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Julii Casserii, Placentini, und Danielis Bucretii Anatomische Tafeln, zusamt deroselben höchstnöthigen Erklärung
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Von den Beinen der Hirnſchale insgemein/ und deren Naaten. 21

Tab. V. Fig. 2. III. Tab. VI. Fig. 7. M M. das vierte/ Tab. V. Fig. 2. V. das funff⸗ te/ Tab. V. Fig. 1. VV.

Die Commune oder gemeine faſt unkenntliche Naͤaͤte ſind drey/ oder viere/ die I. ſphenoidalis, umgibt das ganze Keil⸗foͤrmige Bein(os ſphenoides) von welchen ſie mit einem Queerſtriche das Hinder⸗Haupt⸗Bein unterſcheidet/ gehet zu der Hoͤle der Schlaͤffe/ von dan⸗ nen abwarts zu denen letzten Zaͤhnen/ und ſo ferner zu denen naͤchſten Theilen des

Gaumens/ dannenhero ſie weiter den Un⸗ terſcheid des Keil⸗Gebeins von den

Stirn und felſichten Beinen machet. Die II. transverfalis, uͤberzwerche/ gehet von denen Hoͤlen der beyden Schlaͤffe zu denen Augen biß ins Mittel der Naſe/ nemlich von dem einen kleinen Augenwin⸗ ckel durch das unterſte der Augenleiſe und Wurtzel der Naſe in des andern Auges ebenfalls kleinen Winckel/ und theilet den obern Kienbacken von der Stirn. Die III. ſondert von dem Stirn Beine und anliegenden das Sieb⸗foͤrmige/ wel⸗ ches ſie ringsum beziehet/ dahero ethmoi- dalis genennt wird. Dieſen dreyen ſetzen einige die IV. noch hinzu/ ſo gantz in dem Jochbeine enthalten iſt/ dahero zygoma- tica heiſſet. Unſer Author ſetzet zwar auch vier paar gemeine Naate/ das erſte/ Tab. III. 11. Das andere/ Tab. III. 22. das dritte/ Tab. III. 3 3. das vierte/ Tab. III. 44. alleine die drey erſten paar ma⸗ chen zuſammen unſere transverſal oder uͤberzwerche/ und das vierte die Joch⸗ Naat. Wenn nun uber oberzehlte insge⸗ mein mehrere Naͤhte von denen Anaromi⸗-

ſten angegeben werden/ ſo iſt zu wiſſen/ daß ſolche entweder ſind Verlaͤngerungen

derer obigen/ oder nur ſchlechte Striche/ harmonia, linea.

Die Vielheit der Beine der Hirnſchale und deren beruͤhrte Naat⸗ Verbindung ſcheinet den Nutz zu ha⸗ ben/ daß ſo wohl die Hirnſchale durchs Wachsthum bequemer erweitert/ als auch Oeffnung zu Aufnehmung und Durch⸗ gang vieler Zaſeꝛn des harten Hirn⸗Haͤut⸗ gens und anderer Blut⸗Gefaͤße/ und Gemeinſchafft der inwendigen mit denen

auſſerhalb der Hirnſchale gelegenen Thei⸗

len geſtifftet werden/ ferner/ bey gewaltſa⸗ men Anſtoſſen/ Ritz und Bruͤchen der Hirnſchale nicht weiter als dahin fort ge⸗ hen koͤnnen: Das vornehmſte aber faſt iſt/ damit in der Geburt die Frucht durch die Enge/ der umſtehenden Beinen halber nicht ſonderlich nachlaſſende/ we⸗ gen der Geburts Glieder der Mutter/ leich⸗ ter durchkomme/ wenn gleichſam durch naͤhern Antritt oder In⸗ und Übereinan⸗ derſchiebung ſolcher ſonderlich mit denen wahren Naͤaͤten/ wiewohl dieſelbe zu ſol⸗ cher Zeit mehr ſchuppenweis/ gefuͤgten Beine/ das Haupt kleiner laͤnglicht und ſchmaler wird/ und ſich auch nach Be⸗ ſchaffenheit des Ganges ſonſten beſſer an⸗ ſchicken oder bequemen kan; welches die Wehe⸗Mutter gar wohl wiſſen/ die da⸗ hero nach der Geburt die Haͤupter der Kinder/ wenn ſie ſonderlich bey ſchwerer

Geburt viel erlitten haben/ mit ſanfftem

druͤcken und geſchickten binden von allen Seiten zur natuͤrlichen Figur wieder verhelffen,

C3 n. Buche

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