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Fistelöffnung nach unten zu dem Querschnitt unter der Krone die Haut senkrecht durchschneiden, somit zwei Hautlappen bilden, diese vom Knorpel abtrennen, hierdurch den letzatern bloſslegen und ihn dann leicht her- auslösen können. Ich habe dieses Verfabren in einzel- nen Fällen schon seit vielen Jahren mit dem von Die- terichs sub 5 angegebenen in Verbindung angewendet.
§. 180.
Wir können demnach als jetzt gebräuchlich folgende Methoden und Verfahrungsweisen aufstellen:
42) die Abtragung des Knorpels mit Wegnahme der Haut, der Krone und eines halbmondförmigen Horn- stücks am Saume;
5) die Wegnahme der Hornwand, Durchschneidung der Fleischwand und Auslösung des Knorpels bei gänzlicher Schonung der Krone und der Haut;
c) Verdünnung der Hornwand und weiteres Verfah- ren wie vorstehend sub b;— und
d) Wegnahme oder nur Verdünnung der Hufwand, danach weiteres Verfahren wie bei 5 und e, und mit Aufspalten der Haut und der Krone.
Die Anwendbarkeit und der Werth dieser Verfah- rungsweisen ist nicht gleichartig, sondern iu Kürze nach folgenden Grundsätzen zu beurtheilen:
1) Das Verfahren sub a ist anzuwenden, wenn die Haut und die Kronenwulst um die Fistel sehr eutartet oder durch Aetzmittel schon zerstört, die Fistel selbst aber wenig in die Tiefe gehend, und überhaupt im In- nern nur der Kunorpel angegriffen ist. Es wird dabei der gröfste Theil der Hornwand(im Vergleich zu der folgenden Methode) erhalten, die Zusammenschrumpfung und unregelmäſsige Bildung des Hufes verhindert und das Pferd früher wieder brauchbar. Auch ist die Ope- ration leichter und mit weniger Sachkenntnils und Ge- schicklichkeit ausführbar; aber es entstehen leicht Eiter- versenkungen im Hufe, neue Fisteln und Wucherungen, und die Horubildung erfolgt nicht so regelmäſsig wie nach der zweiten Methode.
2) Diese(sub 5b) gestattet die genaue Erkennung des Zustandes im Innern des Hufes und die gründlichste
Beseitigung alles Krankhaften, nicht allein am Knorpel,
sondern auch am Hufbein(was sich oft erst während der Operation findet); sie ist daher angezeigt in allen Fällen, wo die Fistel bei dem Sondiren als tief in den Huf dringend gefunden worden ist, oder wo man aus den heftigen Schmerzen u. s. w. ein Mitleiden des Huf- beins vermuthen kann. Senkungen des Eiters entste- hen nicht leicht, weil derselbe aus der mehr nach unten offenen Wunde beständig freien Abfluſs hat; und da die Kronenwulst erhalten ist, erfolgt gewöhnlich von ihr aus eine regelmäſsige Hornbildung. Dieser Vorzüge we- gen wendet man das Verfahren am häufigsten an, aber das- selbe ist sehr eingreifend und schmerzhaft und wegen der Gröſse der Wundfläche erfolgt die Heilung langsam.
3) Die Auslösung des Knorpels bei dem Verfahren nach Bernard und Maillet ist etwas schwieriger zu bewirken als bei dem eben erwähnten, weil man bei jenem nicht so leicht das Messer wenden und dirigiren kann wie bei diesem; es sind deshalb auch Verletzun- gen des Kapselbandes eher möglich. Beides ist um so
mehr der Fall, wenn die Kronenwulst verdickt ist. Aufserdem ist noch die Operationsstelle zu sehr nach oben, so dafs sie bei dem Mitleiden des Knochens und bei Senkungen des Eiters dem Zwecke nicht entspricht.
DPaher würde dies Verfahren nicht gerade zu wählen
sein, wenn die Krone sehr aufgetrieben und verdickt ist, wenn das Hufbein mitleidet und wenn Abtrennung der Wand besteht; aber in allen andern Fällen ist es den beiden vorhergenannten Methoden vorzuziehen, weil dabei a) die Fleischblättchen nicht mit verletzt und nicht der Luft ausgesetzt werden, daher auch weit weniger Schmerz, weniger Reaktion, oft gar kein Reaktionsfieber entsteht;— 5) weil eben des halbauch während der
Heilung die, sonst so oft vorkommende und immer sehr
lästige Wacherung der Fleischwand nicht entsteht;—
c) weil bei der Unterlassung des sonst nöthigen Abrei- ſsens der Hornwand auch die gewaltsame Zerrung der Fleischblättchen, das Abreifsen der Fleischwand vom Hufbein, oder selbst das Abreiſsen eines Theils des Letztern und die Folgen dieser Verletzungen vermieden werden;— d) weil der Huf gröſstentheils seine Form
und Beschaffenheit unverändert behält, die Wunde auch-⸗
nur klein ist, daher die Heilung weit schneller(ge- wöhnlich in 3 Wochen) erfolgt und somit die Thiere
weit eher wieder arbeitsfähig werden als bei Anwen-
dung der übrigen Methoden.
4) Die Vortheile des sub d bezeichneten Verfah- rens bestehen darin: dafs der Operateur den Knorpel und die an ihn gränzenden Theile, welche er mit dem Messer trifft, deutlich sieht, dafs er den Knorpel an seinen Rändern leichter mit dem Messer umgehen und so die Ver- letzung des Kapselbandes sicherer vermeiden, und zu die- sem Zwecke selbst ein Knopfmesser anwenden kann. Die Wande wird wohl etwas gröſser, aber die Heilung und der Hornwuchs erfolgen gewöhnlich eben so gut wie nach den andern Methoden, obgleich in einzelnen Fällen die Hautlappen sich nicht sogleich gehörig aulegen wollen.
§S. 181.
Die zu dieser Operation nöthigen Instrumente und Verbandmittel sind: ein Wirkmesser oder ein englisches Hufmesser, ein Rinnmesser, eine nicht scharfe Beiſs- zange und eine Hauklinge, eine gute Hufraspel(für das Mailletsche Verfahren), eine Scheere, ein geballtes Bistouri, zwei schmale lorbeerblattförmige Messer, oder Skalpelle, deren schmale Klinge nach einer Fläche et- was gebogen und mit abgerundeter aber schneidender Spitze versehen ist, ein starkes Knopfmesser(für das Verfahren sub d); eine starke Pinzette und ein schar- fer Haken, eine Sonde, ein dickes Band, etwa 3 Fuſs lang; Werg, eine 1 ¼ Zoll bis 2 Zoll breite und 3— 4 Ellen lange Binde, kaltes Wasser und ein Schwamm.
Der kranke Huf wird vor der Operation und bis zu derselben durch erweichende Umschläge oder Fufs- bäder zum leichtern Bearbeiten vorbereitet und dann an seiner untern Fläche wie aum Beschlagen gerade ge- schnitten. Die meisten französichen Thierärzte legen nun ein zum Festhalten des Verbandes nach der Ope- ration bestimmtes Hufeisen ¹) auf den Haf, um die Na-
1; 5 4;; ) Dieses Verband-Hufeisen ist entweder an dem Arme, welcher unter die kranke Seite des Hufes zu liegen kommt, nur so lang
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