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val ¹), Vatel ²), Rychner ¹), Dieterichs ⁴) und Morton ⁵) den Steinschnitt beschrieben und einige von diesen Schriftstellern haben Varietäten in der Aus- führung der Operation angegeben. Aufserdem sind fast alle einzelne Fälle beschrieben, weil man jeden dersel- ben für selten hielt.
§. 126.
Zu dem Steinschnitt müssen die Thiere gehörig vorbereitet werden, indem man ihnen 24 Stunden vor- her uur wenig und weiches Futter, aber hinreichendes Getränk giebt. Dann wartet man an dem zur Operation bestimmten Morgen einen Moment ab, wo die Blase mit Urin mäſsig angefüllt zu fühlen ist, und reiniget dem Thiere unmittelbar vor der Operation den Mastdarm durch Klystiere und mit der Hand.
Groſse Thiere können, wenn sie gutmäüthig und nicht sehr empfindlich sind, im Stehen operirt werden (Dieterichs, Segala, Girard), im entgegengesetz- ten Iralle aber legt man sie vofcsichtig nieder, und zwar entweder mit einfach zusammengezogenen Beinen auf die linke Seite oder(wie Lafosse, Fromage de Feugré, Sewel u. A. es gethan) auf den Rücken, zieht ihnen die Hinterfüfse mit Gurten oder Stricken an einen um den Hals gelegten Gurt stark nach vorn und läſst sie von Gehülfen in dieser Lage während der Ope- ration erhalten. Im Stehen ist letztere für den Opera-
teur stets am bequemsten auszuführen. Man läſst hierzu
das Thier auf einen freien Ort mit weichem Boden füh- ren, seine Lippe stark bremsen, einen Vorderfuſs aufge- hoben halten, und es an beiden Hinterbeinen spannen. Das Spannen nur eines Hinterfuſses, wie Dieterichs will, giebt nicht die nöthige Sicherheit.— Auch kann man, wie dieser Schriftsteller vorschlägt, das Thier hierzu in einen Nothstall oder an eine Nothwand stellen, wenn eine solche Vorrichtung vorhanden ist.— In jedem Falle wird der Schweif des Thieres zur rechten Seite gezo-
gen gehalten; ein starker Gehülfe hält es am Kopfe,
ein zweiter hält den linken Vorderfufs, ein dritter un- terstützt es an der rechten Seite der Croupe und hält den Schweif, und ein vierter assistirt dem Operateur.
Kleine Thiere werden immer entweder auf die linke Seite oder auf den Bücken niedergelegt.
Die zur Operation erforderlichen Instrumente und Geräthschaften sind: eine Klystierspritze und lauwar- mes Wasser oder eine schleimige lauwarme Flüssig- keit, oder, statt dieser Dinge beim Pferde ein biegsa- mer Katheter(oder nach älterer Weise eine 3 Fuſs lange, sanft gebogene eiserne Sonde mit einer Rinne an ihrer convexen Seite);— ein geballtes,— ein gerades spitziges und ein Knopfbistouri,— eine gewöhnliche
¹) Wörterbuch der Thierheilkunde. Aus dem Französ. übers. von Renner. 1r Bd. Weimar 1830. S. 229.
²) Handb. der Thierheilk. Aus d. Franz. von Pestel. 2r Band, 1ste Abth. Leipz. 1839. S. 554.
¹) Hippiatrik. Bern, 1842. S. 275.
*) Handbuch der Veterin.-Chirurgie, Berl. 1822, S. 610; und— Akiurgie, a. a. O.
³) On caleulous concretions in the horse ete. London 1844. Mit Abbild.
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Hohlsonde,— eine sogenannte Steinzange ¹),— Pin- zette, Nadeln und Heftfäden, Schwamm und k lies Wasser. §. 127.
Bei männlichen Thieren kann der Steinschnitt nach 2 Methoden ausgeführt werden, nämlich: a) durch den Mastdarm und— 5) durch das obere Ende der Harnröhre und den Blasenhals.
³.) Von der erstern Methode ist fast nichts Ande- res bekannt, als daſs sie angeblich von Vegetius em- pfohlen(siehe den vorigen§.) und, wie Dieterichs nach einer mündlichen Mittheilung berichtet(Akiurgie S. 438), von Hausmann in Hannover einmal bei einem Pferde angewendet worden ist. Die Heilung, obgleich schwierig, ist doch gelungen. Girard(a. a. O.) hält diese Methode dann für zweckmäſsig, wenn die vor- handenen Steine so grofs sind, daſs man sie durch den Blasenhals(nach der andern Methode) gar nicht, oder nicht ohne groſse Zerrung der Theile herausziehen könnte. In andern Fällen ist sie wenig er zu empfeh- len, weil die Wunde des Mastdarms durch Koth und Schleim beständig verunreiniget wird und deshalb schwer zu heilen ist. Aufserdem sind üble Folgen durch Er- gielsung des Urins in die Bauchhöhle zu fürchten, wenn der Schnitt bis in die Bauchhaut, welche sich über den vordern Theil der Blase erstreckt, nach vorn ver- längert wird. Hinsichtlich der Schwierigkeiten in der Ausführung hat aber diese Methode vor der andern den Vorzug. Bei kleiuen Thieren ist jedoch der Mastdarm- Blasenschnitt wegen Enge des Raums im Mastdarme nicht anwendbar.
Bei der Ausführung der Operation bringt man die linke Hand in den Mastdarm und setzt, die hohle Hand nach dessen unteren Wand gekehrt, die Fingerspitzen auf dieselbe, etwa 3 Zoll weit vom Schlieſsmuskel ent- fernt, an. An dieser Hand und den Fingern geleitet führt man mit der rechten Hand ein gerades Bistouri in den Mastdarm, sticht es, die Schneide nach dem Schliefs- muskel gekehrt, vor den Fingern durch die untere Wand in die Blase und macht beim etwas schnellen Zurück- ziehen des Messers eine 1 ¼ bis 2 ¼ Zoll lange Wunde, je nach der Gröſse des Steins. Es wird hierbei die untere Wand des Mastdarms, die obere hinterste Partie der Blase mit dem vorderen Theile des Blasenhalses und mehreutheils auch der hintere Rand von der Vorsteher- drüse verletzt.— Gleich nach Eutfernung des Messers geht man mit den in der Nähe befindlichen Fingern der linken Hand durch die Wunde in die Blase und sucht entweder mit ihnen den Stein zu erfassen und zu entfer-
¹) Die Steinzange für grosse Thiere ist 15— 20 Zoll lang, ihre Arme liegen vom Maule an in der ganzen Länge platt auf einan- der, sind an der Aussenfläche flachrund, am hintern Ende mit Ringen zum Einlegen eines Fingers versehen und 5— 6 Zoll hin- ter dem vordern Ende durch ein Niet vereiniget, ohne dass an dieser Stelle ein versenktes Schloss besteht, weil in ein solches die Weichgebilde leicht eingeklemmt werden. Das vordere Ende ist bis etwa 2 Zoll vor dem Niet sanft nach der einen flachen Seite der Arme gekrümmt und bildet flach concave Löffel von 3 Zoll Länge und in der Mitte gegen 1 Zoll Breite, mit glatt polir- ter Aufsenfläche und rauher innerer Fläche. Im geschlossenen Zustande berührt sich die Spitze beider Löffel, aber an der Mitte
bleibt ein ½ Zoll breiter Raum zwischen ihnen.— Bei manchen Zangen sind die Arme hinter dem Niet gegen einander gerichtet. 43


