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Gurt(im Nothfalle einen dicken Strick) um den Leib, jedoch nur mäſsig fest, so daſs man noch mit einem Finger zwischen Gurt und Leib greifen kann; der Kopf wird mit einer starken Lederhalfter bekleidet, in deren Riug unter dem Kehlgange das eine Ende eines etwa 10 Fauſs langen Stricks geschleift ist; das andere Ende dieses Strickes führt man am vordern Rande des Hal- ses hinab, zwischen den Vorderbeinen hindurch, und steckt es an der untern Seite des Leibes zwischen dem Gurte und dem Letztern hindurch, wendet es dann hin- ter dem Gurt unter demselben wieder nach vorn und führt es zwischen den Beinen hindurch nach oben zu der Halfter zurück und durch deren Ring. Hierauf zie- het man an diesem Strickende allmälig immer kräftiger und so lange, bis der Kopf mit dem Maule der Brust recht nahe gebracht ist, wo daun der Strick mit eiuer aufziehbaren Schleife an der Halfter befestiget wird.
FEs ist fast in allen Fällen sehr zweckmäſsig, vor dem Niederbinden des Kopfes einen Kniefessel an ein Vorderbein zu legen, weil daun— um so siche- rer zu bezwingen ist.
7) Das Seane a Aufbinden deta Hin- terfüfse. Um bei Operationen am Hintertbeile des Pferdes mehr Sicherheit zu gewinnen, als das Hochhe- ben des Kopfes und das Aufheben eines Vorderfuſses
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sie gewähren, spannt man entweder einen oder beide
Hinterfülse oder man zieht oder bindet einen derselben in die Höhe. Man kommt mehrentheils mit dem Spannen oder Aufbinden eines Fufses aus, wenn man bei der Operation u. s. w. uur an einer Seite des Hintertheils beschäftiget ist; dagegen muſs man beide Hinterbeine spannen, wenn man hiuter dem Thiere stehen mufs, oder wenn dasselbe sehr kitzlich oder sehr bösartig ist.
Das Spannen eines Fafses geschieht, indem man au den Fessel des betreffenden Fuſses den soge- nannten Beigurt schleift(in Ermangelung desselben einen weichen und mäſsig dicken Strick), oder einen Fessel-
riemen von dem Wurfzeug(siehe weiter unten) um-
schuallt, nachdem in den Ring dieses Fesselriemens ein eirca 16 Fufs langer Strick befestiget ist. Das freie Ende des Beigurts oder des Strickes führt man unter dem Leibe vorwärts zwischen den Vorderbeinen hin- durch, an einer Seite des Hälses hinauf, über den Kamm und an der anderen Seite wieder herunter und vor dem Halse wieder zur ersten Seite desselben, wo man es mit dem hier liegenden Theil des Stricks in einer leicht aufziehbaren Schleife vereiniget. Bevor Letzteres ge- schiehet, zieht man den Strick recht straff an und schiebt zugleich das Thier etwas zurück, damit die Hinterfüſse ein wenig mehr unter den Leib zu stehen kommen und somit das Schlagen mit denselben auoliobat verhin- dert werde. 1
Bei dem Seureu beided Hiuterbeine. 125 man um jeden Hinterfessel einen Fesselriemen und ver- einiget beide mittelst zweimaligem Durchstecken des Strickes durch die Ringe in den Riemen, worauf der Strick wie im Vorhergehenden gesagt, um den Hals befestiget wird. Oder man legt um jeden Hinterfessel einen Strick, kreuzt deren freies Eude unter dem Leibe, und führt dann dieselben eben so um den Hals.
Eine Modifikation bei dem Spannen besteht darin: daſs man dem Pferde ein gewöhnliches Kummt, oder ein Kummt mit Ringen an den Seiten, oder auch eine so- genanute Halskoppel über den Hals legt und hieran das freie Ende des unter der Brust hervor Lefühtien Bei- gurts oder des Strickes befestiget.
Bei dem Anlegen der Fesseln u. s. w. au den Hin- terfülsen verlangt es immer die Sicherheit, dafs das Pferd vorher gebremset, ihm der Kopf hoch Auſerichet und ein Vorderbein aufgenommen ist. 1
Das Aufbinden eines Hinterfufses. ist mit gröſseren Schwierigkeiten als das Aufbinden eines Vor- derfuſses verbunden, und da es gröfstentheils durch das
Spannen ersetzt wird, so benutzt man es nur wenig; doch findet es in manchen Fällen, wie z. B. beim Spatt- brennen u. dgl. eine gute Anwendung.— Man bewirkt es, indem man dem Pferde zuerst einen starken Leib- gurt umlegt, der an den auf die Seiten des Leibes tref- fenden Theilen mit eisernen Ringen versehen ist. Hierauf wird der betreffende Hinterfuſs am Fessel oder am
Schienbein, je nach dem Sitz des Leidens, mit einem
Fesselriemen oder mit der Schleiſe des Beigurts beklei- det, dann das andere Ende des Beigurts oder des Stricks durch den Ring an derselben Seite des Leibgurts ge- führt, und nun der Hinterschenkel mittelst des Strickes gegen den Letzteren herangezogen und festgebunden, so daſs der Huf etwa 1 bis 45EA Fufs hoch über dem Boden schwebend erhalten wird.— Auf eine zweite Art bindet man einen Hinierfuſs aus, 8 eu Zuerst die Schweifhaare so aufgebunden werden, dafs sie eine Schleife bilden. An den Fessel eines Hinterfuſses legt man einen Fesselriemen, in dessen Ring ein Strick ge- schleift ist, hebt den Fufs in die Höhe, zieht das freie Ende des Strickes durch die von Schweifhaaren gebil- dete Oehse, und befestiget dasselbe mit einem aufzieh- baren Knoten. 2* nollul 1914 1 518) Haststelian eines pferdes an die Wand. Un das Ausweichen eines Pferdes nach einer Seite zu hindern, sucht man dasselbe mit der zur Operation nicht besämmten Seite des Körpers an eine Wand festzustel- len. Zu diesem Zwecke müssen an der betreffenden Wand drei eiserne Binge gut befestiget sein, und zwar einer unmittelbar vor der Brust, ein zweiter etwa 1 weit hinter den Dickbeinen, und der dritte in der Ge- gend, wo der Kopf des Thieres gegen die Wand zu stehen kommt. Mau- stellt nun zuerst das mit einer fe- sten Halfter bekleidete Thier so gegen die Wand, wie angegeben, befestiget den Kopf an den betreffenden Ring, bindet dann in den vor der Brust beſindlichen Ring das eine Ende eines Beigurtes, oder eines gegen 12 langen und 1“ dicken Strickes, führt dann Letztere über die nach auſsen gekehrte Schulter, über den Leib und den Oberschenkel, und durch den hiuter dem Tbiere in der Wand befindlichen Ring, zieht das Seil stramm an, und belestiget es mit einer leicht aufziehbaren Schleife.— Man kaun auch den zu diesem Zwecke gebrauchten Beigurt oder Strick au seinem vordern Ende, mit einem starken eisernen Haken versehen, wodurch sowohl des- sen Befestigung wie auch die Ablösung an dem Ringe sehr erleichtert wird. Diese Art, die Pferde festzustel- 4*
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