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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
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desskruct an wenu die Thiere ane den Hals am gegen den leta- rade des Dumm- zner, wenn sie rdekleidet und

dch zum Kauen

² Hülte besteht

Vetschlielsung

im Fale b

Nunde unâ vGh- Leige Beieuchten g, aud die Au- funde, zu ver- der verletzten uls die Störung dd auders ange-

gehen, am Halse, bei sehr grofser Entwickelung sich zuweilen bis zum Kopfe ausbreiten, und später sich bald mehr bald weniger abwärts, oft bis zur Brust sen- ken. Zuweilen entstehen sie schon während der Blut- entleerung, mehrentheils aber bei oder nach dem Ver- schlieſsen der Wunde. Die Ursachen sind:) eine zu kleine Hautwunde und starke Compression der Vene; — 5) das Durchstechen der letztern an zwei Stellen (an der vordern und hintern Wand);— œ) die gleich- zeitige Verletzung einer Arterie;— d) zu Starkes Ab- ziehen der Haut von der darunter liegenden Vene, bei dem Verschliefsen der Hautwunde;—) gehemmter

Rückflufs des Blutes durch Druck auf die Ader, oder,

an der Sporader und an den Venen der Gliedmaſsen, auch dadurch, dafſs das Blut leichter aus der Venen- wunde nach aufsen tritt, als den Druck der vor ihm

befindlichen Blutmasse überwindet.— Kleine Extrava- sate erzeugen gewöoͤhnlich keinen Nachtheil und ver- schwinden durch Resorption bald von selbst; grofse Er-

gieſsungen wirken durch Druck störend auf die nahe liegenden Theile, und können selbst Entzündung und

Verjauchung veranlassen.— Waschungen mit kaltem

Wasser oder Wasser und Essig, ein mäſsiger Druck auf die Operationsstelle während einer Viertel bis halben Stunde, und strenge Ruhe des Thieres, sind die ersten

und mehrentheils auch die ausreichenden Hilfsmittel, um die fernere Blutung unter der Haut zu hindern. Bei

Verletzung einer Arterie mufs dieselbe nöthigenfalls un- terbunden werden. Die Zertheilung befördert man am besten vom 2ten Tage an durch Waschungen mit aro- matischen Kräuterbrühen, in denen Pottasche gelöst ist.

6) Verletzung anderer Gebilde. Auſser

der nothwendigen Verwundung der Haut(stellenweis auch des Hautmuskels), des Zellgewebes und der Vene, wird bei dem Aderlassen am Halse zuweilen die Dros- selarterie, die Luftröhre, oder der gemeinschaftliche Kopf- Hals- und Armbeinsmuskel,— beim Aderlassen an der

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brachtem Druck knisternde und sich von der Wunde aus über den Hals u. s. w. verbreitende Geschwulst darstellt.

Die Verletzung der Sehnen und der Beinhaut ist aus dem harten Widerstande, den das Instrument in der Tiefe der Theile findet, zu e nahon und dureh die

. Sonde sicher zu erkennen.

Gesichtsvene mitunter die queerlaufende Gesichtsarterie

und die Beinhaut,— und bei dem Aderlassen an den Gliedmafsen leicht eine Sehne, die Masaajatdetis„ oder ebenfalls die Beinhaut mit verletzt.

Die Verwundung einer Arterie gieh sich sogieioh

Diese Nehensetlet angen entstehen in den aHermei- sten Fällen aus Uebereilung, Unvorsichtigkeit und aus Unkenntnifs der Lage und Beschaffenheit der bei dem Aderlassen betroffenen Theile; namentlich wird die Ca- rotis leicht verletzt, wenn man die Lanzette zu lang

über die Finger hervorstehen läſst oder eine zu groſse

Flietenklinge wählt; doch giebt es auch Fälle, wo die Verletzung einer Arterie wegen abweichender Lage derselben oder wegen groſser Unruhe des Thieres selbst bei Sachkenninifs und Vorsicht erfolgt.

Kleine Wunden an der Carotis in der Längenrich- uug derselben heilen leicht, wenn man, nach gutem Verschlieſsen der Wunde, das Thier mit hoch gebun- deuem Kopfe, ganz ruhig und ohne Futter, während 30 bis 48 Stunden stehen läfst, und dabei die Aderlals- stelle feiſsig mit kaltem Wasser, oder mit Wasser und Essig, wäscht; gröſsere Wunden, und besonders Queer- wunden, bei denen sich schnell ein bedeutendes Extra- vasat bildet, erfordern immer möglichst schnell die Un- terbindung der Arterie. An andern Stellen, namentlieh an den Extremitäten, stillt man die Blutung immer sehr leicht durch einen umgelegten Druckverband, im Verein mit Ruhe und mit Anwendung des kalten Wassers. Die Datecbicdidg ist höchst selten erforderlich. 68

Die Verletzung der Luftröhre und die hierbei ent- stehenden Emphyseme bringen in der Regel keinen Nachtheil. Die Heilung dieser Verletzungen erfolgt im- mer leicht von selbst, und die Beseitigung der Emphy- seme geschieht durch kleine Einstiche, welche man durch die Haut bis ins Bells-heehs an den Feuheelleten Theilen machi. wala!

Die Verletzung der Sehnen und der Beinhaut führt oft eine bedeutende Entzündung dieser Theile und hier-

durch Lahmbeit herbei. Ruhe, und die fleifsige Anwen-

durch stärkeres, oſt im Bogen spritzendes Hervorströ- men von scharlachrothem Blut neben dem dunklen Ve-

nenblat, durch Aufhören oder bedeutendes Nachlassen

dieses hellrothen Blutflusses bei einem, zwischen dem Herzen und der Wunde gegen die Ader angebrachten

Druck*), und sehr oft auch durch schnelles Entstehen einer Blutergieſsung unter der Haut zu erkennen. Bei Verletzung der Luftröhre fühlt der Operateur

beim Einstechen gröfsern Widerstand und mehr Harte

von den Luftröhrenknorpeln als von den Weichgebilden; auch erzeugt der Schnäpper und die Fliete hier ein ei- genthümliches, puffendes Geräusch, und fast immer bil- det sich ein UmPhsem welches eine Badlache bel auge-

.) 4 UraJune Aler Carotis kann man. dareh n amemirehen der Ader in der bezeichneten Art die Blutung nur vermindern, aber nicht ganz zum Stillstehen bringen, weil durch die Anastor

b mosen am obern Ende dieses Gefässes noch eine bedeutende 1Menge Blat zur verletzten Stelle gelangt. 8 119

dung kalter Waschungen oder Fuſsbäder von kaltem Wasser, dann die Eiureibung der grauen Merkurial- Salbe, oder auch später die Anwendung der Canthari- den-Salbe, letztere um eine Ableitung auf die Haut zu bewirken, sind hier die geeigneten Heilmittel.

7) Entzündung der Aderlafswunde. Sie hat ihren Sitz entweder in der Haut und im Zellge- webe, oder in der Vene selbst.— Die Entzündung der Haut äufsert sich durch kleine, halbrunde, etwas heiſse

und schmerzhafte Anschwellung an der Aderlaſsstelle,

wobei aber die Vene neben dieser Anschwellung, und über dieselbe hinauf, sich noch vollständig mit Blut er- füllt, wenn man sie wie zum Aderlassen comprimirt.

Die Entzündung der Vene(Phlebitis) nach dem Aderlaſs kommt am haäufigsten an der Drosselvene der Pferde, nicht ganz selten auch an derselben Ader beim Rindvieh vor. Sie giebt sich durch eine, von der Ader- laſsstelle ausgehende schmerzhafte, strangförmige An- schwellung unter der Haut, im Laufe des Gefäſses, zu erkennen, und wenn dabei der Druck, wie im Vorste-

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