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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
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sie in der Blase zurückbleiben, später die Grundlage tränk und eben so wenig und milde Nahrungsmittel zu neuer Steine werden. Es ist deshalb nöthig, nachdem geben. Zeigt sich bei dieser Behandlung dennoch eine

die gröſsern Stücke mit der Zange entfernt worden, in Verdickung, so reibt man auf die Haut neben ihr die graue Merkurialsalbe, später mit Kali carbon. oder Kali

die Blase Einspirtzungen von lauwarmem Wasser oder

einer schleimigen Flüssigkeit mehrmals wiederholt zu Jodat, versetzt und macht Breiumschläge von narkotischen machen, um hierdurch die kleinern Stückchen herauszu- und schleimigen Mitteln. Die callösen Wundränder spülen. Dies ist milder and sicherer als das Heraus- bestreicht man in Zwischenzeiten von 2 3 Tagen holen solcher kleinen Fragmente mittelst eines löffelarti- wiederholt mit Lapis infernalis. Letzteres muſs auch gen Instruments, welches zu diesem Zwecke gewöhn- an den Wundrändern im Mastdarme geschehen, bis die-

lich vorgeschrieben, aber sehr mühsam zu gebrauchen Vernarbung erfolgt ist.

ist. Eben so ist zu verfahren, wenn man genöthiget§. 130. war, einen zu groſsen Stein für den Zweck der Ausziehung Bei weiblichen Thieren gehen durch die kurze und zu zerdrücken; und in jedem solchen Falle mufs man weite Harnröhre die Steine aus der Blase mehrentheils nach der Entfernung der sämmtlichen durch die Wunde ab, ehe sie eine zu bedeutende Gröfse erreichen. Den- fühlbar gewesenen Stücke noch einmal die Blase durch noch ist letzteres zuweilen der Fall, sowohl mit wirk- den Mastdarm untersuchen. Ist in der Blase nicht ein lichen Concretionen wie auch mit sandigen Massen, und fester Stein, sondern ein erdiger Bodensatz, so leert es treten dann ganz ähnliche Zufälle wie bei den männ- man denselben mittelst eines kleinen Löffels, der mit lichen Thieren ein. Man findet fast immer bei der Un- einem langen Stiel versehen ist, und mit Hälfe von Eiu- tersuchung mit dem in die Haruröhre eingeführten Fin- spritzungen aus. ger, oder bei kleinen Thieren mit einer Sonde den Stein §. 129. 6.8 entweder in der Harnröhre oder im Blasenhalse fest- Wenn der Schnitt in die Blase nach der einen oder sitzend, sehr selten ihn tiefer in der Blase selbst. Die der andern Methode geschehen ist, so wird der Katheter sandigen Anhäufungen fühlt man sowohl bei derselben . der das um die Ruthe gelegte Band entfernt. Die Untersuchung, wie auch beim Betasten der Blase durch ublen Zufalle und Folgen, welche bei und nach dem Bla- die untere Wand der Scheide. Um hier die Steine senschnitt eintreten können, sind: Blutungen aus den zu lösen und zu entfernen, ist nicht immer sogleich der Arterien der Harnzwiebel, heftige Entzündungen der Blasenschnitt nöthig, sondern es gelingt dies häufig durch Harnblase und des Bauchfells und Fisteln in dem Mast- künstliche Erweiterung der Harnröhre und des Blasen- darme und in der Harnröhre. Die Blutungen werden halses. Man bewirkt dieselbe, nachdem das Thier ge- stets sogleich durch Unterbindung gestillt. Gegen die bremset und gehörig befestiget ist, entweder durch all- Entzündung macht man, wenn sie sich zeigt, Aderlässe, mälige Ausdehnung mittelst eines oder zweier Finger, giebt Kalomel und wendet kalte Umschläge an der Ope- oder auch mittelst der Steinzange(bei kleinen Thieren rationsstelle an und in den Mastdarm macht man kalte mittelst einer Kornzange), die man geschlossen einführt Klystiere von schleimigen Mitteln. Eine mäſsige Ent- und sie nach und nach weiter öffnet. Doch mufs man zündung und Eiterung ist unvermeidlich und darf nur die hierbei angewendete Kraft nur sehr vorsichtig ver- mit den gewöhnlichen Mitteln gemindert werden. stärken und lieber etwas langsam als zu schnell zu Fliefst der Urin fortwährend durch die Wunde, so wer- Werke gehen, damit keine Zerreifsungen entstehen. Ist den die Ränder bald callös, bleiben unvereiniget und so die Erweiterung bis zu dem Grade gediehen, daſs der bildet sich die Harnfistel. Die Ursache dazu, daſs der Stein etwas lockerer wird, so sucht man ihn durch ge- Harn mehr durch die Wunde als durch die Haruröbre lindes Drücken mit der über die Harnröhrenöffnung hin- abfliefst, findet sich zuweilen in der zu groſsen Weite weg auf die untere Scheidenwand gestützten linken der erstern gerade auf der Stelle, wo die Harnröbre Hand(bei kleinen Thieren mit einem Finger) in die auf den Sitzbeinen ihre Krümmung macht, und in andern Zange zu bringen und zu entfernen. Gelingt dies je- Fällen in einer, durch die Entzünduug entstandenen Ver- Sdoch auf diese Weise nicht, so kann man die Harnröhre dickung der Harnröhrenwände und dadurch bedingten und den Anfang des Blasenhalses durch Einschneiden Verengerung der Röhre unter der Wunde. In beiden erweitern. Zu diesem Zwecke bringt man den Zeige- Fällen ist es schwer, die Wunde zum Heilen zu briu- ſinger der linken Hand(bei kleinen Thieren eine Hohl- gen, besonders, wenn schon schwielige Verbärtung ih- sonde) in die Harnröhre, führt auf ihm ein schmales Tor Rander entstanden ist. Die erstere Ursache läſst Knopfbistouri mit der Schneide nach vorn gekehrt in sich vermeiden, wenn der Schnitt in die Harnröhre nicht dieselbe und durchtrennt so nach dem Bauche zu den emir. z ierens rchhnut 3 Aandeea een uneihe Hnul der Harnröhrenmündung, die Haruröhre, nöthigen- 1 1 3 en Blasenhals und stets den hier betreffenden röhrenwände sucht man zu verhüten, indem man die Theil der untern Scheidenwand etwa 3 6 Linien Wundentzündung zuerst durch kalte Umschläge, später weit; worauf der Stein mit der Zange oder auch mit bei eingetretener Eiterung durch lauwarme Bähungen einem Finger hervorgezogen wird. d Ein sandiger Nie- V mit schleimigen Mitteln herabstimmt und neue Reizungen derschlag wird, nach geschehener Erweiterung der Harn- der Wunde, nameuilieh durch wiederholtes Sondiren, röhre, mittelst eines kleinen Löffels und mit Einspritzun- Sle Laanes ein Ba na 4 d0, da3 gen von Wasser besejligol. Die Nachbehandlung be- 8t steht in Ruhe, schmaler Diät und in Einspritzungen von

zur Heilung der Wunde dem Thiere recht wenig Ge- kaltem Wasser in die Scheide.

XXMIIV.