Theils mit sich, daſs man die Spannung der Haut an der Impfstelle auf folgende Weise bewirkt: man greift mit dem Daumen der linken Hand etwa bis zur Hälfte der Ohrmuschel in dieselbe hinein, legt den Zeigefinger an die äufsere Fläche des Ohres und biegt dasselbe über diesem Finger nach aufsen um und zu- rück, worauf das Impfen an der innern gespannten Fläche wie angegeben, leicht ausgeführt wird. Die Impfstiche bluten wenig oder gar nicht. Eine kleine Blutung scha- det dem Fortgange der Impfung nicht, und bedarf auch keiner besondern Behandlung. Die Impfwunden wandeln sich in der bekanntun Zeit allmählig in Pocken um, wel- che gegen den 9ten, 10ten bis 11ten Tag ihre beste Entwickelung mit Lymphe zeigen, und gegen den 14ten Tag nach der Impfung an der Oberfläche einen Schorf zu bilden anfangen, der mit 20 bis etlichen 20 Tagen abheilt. Nur in seltenen Fällen entstehen tiefergehende Ulcerationen, welche die Anwendung von umstimmenden oder von austrocknenden Mitteln erfordern.

Wenn solche Ulcerationen entstehen, oder die Pok- ken brandig werden, oder die Impfung ohne Erfolg bleibt, kann die Ursache in fehlerbafter Beschaffenheit der Lymphe, in ungeschickter, roher Ausführung des Impfens, in Reiben und Verletzen der Impfstellen, in kranker Beschaffenheit der geimpften Thiere, oder in ungünstigen äufsern Einflüssen, namentlich in zu groſser Hitze, oder in zu kalter Temperatur beruhen. Unter günstigen Umständen geht von 500 geimpften Schaaſen kaum eins verloren. 1

der Eiter- und Blutbeulen.

Weise, metastatisch von einer andern Stelle bringt. Da die Eiterbildung in einem entzündeten Theile nur an einer Stelle zuerst bemerkbar wird, während die umgebenden Gebilde sich noch im entzündeten Zustande befinden, so erscheint der Absceſs entweder unreif, oder reif; letz- teres ist der Fall, wenn alle Entzündungshärte im Um- fange der eiternden Stelle verschwunden ist.

Die oberflächlichen Abscesse geben sich durch einen in der Haut bildenden weichen Punkt, der allmählig mehr erhaben hervortritt, und der ein Gefühl von Schwap- pung wahrnehmen läſst, wenn man einen abwechselnden Druck mit 2 Fingern an verschiedenen Stellen anbringt, wobei aber im Umfange noch Zeichen einer bald gelin- dern, bald stärkern Entzündung bestehen, zu erkennen. Solche oberflächliche Abscesse erweichen und schmelzen

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