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(wenn der Grad der Entzündung es nicht verbietet) täglich zweimal eine Viertelstunde lang gehen, und spä- ter dies so lange fortsetzen, wie das Thier ohne groſse Dabei müssen die Trachten
3 Tage fort, so ist die innerliche Anwendung autiphlo- gistischer Salze, neben magerer Diät und strenger Ruhe, nöthig. In hartnäckigen Fällen hat sich auch die gänz- liche Abnahme des Verbandes und die Anwendung der
Cantharidensalbe auf die Haut im Verlaufe der entzün-
gdeten Sehnen sehr nützlich gezeigt.— Tritt gutartige Eiterung ein, so ist nur die Reinigung der Wunde mit
Anstrengung willig folgt. nach und nach mehr verkürzt, oder auch Hufeisen ohne Stollen und mit dicker Zehe, oder mit einem Griff an letzterer versehen, auf den kranken Haf gelegt werden. Wenn das Pferd gar nicht durchtreten will, ohne dalſs Knochenfehler oder eine heftige Entzündung dies ver- hindern, so kann man selbst mit einem Bügeleisen, täg- lich während einiger Stunden auf den gegenüber ste- henden Fuſs gelegt, es zum vollständigern Gebrauch des Bei dieser Be-
lauwarmem Wasser erforderlich. Bei üppiger Granula- tion im geringen Grade leistet ein mälsiger Druckver- band oder eine Auflõsung von Kupfervitriol(Unc. 6β zu Unc. ji— Unc. jii Wasser) gute Dienste; drängen sich
aber dickere Granulationsmassen aus der Waunde her-
operirten Fuſses zu zwingen suchen. handlung, und zuweilen selbst durch die Bewegung al- lein, bessert sich fast immer das mangelhafte Durchtre- ten in 2— 3 Wochen sehr.— Viel schwieriger zu he- ben ist das zu starke Durchtreten im Fesselgelenk, wel- ches„uweilen eintritt, wenn zwei Sehnen zugleich durch- schnitten worden sind, und besonders, wenn die Sehnen an der Operationsstelle gesund und ohne Adhäsionen wa- ren, und daher ibre Enden sich frei und weit zurück- ziehen konnten. Zur Beseitigung dieser zu groſsen Nachgiebigkeit läſst man die Thiere in den ersten 14 Ta- gen ruhig im Stalle stehen, umwickelt das Fesselgelenk mit einer Binde, oder man legt(nach Miquel und De- beaux) einen Schnürstiefel von festem Leder um diesen Theil, und macht in dessen Umgegend Waschungen von
vor, so beseitiget man dieselben am sichersten und be- sten durch Abschneiden bis an den Rand der Sehnen- scheide. Fiadet sich während der Heilung eine Ver- dickung in der Umgebung der Operationsstelle oder bleibt
eine solche nach der Vernarbung zurück, so ist die An- wendung der grauen Merkurialsalbe in Verbindung mit
Einwickelung, später die Cantharidensalbe nützlich.—
Oedeme verlieren sich, wenn das Thier mehr Bewegung
erhält, und bei Anwendung spirituöser oder aromatischer Waschungen, besonders aber bei dem Mitgebrauch der
Einwickelung mit einer Binde.
Hinsichtlich der Stellung und Bewegung im Fessel- gelenk mufſs man gleich nach der Operation darauf ach- ten, wie das Thier in diesem Gelenk niedertritt. Ge- schieht Letzteres vollständig, oder wenigstens weit bes-
ser als vorher, so gestattet man dem Thiere das Nie- adstringirenden und von spirituösen Mitteln. Zuweilen
verliert sich der Fehler erst in 6— 8 Wochen nach
derlegen auf die Streu; im entgegengesetzten Falle zwingt man es aber durch kurzes Anbinden zum Stehenbleiben erfolgter Heilung der Operationswunde. in den ersten 24— 36 Stunden, damit es während die- In manchen Fäallen zeigt der operirte Fuſs während
ser Zeit öfter auf den kranken Fufs treten und hier- einiger Zeit eine schleudernde Bewegung mit dem Fes-
qurch die Sehnen mehr nachgiebig machen soll, che die sel und Hufe im Moment des Aufhebens und Vorwärts-
Entzündung sich vollkommen ausbildet. Während der schreitens. Dasselbe eutsteht besonders dann, wenn
Entzündung kann das Pferd nach Belieben stehen oder neben dem Hufbeinbeuger auch der Kronbeinbeuger zu- liegen, darf aber in den ersten 6— 8 Tagen nicht be- gleich durchschnitten wurde, wo dann auch mehrentheils wegt werden; später ist jedoch eine mäſsige Bewegung wohl der Verbindungszweig zwischen dem innern und jm Schritt nicht nachtheilig, besonders wenn das Pferd äufsern Mittelnerv mit durchtrennt sein mag. Es wird nicht zu stark im Fessel durchtritt. Geschieht aber Letz- an den Hinterbeinen stärker als an den vordern bemerkt,
teres zu stark, so ist ihm in den ganzen ersten 14 Ta- und scheint in einer ungleichen und zu starken Kraft-
gen das ruhige Verbleiben im Stalle nützlicher als das àuſserung der Strecksehne, der jetzt die Gegenwirkung
Gehen, und man läfst es daher nur nach 6— 8 Tagen der Beugesehnen in dem gewohnten Grade fehlt, zu be-
einmal im Schritt herumführen, bis die Heilung erfolgt ruhen. Heilmittel gegen diese unregelmäfsige Bewe-
jst. Tritt aber das Pferd zu wenig durch, zogen sich
gung sind nicht zu empfehlen; dieselbe verliert
auch bei der Operation die Sehnenenden nur wenig zu- sich aber mehrentheils nach einigen Wochen von selbst,
rück, so läfst man das Thier nicht nur in den ersten
besonders wenn die Pferde zu mälsiger Arbeit benutzt
Tagen anhaltend stehen, sondern auch bald darauf werden.
XLI. Der Nervenschnitt, namentlich die Durchschneidung der Ziweige des Sohlenneros
(Seclio nervorum, Neurotomia, Neurotomia planlaris).
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§. 168. Diese von Sewel in die Thierbeilkunde eingeführte und hauptsächlich von ihm cultivirte*) Operation be-
steht in dem Durchschneiden eines Nervenzweiges, wo-
*) Nach W. C. Spooner(A Treatise on the Structure, Fonctions and Diseases of the Foot and Leg of the Horse, London 1840. p. 295 gehört die Ehre der Erfindung dieser Operation nur allein Sewel; nach J. White u. A. soll Moorcroft u. Coleman die-
selbe schon früher gemacht haben. Sewel hat erwiesen sie zu-
erst gelehrt und sie in Aufnahme gebracht.
mit man in der Regel noch das Herauslösen eines Stück- chens von dem untern Ende des durchschnittenen Ner- ven verbindet. Ihr Zweck ist: die Leitung der schmerz- haften Empfindungen, welche durch gewisse krankhafte Zustände der Theile unter der Operationsstelle bei dem Gehen entstehen und das Thier zum Hinken und Lahm- gehen veranlassen, aufzuheben und somit das Lahmge- hen selbst zu beseitigen. Dieser Zweck wird sicher erreicht, wenn die mit dem kranken Theile im Zusam-


