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Von den thierärztlichen Operationen im Besondern.
Rrstes pItel.
NVon denjenigen Operaßoneng welche an verschiedenen Theilen des Thierborben Cail 29 b lim delflisin 0A ul uniernommnen werden können.
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7 Die Atupunotur oder das Nadolstéchen(Aeupunetura).
§. 1.
Man versteht unter diesem Namen eine sehr einfache
Operation, bei welcher eine Anzahl Nadeln in einer,
nach den Umstäuden verschiedenen, Tiefe durch die Haut
in die Weiehgebilde eingestochen werden, um hierdurch ei 1 rregung und Umstimmung in diesen Theilen her- beiau führen. Sie findet ihre Auwendung hauptsächlich
gegen Paralysen, gegen Erschlaffungen und gegen rheu-
matische Affectionen.— Diese Operation ist von den
Chinesen vor langer Zeit erfunden und bei kranken
Menschen vielfaltig benutzt. Nach Europa ist sie wahr-
Sele Jurch den— Arzt Ten—
in müche Thierheilkunde eiti eeee*).
Die Nadeln zu diesem Zwecke können von 4 Siher, von Stahl oder Messing gearbeitet sein; stählerne Na- delu müssen aber durch Ausglühen ihre Sprödigkeit ver- loren haben, damit sie nicht in den Theilen, au denen
man sie applicirt, abbrechen, Ihre Form ist gauz ein- fach wie die der Steck- und Näahnadeln, sie müssen
aber in jedem Fall eine recht scharfe Spitze und eine glatte Oberfläche haben; am obern Ende sind sie entwe- der mit einem Knopf versehen, wie die gewöhnlichen
Stecknadeln, oder statt desselben mit einem klei-
nen beweglichen Ringe zum Darchführen eines Verbin- ungsdrathes. Letzterer ist zuweilen benutzt worden, um einen electrischen Strom von einer Elektrisirmaschine
oder von. einer galvanischen Säule auf die sämmtlichen
angewendeten Nadelu gleichzeitig einwirken zu lassen.
Die Laänge dieser Nadeln ist für Kleinere Thiere und
*) Receuil de médec. vétérin, 1825, Mars,— 1826, p. 357;—
Journ. pratiq. de méd. vétérin. 1826. p. 93.
für zarle Theile 1„ fur groſse Thiere und dickflei aiee Theile aber 2 ¼+ 3
Die Akupungtur kaun im Umfange des gauzen n Kör⸗ pers, wo irgend die bezeichneten Affectionen ihren Sit⸗ haben, statt, finden. Vor. der Operation muſs das be- treſſende Thier gut gebremst und so gehalten und befe- stiget werden, dafs es während derselben nicht zu hef- tige Bewegungen machen könne, weil, abgesehen von der Sicherheit des Operateurs gegen Verletzungen, die eingestochenen Nadeln durch die Bewegungen der Mus- keln immer wieder hervorgezogen und zum Theil auch verbogen werden. Sun Bei der Operation vorfahrt mau einfach so: man nimmt zwischen den Daumen und den Mittelfinger der rechten Hand eine Nadel, setat den Zeigeſinger auf das obere Eude derselben, und sticht sie mit einem raschen Druck senkrecht durch die Haut in die Muskeln so tief ein, wie es der Sitz des Uebels verlangt, d. i. ſast immer bis in die Nähe der Knochen. Eben so verfährt man mit den folgenden Nadeln, von denen man eine von der audern 3 4½— ¾“ eutferut, applicirt.
Die Anzahl der angewendeten Nadeln ist nach der
Gröͤlse der Praukenm Fläche und nach dem Grade des Leidens sehr verschieden„ von 1 bis 50 Stäck. Die Nadeln bleiben in dem Körper eine halbe n bis 3— 4 Stundeu sitzen, werden daun eutferut, und entweder sogleich oder nach einer Zwischenzeit von einigen Stunden neben die ersten Einstichpunkte von Neuem eingestochen u. s. w. Die Wiederholung kaun auf diese Weise täglich ein- oder mehrmals, und so fortgesetzt durch mehrere Tage geschehen.
Eine Nachbehandlung der kleinen Stichwunden ist nicht erforderlich, doch macht man oft von erregenden
Mitteln Waschungen, oder Eiureibungen an diesen Stel-
len, um die Beizung zu Vermehren,— wie dies iu den meisten Fällen die Art der Kraukheit orfordert.
II. Das Scarifiziren, Einschneiden oder Ritzen(Scariſicatio).
§. 2.
a) Scarificationen überhaupt.
Als Scarifikationen bezeichnet man Einstiche oder
Einschnitte in die Weichgebilde des thierischen Orge. nismus für folgende Zwecke: 1) Um extravasirtes Blut oder Serum, ausgeschwitz- ten Faserstoff, Brand- und andere Jauche, oder Luft zu entleeren; 2) um die Spannung in entzündeten und geschwolle- nen, verdickten Gebilden zu mindern; b
3) um die Einwirkung von Medicamenten in die Tiefe
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der Gebilde zu erleichtern; und 4) um an eiternden oder veralteten Wundrändern eine
neue Wundentzündung zu erregen, und hierdurch
die Vernarbung derselben zu begünstigen.
Zur Erreichung dieser verschiedenen Zwecke benutzt man zum Scarificiren: die Lancette, gerade oder geballte Bistouris, oder die Aderlaſsfliete, und auſserdem ist in manchen Fällen die Hohlsonde, und am Hufe ein Wirk- oder Rinnmesser hierzu erforderlich.
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