Einstichort zu weit von der comprimirten Stelle entfernt war;— d) die Ader war nicht gehörig mit Blut er- füllt, weil man sie entweder zu schwach oder zu kurze Zeit zusammengedrückt hatte; oder auch, Folge früherer Entzündungen ihrer Häute, ganz oder theilweis im Innern verschlossen und somit zum Blut- führen untauglich geworden ist, oder, weil das Blut in andern Organen zu sehr angehäuft ist.
In jedem solchen Falle muſs man zunächst die etwa
weil sie in
vorhandene Ursache aufsuchen und vermeiden, dann aber bei Wiederholung des Einstechens das Instrument we- nigstens einen Zoll weit über oder anter der ersten Aderlafsstelle ansetzen, oder man wählt selbst eine an- dere Ader hierzsu. Man vermeide es durchaus, wieder- holt in eine Wunde einzustechen oder mit der Fliete oder dem Schnäpper in sie zu schlagen; denn dies ver- ursacht ungleiche, zerfetzte Wundränder, heftige Ent- zündung und selbst Eiterung. Eben so darf man nicht zwei oder mehrere Wunden an derselben Stelle neben einander erzeugen, da dies ebenfalls zu starke Entzün-
düngen veranlaſst und auch das Zustecken der Wunde mit der Nadel sehr erschwert.— Sollte ein solches
Versehen begangen sein, so mufs man die betreffende Stelle während der nächsten 2 Tage oft mit kaltem Wasser befeuchten, um der Entzündung vorzubeugen.
2) Das Blut fliefst aus der Aderlafswunde zu schwach oder auch mit Unterbrechung. Ur- sache hiervon ist: 6 a) eine zu kleine Wunde, bedingt durch ein zu schmales, zu kurzes, zu kurz gehaltenes, stumpfes, oder mit wenig Kraft angewendetes Instrument;— 5) Verschiebung der Haut über die Aderlafswunde, oder Hervortreten von Fett über die Vene;—) man- gelhaftes Zusammendrücken der Ader an der geeigueten Stelle;— d) 2u dickflässige, zähee Beschaffenheit des Blutes;—) ashanenng und Süohknn desselan in andern Gefäſsen. la Sillon 1In
In dem Ssab α hezeichheien Halle ist es am zweck- walsfe Ren eine neue, gröſsere Aderwunde an einer andern Stelle zu machen; denn die Erweiterung der zu kleinen Oeffnung geräth nicht immer gut ‚ und ist aufser- dem mit zu viel Reizung verbunden.— Die Hülfe im Falle b und e ergiebt sich, nach der Art des Hinder- nisses, von selbst.— Im den Fällen d und e ist tüch- tiges Reiben des Thieres, das Uebergieſsen desselben mit kaltem Wasser, und das Hinstreichen des Blutes zur Aderlaſsstelle, erforderlich.
3) Es dringt Luft in die Ader. Dieser Zu- fall giebt sich dadurch zu erkennen, daſs entweder gleich nach geschehener Eröffnung der Vene, ehe noch ein gleichmälsiger und anhaltender Blutstrom abflieſst, oder zu der Zeit, wo derselbe aufhört, ein eigenthüm- liches, schlürfendes oder kluckerndes Geräusch an der Aderlafsstelle und wohl auch tiefer in der Vene, ent- steht. Bei Pferden und Rindvieh geht die Erscheinung in den meisten Fällen ohne weitere Folgen vorüber; zuweilen treten aber nach einigen Minuten beschleunig-
tes Athmen, etwas schnellerer Puls, Zittern, Taumeln,
Sselbst plötzliches und heftiges Niederstürzen und Con- vulsionen ein.
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Doch gehen diese Zufälle gewoöhnlich
hald wieder vorüber*). Kleinere Thiere werden aber
nach dem Lufteindringen immer von groſsen Athembe-
schwerden und von heftigen Krämpfen ergriffen, unter
denen sie schnell sterben.— Bei der Sektion findet man schaumiges Blut im Herzen, und Luftblasen auch im Blut auderer Gefäfse.— Man verhütet das Eindrin- gen der Luft in die geöffnete Ader am sichersten da- durch:) dafs vom Anfange der Operation und bis mau zum Verschlieſsen der Wunde schreitet, die Ader zwi- schen der letztern und dem Herzen gleichmäſsig gut zu- sammengedrückt, und 5) daſs die Wunde nie schräg oder queer, sondern stets nur in der Längenachse der Ader gemacht wird.— Die angedeuteten Wirkungen des Luft- eintrittes sind mit Sicherheit nicht zu beseitigen; nach mehrfältigen Versuchen werden sie aber sehr vermindert, wenn man uachi ihnen Eintritt das Blut uoch reichlich ausfliefsen lälst. 9fIi9 russl 16uie zim 135 4)— Sie entstehen bald nach dem Aderlals,„besonders, wenn: à die Aderlaſswunde gar nicht oder nur unvollständig verschlossen ist;— 5) wenn aufser der Vene noch eine Arterie verletzt ist;— c) wenn die Aderlaſswunde gewaltsam ausein- ander gezerrt, oder die Vene zusammengedrückt und hierdurch mit Blut überfüllt wird(z. B. wenn die Thiere nach dem Aderlassen an der Drosselvene den Hals am Rande der Krippe reiben oder ihn stark gegen den letz- tern drücken, wie es Pferde im hohen Grade des Dumm- kollers und der Rhehe oft thun,— ferner, wenn sie gleich nach dem Aderlassen mit Geschirr bekleidet und zum Ziehen benutzt, oder auch nur sogleich zum Kauen der Nahrung veranlafst werden).— Die Hälfe besteht im Falle a in baldiger und vollständiger Verschliefsung der Wunde nach bekannter Vorschrift;— im Falle 5 ist zuerst, neben guter Verschlieſsung der Wunde und voll- ständiger Ruhe des Thieres, das fleilsige Befeuchten der Stelle mit kaltem Wasser und Essig, und die An- wendung eines Drucks unterhalb der Wunde, zu ver- suchen, im äufsersten Falle die Ligatur der verletzten Arterie zu bewirken;— im Falle c muſs die Störung beseitiget, das Thiers anders gestellt und anders ange- bunden, das Geschirr abgenommen werden u. s. wW. Wenn Nachblutungen später, nach 2— 3 Tagen entstehen, können zwar die sub b und c genannten Ur- sachen dabei mitwirkend sein, in der Hauptsache beru- hen sie aber hier in einer gestörten Verwachsung der Wunde, bedingt durch zu heftige Entzündung, durch Eiterung, oder Zersetzung von extravasirtem Blut, durch in die Wunde gelangte Haare, u. dgl., und sie stellen dann zuweilen eins der ersten Symptome der sogenann- ten Aderfistel dar. Hier ist Reinigung der Wunde und eine solche Behandlung derselben nützlich, wie sie bei der Venenentzündung erfordert wird. 5) Blutextravasate. Sie bilden kleinere gqlar gröſsere Anschwellungen, die von der Aderlaſsstelle aus-
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*) Um bei Pferden lbeisgefchniiche Zufälle durch Luft in den Adern zu erzeugen, ist gewöhnlich eine Quantität von 50. bis 60 Cu- bik-Zoll, und zuweilen dak viel mehr, Luft erforderlich; indess lässt sich dies für alle Fälle nicht so genau bestimmen, da die 4 Empfäng glichkeit der Thiere für diesen Einfluss und andere Um- stände, von denen die Wirkung ablängig ist, nicht zu erkennen usind. Uelterhaupt ist hierbei noch Vieles im Dunklen.
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