Um nun ein Pferd mit diesem Apparat niederzule- gen, verfährt man auf folgende Weise: dasselbe wird mit einer Trense bekleidet an das Strohlager geführt, und mit derjenigen Seite, welche unten liegen soll, an den Rand desselben gestellt. Die 2 Füſse an dieser nach unten bestimmten Seite will ich, zur bessern Ver- ständigung, am stehenden Pferde die inwendigen, die nach oben zu legenden, von der Streu entferut stehen- den Füfse aber die auswendigen nennen.— Man setzt nun zuerst dem Pferde eine Bremse auf die Ober- lippe, und zwar den Stiel der Bremse gegen die Seite des Kopfes gerichtet, welche oben liegen soll. Hierauf hebt man den äuſsern, d. h. den von der Streu entfernt stehenden Vorderfufs auf, und läfst ihn von einem Ge- hülfen so lange halten, bis sämmtliche Fesselriemen ge- hörig angelegt sind. Der sogenannte Hauptfessel wird
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stets an den aufgehobenen oder auswendigen Vorder-
fufs gelegt und festgeschnallt, die übrigen 3 Fesselrie- men aber eben so an die drei andern Füſse. Dabei ist zu beobachten: daſs jeder Fesselriemen so liegen muſs, dafs seine Schnalle sich an der auswendigen Seite des Fufses befinde, der Ring aber unter den Leib gerichtet sei; aufserdem aber dürfen die Riemen nicht zu lose lie- gen, damit sich der Fufs nicht aus ihnen herausziehen könne; und die Dorne der Schnallen müssen durch die Löcher in der Strippe vollständig hervorstehen, so daſs die Schnallen sich nicht von selbst öffnen können. Wenn die 4 Fesselriemen in der bezeichneten Weise angeschnallt sind, läfst man den bis dahin aufgehobenen Vorderfufs wieder niedersetzen, und führt das Ende des
Seils von dem Hauptfessel nach hinten durch den Ring
des auswendigen Hinterfessels, sodann durch den Ring des gegenüberstehenden inwendigen Hinterfessels, hier- auf durch den Ring des Fessels am inwendigen Vor- derfuſfs, und zwar von der äuſsern Seite nach der in- nern, und endlich wieder durch den Ring am Hauptſes- sel von innen nach aufsen. Das ganze Seil wird all- mählig in dieser Richtung nachgezogen, so daſs es straff zwischen den Fesselringen liegt.— Nun ergreifen zwei
Gehülfen mit beiden Händen das freie Ende des Seils
etwa eine Elle weit von dem äuſsern Vorderfuſse ent- fernt, und ziehen, wenn alles Uebrige so weit vorbe- reitet ist, auf ein gegebenes Zeichen kräftig nach aufsen
und hinten. Damit aber das Thier um so leichter fällt,
kann man bei dem bezeichneten ersten Anziehen des Seils die Vorderfüfse des Pferdes ein wenig zurück un- ter den Leib, die Hinterfüfse dagegen nach vorwärts setzen. Während dies geschieht, legt ein Gehülfe den Beigurt mit dessen Mitte zwischen die Vorderbeine un- ter die Brust, und führt die beiden Enden dieses Gur- tes an der auswendigen Seite des Halses und der Rip- pen, oder vor und hinter dem Schulterblatt zum Wider- rüst, und über dasselbe hinweg nach der Seite des Strohlagers zu, und hält diese Enden etwa 4 bis 5 weit vom Pferde entfernt mäſsig gespanut, um bei dem gegebenen Zeichen das Pferd niederziehen zu helfen. Durch dieses Hülfsmittel werden die Pferde viel siche- rer, als dies ohne dasselbe geschehen kann, auf die be- stimmte Stelle niedergelegt, und es wird dadurch auch das in die Höhe springen, welches manche Pferde in
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dem Augenblicke unternehmen, wo ihnen die Füſse zu- sammengezogen werden, sehr beschränkt.
Gleichzeitig mit diesen Vorbereitungen stellt sic ein starker Gehülfe an die innere oder nach unten zu bestimmten Seite des Hintertheils, ergreift mit einer Hand die Schweifrübe, während er die andere Hand flach ge- gen dieselbe Seite des Beckens, an welcher er eben steht, mälsig fest anlegt. Er ist anzuweisen: dafs er bei dem gegebenen Zeichen zum Niederlegen des Thie- res zuerst das Becken desselben mälsig stark von sich, d. h. nach der entgegengesetzten Seite, als wohin es fallen soll, stöfst, aber un- mittelbar darauf es an der Schweifrübe gegen sich und auf den Erdboden niederzieht. Die Absicht dieses Ver- fahrens ist: das Pferd sich mit dem Vordertheil zuerst niederlegen zu lassen, und das Niederle- gen des Beckens einen Augenblick später zu bewirken; denn die Erfahrung hat gelehrt, daſs wenn Pferde mit der ganzen Länge des Leibes auf einmal oder mit dem Becken zuerst gegen den Boden fallen, gewöhn- lich das Hintertheil zu sehr erschättert wird, und hier- von Brüche der Beckenknochen, der Lendenwirbel und andere Verletzungen entstehen können. 58
Nach diesen Vorbereitungen legt derjenige Gehülfe, der am Kopfe des Pferdes steht und bisher die Tren- senzügel unter dem Kinn desselben kurz zusammenhielt, beide Zügel zusammen vom Kinn aus über die aus- wendige Seite des Halses über die Mähne und hält sie hier straff angezogen mit einer Hand fest, während er mit der andern Hand das Backenstück der Trense an der äufsern Seite des Kopfes ergreift, um so mit beiden Händen den Letztern gegen sich und zur Erde niederzu- ziehen. Damit aber dieser Gehülfe von dem niederfallen- den Pferde nicht betroffen und beschädiget oder mit um- gerissen werde, muſs er die Vorsicht beobachten: sich einen kleinen Schritt entfernt von der inwendigen Seite des Kopfs des Thieres zu stellen und deſshalb die Zü- gel und das Backenstück der Trense mit ausgestreckten Armen zu ergreifen.
Wenn nun Alles in der bezeichneten Art vorberei- tet ist, giebt der Thierarzt ein vorher mit den Gehülfen verabredetes Zeichen,(z. B. es wird bis auf drei laut gezählt, und bei dem Wort drei! erfolgt das Nieder- legen,) bei welchem Jeder an seiner Stelle nach der ihm ertheilten Vorschrift verfährt, so dafs die 4 Füfse des Thieres unter dem Leibe auf einen Punkt zusam- mengezogen werden, der Körper nach der zum Unten- liegen bestimmten Seite aus dem Gleichgewicht gezo- gen wird, und beim Niederfallen immer mit dem Vor- dertheil zuerst auf die Streu kommt. Die Letztere muſs an der Stelle, wo der Kopf zu liegen kommt, mit einer reinen Pferdedecke oder mit einem Sack bedeckt sein, damit die Augen beim Niederstürzen des Thieres nicht durch Strohhalme verletzt werden. Sollte sich diese Decke verschoben haben, so muſs sie sogleich nach dem Niederfallen des Thieres gehörig unter den Kopf gelegt werden. Hierauf wird Letzterer mit dem Genick gegen die Decke und mit dem Maule nach oben zugewendet, wodurch man nicht allein das Scheuern der Augen an der Decke vermeidet, sondern auch zugleich dem Thiere
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