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Chirurgische Anatomie und Operationslehre für Thierärzte / von Dr. E.F. Gurlt und Dr. C.H. Hertwig, Professoren an der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin
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sehr zweckmäſsige Methode des Niederlegens ist das sogenannte Niederschnüren, welches auf folgende Weise bewirkt wird. Man führt das Thier auf den 0 Ort, wo es niedergelegt werden soll, und läfst es von einem

Gehülfen am Kopfe kesthalten. An die Hörner bindet

man das eine Eude eines etwa 15 Ellen langen Strik- kes, führt dann diesen Strick längs des obern Randes des Halses bis zur Mitte desselben, hält ihn hier mit der linken Hand in der Lage, geht mit dem freien Ende desselben an der linken Seite des Halses hinab, unter der Kehle fort, an der rechten Seite hinauf bis wiéder zum Kamme, und steckt hier das Ende des Strickes unter jenem Anfange desselben durch, so daſs rund um den Hals eine einfache, sich leicht verengernde Schleife gebildet wird; mit der Fortsetzung des Strickes geht man dann längs des Kammes weiter bis hinter das Wi- derrüst, woselbst man ihn wieder festhält, das Ende rund um die Rippenwände hinter den Schulterblättern herumführt, es auf dem Anfange des Rückens unter dem hier befinndlichen Theile des Strickes hindurch steckt, und somit ebenfalls eine leicht zu verengende Schleife um die Brust bildet; den Rest des Strickes führt man dann auf der Wirbelsäule weiter bis in die Gegend des zweiten Lendenwirbels, woselbst man ihn wieder fest- hält, mit dem freien Ende eine Umgehung um den Bauch macht, und dasselbe unter dem auf dem Rücken befind-

ist es zweckmäfsiger, ihnen die beiden Füfse einer Seite, mit kreuzweis über einander gelegten Schienbei-

nen, zusammen zu binden, und sie in diesem Zustande

zur Ausführung der Operationen auf einen Tisch oder eine Bank zu legen. Bei leichtern Operationen am Kopfe werden Schaafe auch recht zweckmäſsig auf die Weise gehalten, dafs ein Gehülfe sich auf einen Stuhl

setzt, das Schaaf mit dem Rücken gegen sich gekehrt

zwischen die Beine nimmt, und dabei mit seinen beiden

Oberschenkeln, den Kopf, die Vorderfüſse mit der lin-

ken Hand, den Leib und die Hinterfäſse des Thieres aber mit den Unterschenkeln durch mälſsiges Zusammen- drücken derselben, festhält.

Schweine sind weniger schwer test zu halten als zu ergreifen. Letzteres geschieht, wenn man im Stalle

nicht leicht dazu kommen kann, am zweckmälsigsten

auf die Weise, dafs man das Thier eutweder aus dem Stalle oder in denselben hineintreibt, und es dabei in

dem Augenblicke, wo es durch die Stallthür geht, durch

lichen Theil, wie an den beiden ersten Stellen, einmal

durchsteckt, und zuletzt das übrig bleibende Ende über die Mitte des Kreuzbeins nach hinten führt. Der Ge- hülfe am Kopf erhält nun den Auftrag, das Thier an den Hörnern fest zu halten, und etwas nach vorwärts zu ziehen, während ein oder zwei Gehülfen an dem hin- tern Ende des Strickes kräftig nach rückwärts ziehen. Indem nun hierbei Hals, Brust und Bauch durch den um diese Theile liegenden Strick mälsig zusammengeschuürt werden, legt sich das Thier sogleich sanft auf die un- tere Seite der Brust und des Bauchs nieder. Es ist nun leicht, dasselbe auf die Seite zu wenden, seine Füfse mit Stricken zusammen zu binden, und ihm die- jenige Lage zu geben, welche für die auszuführende Operation erforderlich ist. 1 C. Bei den kleinern Hausthieren. §. 29. Schaafe und Ziegen sind immer leicht zu bewälti-

gen, und können für die meisten Operationen von einem oder von zwei rGehullen blos festgehalten werden. Doch

einen Gehülfen mit Letzterer einklemmen läſst, worauf dem Thier sogleich beide Hinterfüſse mit einem Strick zusammengebunden werden. Auf eine zweite Art kann man die Schweine am UHintertheil gut ergreifen und festbinden, wenn man sie in eine flach auf der Erde liegende Tonne, aus welcher der eine Boden herausge- schlagen ist, durch etwas Brot oder Wurzelwerk lockt; denn indem das Schwein nach dieser Lockspeise in die Tonne geht, bieten sich die Hinterfüfse zum Ergreifen und Festbinden dar. Das Niederlegen dieser Thiere geschieht so, daſs man dieselben mit der linken Hand an einem Ohr festhält, mit der andern Hand aber den- jenigen Vorderfuſs ergreift, welcher beim Liegen der Erde zugekehrt sein soll; indem man diesen Fuſs vom Boden wegzieht, ist es leicht, das Thier nach dersel- ben Seite hinzuziehen und es umzulegen. 3

Bei Hunden und Katzen muſs man zunächst das Gebiſs dieser Thiere entweder durch einen gut passen-

den Maulkorb, oder durch ein, in und um das Maul ge-

legtes Band, vermittelst welchem der Unterkiefer an dem Oberkiefer festgebunden wird, unschädlich machen. Auſserdem bindet man ihnen die Fäfse jeder Seite kreuzweis übereinanderliegend, zusammen. Zur Aus- führung der Operation legt man sie auf einen Tisch, und läſst sie, je nach ihrer Gröſse, von 2 4 Ge- hölfen festhalten.

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