——
len, kann man nöthigenfalls in jedem Pferdestall leicht anwenden, indem hier das Seil mit seinem vordern Ende in einem an der Krippe befindlichen Ring, das hintere Ende aber durch einen an dem Standpfahl befestigten Ring zieht.—
Rychner empfiehlt zu diesem Weststellen der Pferde auſser dem bezeichneten Gurt in der Länge des Leibes noch 2 Gurten, welche in der Rundung des Leibes, und zwar der eine hinter dem Schulterblatt, der andere aber
etwa 1 weiter zurück umgelegt werden; die Enden
dieser Gurte sollen über dem Rücken des Pferdes in Haken oder Ringe, welche sich daselbst an der Wand befinden, befestiget werden*).
9) Das Niederlegen der Pferde. Die gröſste Sicherheit gegen Beschädigungen des Operateurs und der Gehülfen, und die wenigste Störung durch die Unruhe des Tbieres erreicht man, wenn dasselbe für die Aus- führung einer Operation auf den Erdboden niedergelegt wird. Man benutzt dieses Hälfsmittel daher besonders zur Ausführung der wichtigern Operationen, wie auch solcher, die viel Schmerz verursachen, oder längere Zeit als gewöhnlich ist, dauern, und bei solchen Thie- ren, die sehr furchtsam, empfindlich oder bösartig sind. Das Niederlegen ist aber bei den groſsen Hausthieren in manchen Fällen mit Schwierigkeiten, und für das Thier mit Gefahr verbunden, welche selbst bei der gröſs- ten Vorsicht nicht immer zu vermeiden ist. Diese Ge- fahr entsteht dadurch: dafs die Thiere entweder vor der
16
nöthigen Zubereitung hin und her springen, sich in den
Fesselstricken verwickeln, und in Folge dessen unge- schickt niederstürzen, wobei sie sich, je nachdem die einzelnen Theile die Erde berühren, die Augen, die Lippen, das Zahnfleisch und die Zähne, den Hals oder die Beine u. s. w. beschädigen können; oder die Gehül- ſen wirken nicht nach der Vorschrift dabei mit, und die Thiere fallen dann mit dem Vorder- oder Hintertheil zu plötzlich und heſtig auf den Boden, und beschädi-
gen sich dabei auf verschiedene Weise; namentlich ent-
stehen diese üblen Folgen leicht auf hartem und glattem Erdboden. Als Erfordernisse zum bequemen Niederlegen ist
Zuerst ein hierzu passender Platz, dann ein soge-
nannter Wurf-Apparat und eine Auzahl von 4 bis 6 Gehülfen nöthig.
Zu ersterem eiguet sich ein weicher oder sandiger Erdboden, z. B. in einer Reitbahn, oder ein reiner Grasplatz, oder ein trockener Misthof, welchen letztern man mit frischem Stroh bestreut, so weit man ihn für diesen Zweck benutzt. Am zweckmäſsigsten ist es, ein Strohlager von etwa 5 Ellen Länge, 4 Ellen Breite und etwa 1 Höhe auf dem Erdboden bereiten zu lassen.
Der Wurfapparat oder das Wurkzeug besteht ge- wöhnlich aus 4 Fesselriemen, einem Seil und aus einem
*) Die letztere Befestigungsart der Pferde ist ähnlich derjenigen, wie sie an der sogenannten Nothwand(auch spanische Wand genannt) geschiehet. Ieh übhergehe hier die Beschreibung dieser Wand in ihren verschiedenen Einrichtungen, so wie auch des so- genannten Nothstalles und der Toberschen Aufhebe-Ma- schine, weil diese Vorrichtungen zu kostspielig sind, sich auch jetzt nur noch selten Torſinden, und weil man alle Operationen auch ohne sie recht gut ausführen kann.
Beigurt nebst ein oder zwei kleinern sogenannten Aus- bindestricken.
a. Die Fesselriemen: ein jeder ist gegen 18“ lang und 2“ breit(für Füllen und Esel nur 12“ lang und 1 ½ breit) aus gutem zähem Leder berei- tet; an 3 der Länge besteht aus dreifach über einan- der liegenden und fest zusammengenähten Riemen, wäh- rend das übrige Drittheil nur ein einfacher Riemen ist. Jener dickere Theil ist an der innern Fläche entweder mit weichem Fell, oder mit einem Polster von weichem Leder und Roſshaaren bekleidet. An der äuſsern Seite, und zwar in der Mitte dieses dickern Theils ist ein Ring möglichst haltbar befestiget. Dieser Ring aus gutem zä- hen Eisen mufs möglichst gut geschweiſst, in seiner Masse circa 3“" dick sein; der Durchmesser im Lichten beträgt 2 ¼— An dem Ende des dickern Theils ist eine viereckige, an den Ecken aber etwas abgerundete Schnalle befestiget, deren Dorn nicht zu lang über den vordern Rand hervorstehen darf, weil dies sonst das Oeffnen der Fesselriemen erschweren würde. Hinter der Schnalle befindet sich an der äufseren Fläche des Riemens eine kleine Oehse zum Durchstecken der Spitze von der Strippe. Das andere Ende des Fesselriemeus bildet eine etwa 6“ lange mit Löchern in Zwischenräu- men von ¼“ entfernten Löchern. d
5. Das Seil oder Tau ist 16— 18, laus und ge- gen ¾ dick, es besteht aus hanfenen Bindfäden, die nur mälsig ſest in einander gedreht sind; denn ein stark gedrehtes Tau ist immer zu starr und zu wenig biegsam. Das eine Ende dieses Taues ist an den vor- hin bezeichneten Ring eines Fesselriemens befestiget, und dieser Fesselriemen wird der Hauptfessel ge- nannt. Statt des Taues benutzt man auch einen Riemen von 1 ¼“ Breite und in derselben Länge wie das Tau. Derselbe mufs aus weiſsgahrem Leder und wo möglich
im Ganzen geschnitten, d. h. nicht aus Stücken zusam-
mengenäht sein; auch ist es zweckmäſsig, wenn er der
ganzen Länge nach doppelt ist. Bracy-Clark empfahl
ein Tau von etwa 10 Länge, an welches eine eiserne Kette mit länglichen Schaken und gegen 8“ lang befe- stiget, das andere Ende dieser Kette aber mit dem Ringe PEr wollte durch diese Einrichtung theils die häufigen Reparaturen
an einem Fesselriemen vereiniget sein soll.
verhüten, welche durch die Abnutzung des Seils in der Nähe der Fesselriemen nöthig werden, theils aber auch das Zusammenhalten der gefesselten Füſse auf leichtere Weise bewirken, als dies mit dem bloſsen Tau gesche- hen kann. Es eutsteht aber bei dem Gebrauch dieses mit der Kette zusammengesetzten Seils an den Füſsen der Pferde zu viel Geräusch, wodurch sehr empfindliche Thiere unruhig gemacht werden, und anſserdem ist der Apparat schwerfällig und nicht gut zu transportiren.
c. Der Beigurt ist ein aus hanfenen Bindfäden geflochtener Gurt von etwa 18 Länge und 3“ Breite. Das eine Ende des Gurtes bildet eine längliche gegen 5“ lange Oehse; das andere Ende ist abgerundet und mit Bindfäden bewickelt, damit es um so leichter durch die Oehse durchgeführt werden könne.
d. Die Ausbinde-Stricke sind gegen 8— und ¾“ dick, ohne eine besondere Vorrichtung.
Um


