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Julii Casserii, Placentini, und Danielis Bucretii Anatomische Tafeln, zusamt deroselben höchstnöthigen Erklärung
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Von denen Beinen. 17

unnd in dem Zwiſchen⸗Raume des dicken

Schenckel⸗Beins und der Huͤfft⸗Pfanne/ welche heiſſen die knorpeliche Baͤnder. Die andere Zuſammenfuͤgung iſt zu ſehen in denen ſpannaderigten Banden der Leber/ Blaſe/ Mutter/ und denen ringfoͤrmigen/ ſo die Sennen derer Muſceln an Haͤnd und

Fuͤſſen rings umfaſſen/ auch in denen/ welche

die kleine und groſſe Arm⸗und Beinſchie⸗ nen zuſammen halten.

Aller dieſer ihre Figur iſt zwar man⸗ cherley breit und ſchmal/ flach oder rund/ lang und kurtz/ und dergleichen/ vornem⸗ lich aber an denen/ ſo zur Bewegung helf⸗ fen/ damit ſolche jetzt groͤſſer und ſtaͤrcker/ dann aber kleiner und ſchwaͤcher ſeyn moͤge/ es faͤllet vor/ daß ſie duͤnne/ ſchmeidig und ſchlaff/ andere dicke/ enge und feſte/ einige einfach und eintzeln/ deren keine dearticu- latio ermangelt/ andere aber zweyfach ſeyn/ nemlich die runden/ und welche von der Spitze des Haupts eines Knochens in den tieffſten Theil der Hoͤle des andern einge⸗ ſetzt werden; die ſtaͤrckſten ſind/ ſo inwendig zwiſchen denen Knochen liegen/ dichter aber und rund ſind die knorplichte/ duͤnne und haͤutigt diejenige/ womit die Beine bedeckt werden; in denen ſtarcken Gelencken find ſie ablang rund. Woraus nachfolgendes wil geſchloſſen werden: welche Gelencke ein ſchlaffes weitlaͤuffiges und duͤnnes Liga⸗ menrt haben/ ſind von einer hurtigen Be⸗ wegung/ als das Achſel⸗Gelencke iſt/ die aber enge/ genaue und dicke Ligamenta ha⸗ ben/ als der Ellenbogen/ ſind nicht ſo fertig; dergleichen welche eines haben/ nemlich ein kreißrundes/ werden leichter bewegt/ als die ein doppeltes beſitzen/ dahero die Bewegung der Achſel leichter iſt als des dicken Schen⸗

ckels. Solcher Bewegung halber ſind die Li-

gamenta oder ſpannaderige Baͤnder/ wel⸗ che die Beine zuſammenbinden/ ohne Em⸗ pfindlichkeit/ ſonſten ſie ſtaͤts Schmertzen geben wuͤrden. Einige aber ſollen von dem Bein⸗Haͤutgen oder perioſteo herkommen/ dahero haͤutigt ſeyn/ und etwas Gefuͤhle haben/ gleichwie auch andere haͤutigte/ ſo Leber/ Blaſe/ Mutter ꝛc. an die benach⸗ barte Theile feſte machen/ empfindlich ſeyn. Ebenfals hat auch die Natur geordnet zum Behuff der Bewegung/ daß die Ligamenta, welche die eingelenckte Beine verbinden/ von dem Marck⸗Oele und einer ſchleime⸗ richten Feuchtigkeit/ wovon bey denen Knochen erwehnet worden/ moͤchten ange⸗ feuchtet/ folglich gediegen/ ſchmeidig/ be⸗ weglich/ und von der Zerreiſſung befreyet erhalten werden/ ſonſten ſie trocken/ ſtarr/ und dahero faſt unbeweglich und eher zer⸗ reißlich ſeyn duͤrfften: Und weil deren einige dem Beine unweit von ſeinen Enden ſo an⸗ ſitzen/ daß ſie in der Mitte des Knochens/ wo ſie ferner auffliegen/ noch Lufft haben und abgeſondert ſeyn/ alſo daß ſie in aller Bewegung des Gelencks nicht alleine ge⸗ beugt und außgedehnet/ ſondern auch vor und hinter ſich uͤber dem Beine gezogen wer⸗ den/ damit nun ſolches ohne Hindernuͤs und mit einer Hurtigkeit geſchehe/ waͤre darzu die ſchlipfrichmachende Materie erforder⸗ lich/ welche denen Ligamenten doch nicht zugleich die Nahrung gibt/ denn ſolche von den haar⸗kleinen Puls⸗Adern herzugefuͤh⸗ ret wird. b

Iſt demnach aus allem dieſem Vorbrin⸗ gen abzunehmen/ daß insgemein die Liga- menta verbinden wie mit einem Stri⸗ cke die Theile des Leibes/ vornehmlich die Knochen/ welche alle ſie vereinigen und zu⸗ ſammen halten/ damit ſie nicht von ihrem natuͤrlichen Orte db weſchen⸗ ins beſbnder⸗

aber