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nen, oder, man führt mit der rechten Hand, durch jene Finger geleitet, die Steinzange ein und entfernt mit ihr den Stein.
5) Dic zweite Methode setzt zwar etwas mehr Geschicklichkeit und anatomische Kenntnisse voraus, ist aber weniger mit wirklicher Gefahr begleitet als der Schnitt durch den Mastdarm und wird deshalb gewöhn-
lich angewendet.
Bei ihrer Ausführung sucht man zuerst die Harn- röhre an der Operationsstelle deutlicher wahrnehmbar zu machen, um ihr Auffinden und das Eindringen in sie zu erleichtern und hierdurch die ganze Operation sicherer und kürzer zu machen. Zu diesem Zwecke brachte man (Fromage de Feugré) bei Pferden ehemals eine eiserne, 2 ¼ Fuſs lange, 3 Linien dicke, am vordern Eude nach der Krümmung der Harnröhre gebogene und daselbst an der convexen Seite mit einer Rinne verse- hene Sonde in die Harnröhre bis etwas über die Verei- nigung der Sitzbeine; da aber hierdurch oft Zerreiſsun- gen der Harnröhre verursacht wurden, so ist es besser, einen elastischen Katheter oder ein gut abgerundetes Fischbeinstäbchen in dieselbe bis zu der bezeichneten Stelle zu bringen oder sie, wie dies Girard zuerst vorgeschlagen hat, mit lauwarmem Wasser oder mit einer dünnen schleimigen Flässigkeit vollzuspritzen. Die Ruthe wird dann hinter der Eichel mit einem brei- ten Bande mälsig fest umbunden und hierdurch die Flüs- sigkeit in der Harnröhre zurückgehalten. Den etwa ein- gebrachten Katheter läfst man von einem Gehülfen in der Harnröhre und deshalb die Ruthe für die Dauer der Operation aus dem Schlauch hervorgezogen halten.
Ist die Ausdehnung der Harnröhre geschehen, so spannt der hinter dem Thiere stehende oder knieende Operateur(je nachdem das Thier steht oder liegt) mit dem Daumen und den Fingern der linken Hand die Haut auf dem Mittelfleische, ein wenig über der Vereinigung der Sitzbeine, straff an und macht daselbst, schräg un- ter dem After, mit dem in der rechten Hand geführten geballten Bistouri einen Einschnitt, der nach dem Laufe der Haruröhre gerichtet und bei Pferden 1 ½— 2 ½ Zoll lang sein muſs, je nach der Gröſse des Thieres und nach der Gröſse des Steins.— Dieser Schnitt wird vorsich- tig durch die einzelnen Schichten der Gebilde, nämlich durch die Haut, durch die sehr dünne sehnige Ausbrei- tung, den After-Ruthenmuskel und den Harnschneller, bis auf die hintere Wand der Harnröhre geführt, und dabei beachtet: dafs die Wunde äuſserlich etwas länger als in der Tiefe, und an ihrem untern Winkel ohne Un- gleichheiten sein muſs, damit Infiltrationen des Urins vermieden werden. Gewöhnlich macht man den Ein- schnitt auf der Mitte der Harnröhre; nach Girard ist es jedoch besser, ihn an einer Seite derselben zu ma- chen, weil man dann beim Aufspalten des Beckenstücks der Harnröhre in dieser seitlichen Richtung am besten Verwundungen des Mastdarms, der Arterien der Harn- röhrenzwiebel, dieser letztern selbst und der After-Ru- thenbänder vermeidet, während diese Theile bei dem Aufschneiden der Harnröhre in der Mittellinie sicher betroffen werden.
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Nachdem die vorhin genannten Schichten durch- schnitten sind und hierdurch die Harnröhre zu sehen und an ihrem Inhalt zu fühlen ist, macht man in sie entwe- der mit dem geballten Bistouri einen Einschnitt oder mit dem spitzen Bistouri einen Einstich in der Gröſse, daſs eine Hohlsonde eingeführt werden kann. die Harnröhre wirklich eingedrungen ist, zeigt das Sichtbarwerden des Katheters oder das Ausfliefsen der vorher in den Kanal injicirten Flüssigkeit. Man führt nun die gewöhnliche Hohlsonde durch die Wunde in den Beckentheil der Harnröhre, und zwar: die Rinne nach oben und etwas nach der einen Seite gekehrt, leitet auf der Rinne das spitze, oder besser, das Knopfbistouri*), richtet die Schneide des Messers schräg nach aufsen gegen den Sitzbeinwinkel und durchschneidet in dieser Richtung die Harnröhre und den hintern Theil des Bla- senhalses. Daſs der letztere eingeschnitten ist, giebt sich durch den sogleich erfolgenden reichlichern Aus- ſluls des Urius aus der Wunde zu erkennen. Auch hier muſs die Gröfse der letztern sich nach der Gröſse des Steins richten und gegen 1½¼— 2 Zoll betragen.—
Dafs man in
Gleich nach dem Spalten des Blasenhalses geht man un- ter der Hohlsonde mit dem linken Zeigefinger so tief als möglich in diesen Theil, worauf man, an dem Finger geleitet, mit der rechten Hand die mit Oel bestrichene Steinzange geschlossen in die Blase führt, den Stein aufsucht, ihn mit der Zange ergreift und herauszieht.
§. 128.
Bei dem Aufsuchen und Ausziehen des Steins ver- fährt man folgendermaſsen. Man hält die Zange mit dem Daumen der rechten Hand in dem einen, mit dem Mit- telfinger in dem andern Ringe der Handgriffe und führt das vordere Ende des Instruments mit der concaven Seite nach den Schaambeinen gekehrt, durch die mit den Fingern der linken Hand etwas auseinandergezo- gene Wunde langsam ein, und zwar immer auf der un- tern Fläche der Blase allmälig vorwärts gleitend, bis dahin, wo man vorher bei dem Untersuchen durch den Mastdarm den Stein gefühlt hatte. selbst nicht wieder, so leitet man die Zange in ver- schiedenen Richtungen in der Blase herum und macht nach kleinen Strecken immer wiederholt kurze Drehun- gen der Zange um ihre Längenachse, um auf diese Weise an den Stein zu stoſsen.
Findet man ihn da-
Geschieht dies, so ent- steht hierbei ein metallischer Ton und zugleich fühlt man einen harten Gegenstand.— Nach einer zweiten Me- thode sucht man den Stein mit der in den Mastdarm ge- brachten linken Hand auf, dräckt letztere mäſsig gegen jenen und führt dann die Zange in der Blase zu der so
bezeichneten Stelle. Auf diese Weise kann man selbst
das Erfassen des Steins erleichtern und reguliren, indem man ihn vom Mastdarm her fixirt oder selbst in eine,
.2. 4 zum leichtern Herausziehen passendere Lage bringt.
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*) Einige französische Thierärzte(namentlich Barruel) bedienten
sich zum Durchschneiden der Harnröhre und des Blasenhalses eines sogenannten Fistelmessers oder verborgenen Bistouri’s(Bi- stouri oder Cystotome oder Lithotome caché), welches aber den Apparat unnöthig vergrössert, indem es durch das Knopfbistouri und die Hohlsonde weit besser ersetzt wird. Denn jenes Instru-
ment zerrt die Theile mehr und macht die Wunde innerlich grös- ser als äusserlich.


