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Julii Casserii, Placentini, und Danielis Bucretii Anatomische Tafeln, zusamt deroselben höchstnöthigen Erklärung
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16 Das II. bequaͤme. Wiewohl auch bey dieſer Weich⸗ ligkeit ein ziemlicher Unterſcheid iſt/ ſo daß einige wegen ihrer Weiche und Breite ge⸗ nant werden haͤutigte/ zum Exempel die⸗ net/ welches das Gelencke des Achſel⸗Bei⸗ nes umfaſſet/ andere wegen ihrer Haͤrte knorpelicht/ das jenige ſo von dem Haupte des dicken Schenckel⸗Beins/ in die Pfanne des Huͤfft⸗Knochens gehet/ andere Ner- vos wegen ihrer Runde/ daß ſie alſo mit

ſolchen Theilen/ davon ſie den Nahmen

fuͤhren einige Gleichheit haben. Was ihren Urſprung betrifft/ denſelben haben einige/ erſtlich von denen Beinen/ und werden eingepflantzet/ 1. wieder in das Bein/ und befeſtigen ent⸗ weder die Gelencke/ oder zwey Knochen mit einander ohne Gelencke/ oder die Sen⸗ nen; 2. in den Knorpel/ wie an dem Knie geſchicht; 3. in die Haͤupter de⸗ rer Muſceln vieler Orthen/ einige auch in andere Theile. Andere entſpringen von denen Knorpeln/ und werden wieder in die Knorpel eingepflantzet/ wie an der Lufft⸗Roͤhre zu ſehen/ oder in die Haͤup⸗ ter derer Muſceln/ wie an der Lufft⸗Roͤh⸗ re Haͤuptgen. Drittens von denen mem-

branen oder Haͤutgen/ deren zwar wenige ſeynd: wobey aber Aquapendens, von dem Muſcel⸗Gebaͤu in dem erſten Theil be⸗

hauptet/ daß das ligament, welches von den Knochen in den Muſcel gehet/ ſey ein tendo oder Senne/ wegen Ubereinkom⸗ mung der Subſtantz/ mit dem rendinoſen Ende ſolcher Muſceln/ und weil es ſeine continuation in den Muſcel habe. Denn

wenns wahr waͤre/ daß ein Ligament in fu das Haupt eines Muſcels gehe/ koͤnte kein ander Ligament verſtanden werden/ als welches das Gelencke zuſammen bindet/ mit welchen aber die meiſten/ ja wohl alle

Buch/

Muſceln keine Gemeinſchafft haben/ weil ſie gar einen unkraͤfftigen Urſprung ſolchem nach haͤtten/ wenn ſothane Ligamente de⸗ rer Muſceln/ von denen der Gelencke her⸗ kaͤmen/ als auch die Ligamente derer Gelencke/ wuͤrden gar ſchwach und gar nicht genau das Gelencke verbinden koͤn⸗ nen/ weil ſie ohne Unterlaß von denen ſich bewegenden Muſceln ausgeſpannet/ und aus einander gezogen wuͤrden. Anderer vielen Urſachen zugeſchweigen/ womit an⸗ gezogener Autor beweiſet/ daß ein Liga⸗ ment in den Muſcel nicht gehe/ noch in eines Muſcels conſtitution mit einlauffe.

Die Ligamenta haͤngen die Theile des Leibes zuſammen auff zweyerley Art/ ſo wohl daß ſie koͤnnen bequem und leicht bewegt werden/ und nicht aus ihrem Ge⸗ lencke und Lager ausfallen/ als auch daß

ſie ohne ſonderliche merckliche Bewegung

alleine in ihren Orten beybehalten wuͤrden. Die erſtere Zuſammenfuͤgung/ iſt allen Gelencken gemeinſchafftlich/ und zwar 1. umgeben ſolche das gantze Gelencke in dem Umkreiß wo ſonſten nichts hintert/ gleich⸗ wie an dem Knie/ da wegen der Scheibe das gantze Gelencke nicht kan umfaſſet wer⸗ den/ und ſolche ſind an die Knochen ſelb⸗ ſten/ ſo das Gelencke machen/ oder denen Lipven der Hoͤlen und Umfang der Haͤup⸗ ter/ oder den/ zwiſchen dem Gelencke be⸗ findlichen Knorpel angewachſen: wenn auch viel Geloncke zuſammen kommen/ werden ſie aͤuſſerlich mit mehrern Baͤn⸗ dern umzogen. 2. Oder ſie ſind einigen Theil/ ſo einen feſten Halt und Verknuͤpf⸗

fung erfordern/ zugeleget/ deren einige ſchief und uͤberzwerch von einem Bein zum andern gehen/ andere aber kommen zwi⸗ ſchen denen Gelencken zuſtehen/ zum Exempel/ zwiſchen den Gewerb⸗Beinen 3 b un