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und an Instrumenten gebraucht man: 1) ein geballtes Bistouri;— 2) ein Knopf-Bistouri;— 3) eine Hohl- sonde;— 4) eine Pinzette, und— 5) eine metallene glatte Röhre mit augerundeter Spitze, von der Stärke der Harnröhre, gegen S Zoll lang, neben der Spitze mit einer länglichen Seitenöffnung und im Iunern mit einer Sonde versehen*). Diese Röhre wird etwas er- wärmt und äuſserlich mit Oel bestrichen. Man macht nun in der Mittellinie des Mittelfleisches, gerade an der Sitzbeinszusammenfügung, mit einem geballten Bistouri einen Einschnitt in die Harnröhre, und zwar in der Gröſse, dafs eine, der Weite der letztern eutsprechende Röhre(das vordere Ende des elastischen Katheters oder ein metallener Katheter, im Nothfall eine Sonde, eingeführt werden kann. Bei Pferden und Rindvieh muſs also die Wunde in der Harnröhre gegen 6 Linien, bei kleineren Thieren gegen 4 Linien lang, äuſserlich aber doppelt so lang sein, damit der Urin leicht abflieſst und nicht in die Zwischenräume der Theile infiltrirt. Nach- dem man die Haut durchschnitten, zieht man ihre Wand- ränder nebst den zu beiden Seiten der Ruthe liegenden Sitzbein-Ruthenmuskeln mit den Fingern der linken Hand, oder mit stumpfen Haken, aus einander, hält die Wunde mit einem Schwamm rein, durchschneidet dann den Haruschneller and die hintere Wand der Harnröhre Sollte der erste Einschnitt in die Haruröhre nicht hinreichend
zugleich mit sauften, gleichmäſsigen Messerzügen.
groſs geworden sein, so führe man eine Hohlsonde ein und erweitere ihn mit einem Knopfbistouri oder mit einem geraden Bistouri auf derselben. Hierauf bringe man eine der oben bezeichneten Röhren durch die Wunde in die Harnröhre und bis in die Blase und entlecue durch sie den Uriu. Nachdem dies geschehen, wird die Röhre wieder entfernt.
0b man nun die Wunde azulserlich durch Zusam- menheſten verschlieſsen, oder sie offen lassen soll?— ist noch nicht erfahrungsmäſsig festgestellt. Im erstern Falle gelingt zwar zuweilen die schnelle Vereinigung der getrennten Theile, und es ist damit viel gewonnen, aber der Urin ergieſst sich oft aus der Harnröhrenwunde neben der Haruröbre ins Zellgewebe und erzeugt sehr üble Entzündungen, selbst Verjauchungen im Verlaufe der Ruthe, während er aus der offenen Wunde frei ab- Aber die Heilung erfolgt dann gewöhnlich langsamer und durch Eiterung.
flieſst und keine üble Zufälle macht.
In Ermangelung einer besonderen Röhre kann von einem Men- schenarzte ein für Menschen bestimmter weiblicher Katheter gelie- hen und ganz zweckmässig benutzt werden.
XXXII. Der
Man versteht unter dieser Bezeichnung das Durch- stechen einer Wand der Harnblase mittelst eines Troi-
kars, für den Zweck: eine Ausleerung des Urius durch
die Troikarröhre zu bewirken.
Die Operation ist angezeigt: wenn bei Harnverhal- tungen die Blase in dem Grade überfüllt und ausgedehnt ist, daſs ihre Berstung zu befürchten steht, und wenn weder die Ursache der Harnverhaltung schnell gehoben,
Harnblasenstich
Will man die Wunde heften, so darf dies erst dann geschehen, wenn der ursprüngliche Krankheitszustand völlig beseitiget ist und der Urinabgang durch die Harn- röhre frei statt findet, weil soust ein wiederholtes Ein- bringen der Röhre nöthig sein könnte.— Nach der künstlichen Ausleitung des Urins wird man daher zu- nächst stets die Kur der eigentlichen Harnverhaltung nach der Art derselben zu bewirken haben.
Ist hiernach die Wunde geheftet worden, so rich⸗ tet man sich mit der Nachbebhandlung nach dem Grade der eintreteuden Eutzündung und wendet kalte Umschläge thut es aber nicht, wenn die Entzündung nur mälsig ist. Heftet man die Hautwunde nicht, so sucht man die Haruröbrenwunde für kurze Zeit dadurch zu verschlieſsen, daſs man sie oberflächlich mit Lanis infernalis berührt und dies nach dann aber die ganze Fläche um sie bald in gleich-
an, wenn derselbe bedeutend ist;
2— 3 Tagen wiederholt, mit Digestiv-Salbe verhindet, mäſsige Eiterung und Grauulation zu versetzen, worauf die weitere Behandlung nach den allgemeinen Grund- sätzen der Chirurgie geschieht.
Anmerkung. Bei weiblichen Thieren kommt, we- gen der gröſsern Weite und Kürze des Blasenhal- ses und der Harnröhre, höchst selten eine Harn- verhaltung der Art vor, dals die Applikation des
Katheters nöthig wird. Doch kann sich dies er- eignen, wenn die Scheide in der Umgegend der Haruröbreumündung verschwollen, oder wenn die Harnröhre bei einem Vorfall der Gebärmutter oder der Scheide zusammengedrückt ist. Wenn in sol- chen Fällen die Blase stark ausgedehnt zu fühlen und die Ursache nicht bald zu beseitigen ist, die Thiere aber stark drängen, kann man versuchen: bei Stuten und Kühen das vordere Ende des elastischen Katheters für männliche Pferde, sonst aber einen Dicke, im Nothfall bloſs einen beölten Finger in die Haru-
metallenen Katheter von entsprechender röhrenmündung und in die Blase zu führen. Man stellt sich hierzu hiuter das gehörig befestigte Thier, lälst durch einen Gehöülfen den Schweif nach der rechten Seite ziehen, hält mit der linken Hand die Schaamlefzen aus einander, führt mit der rechten den Katbeter über den Kitzler an der untern Wand der Scheide bis zu der kleinen ringförmigen Wulst, mit welcher die Harnröhre in ihr müundet, und sucht mit dem Iustrument oder dem Finger allmälig in die Haruröhre einzudringen und hierdurch den Urin auszuleeren.
(Punctio vesicae urinariue).
noch der Urin durch den Katheter ausgeleert werden kann. Die Punktion der Blase ist stets nur ein Pallia- tivmittel, aber dennoch sehr wichtig, weil man durch sie die Berstung verhütet, Zeit zur gründlichen Kur der Harnverhaltung gewinnt und somit durch sie das Thier rettet. b
In der Menschenheilkunde ist der Blasenstich be- reits lange gebräuchlich; in die thierärztlichen Lehrbü-
cher scheint er zuerst durch Pilger eingeführt zu sein


