3 Das II. und ungleich/ iſt zu feſterer Anhaͤngung des Wein⸗Hautgens und theils lange Fur⸗ chen/ theils meiſtens kleine Gruͤbgen von mancherley Figur und Groͤſſe/ zu Ver⸗ groͤſſerung der Flaͤche/ und die Sennen der Muiculen einzunehmen hat/ zu der inwen⸗ digen viel glaͤttern Flaͤche/ und von dieſer beſchloſſenen Hoͤlen. Es ſind aber die Hoͤlen zweyerley/ andere ſind groß/ eintzeln in denen Beinen wo ſie anzutreffen/ als in den Ober⸗Arm und groſſen Schen⸗ ckel⸗Bein/ Arm und Beinen/ groß und kleinen Schienen/ vor und hintern Fuß/ und Hand⸗Knochen ꝛc. andere ſind klei⸗ ne Kaͤmmergen/ gar zahlreich/ und machen den ſchwammichten Theil derer Beine. Die groſſe Hoͤle iſt wieder gethei⸗ let/ denn wo ſie denen beyden Enden nahe iſt/ wird ſie offte von einigen beinichten Za⸗ ſern oder Faden/ von denen mittlern Taf⸗ feln hervorkommende/ in Geſtalt der Ne⸗ tze oder Gegitter in einander gewircket/ ein⸗ genommen/ nach welchen bißweilen wie⸗ derum eine groͤſſere Hoͤle kommt/ ehe und wie ſonſten offters ohne dieſer Hoͤle Ver⸗ ſtand zugeſchehen pflegt/ ſo gleich drauff die loͤcherichten Theiſe oder vielmehr die kleine unterſchiedene Hoͤlgen folgen. In dem obern Theil des Beines dienet ſolche netzfoͤrmige und hoͤlerige Textur, die ziem⸗ liche Schwere des Marcks auff und em⸗ por zuhalten/ damit das untere nicht von ihme beſchweret und gedrucket werde/ in dem untern Theil aber/ bewahrt ſie das in ihren Hoͤlgen und Netze verſchloſſene Marck von dem preſſen des obern.
Die kleine Hoͤlen oder Kaͤmmergen wie das Honig⸗Gewirck der Bienen ſind in allen Beinen/ auch derer/ ſo groſſe Hoͤlen haben/ ihren beyden Enden zu finden/ alleine
ohne andere Hoͤlgen in denen Gewerb⸗und
Buch/ Schluͤſſelbeinen/ Rippen/ ungenante Bei⸗ ne ꝛc. deren wieder dreyerley Arten ſind/ ſchlechte und einfach unterſchieden/ ſo denn aus zwey biß drey ſolchen in eins durchbro⸗ chene/ letzlich vergitterte. Solche kleine Hoͤlgen haben Gemeinſchafft miteinander durch Gaͤnge/ durch welche die Blut⸗Gefaͤſſe und das Haͤutgen des Marcks in alle Kam⸗ mergen gehen/ von wannen das roͤthliche Marck⸗Hel ſich mit allen Theilen der bei⸗ nichten Subſtantz/ ſie von der Truckenheit — Zerbrechlichkeit zu bewahren/ einmi⸗ het. Die groſſe Hoͤle aber/ derer Beine iſt geordnet/ ſo wohl ſelbige zu einer ſtarcken Bewegung leichter zu machen/ als auch viel roͤthlich⸗weiſſes Marck zu faſſen/ um daß mit deme als mit einer duͤnnen oͤlichten Schmiere die ſonſt trockene Knochen zu Abwehrung des Brechens und Spaltens befeuchtet/ weich und zehe wuͤrden/ welches auf ſolche Art geſchiehet: Das Marck⸗ Oel aus der groſſen Cavitaͤt dringet in die Quer⸗Loͤcher der erſten innern Taffel/ und weil die Pori der andern Taffel nicht auf dieſe der erſten richtig paſſen/ ergieſſet ſichs in die zwiſchen der erſten und andern Taffel der Lange nach abgehende Poros, in denen es fortgehet biß es in der andern Taffel dit Quer⸗Loͤcher findet/ durch welche es aber⸗ mahl in die zwiſchen der andern und dritten Taffel befindliche poros longitudinales, und auf ſolche Art nach und nach fortge⸗ bracht wird biß in die aͤuſſere Taffel. Wo aber einige Taffeln voneinander etwas wei⸗ ter abſtehen und Zwiſchen⸗Raͤume machen/ worinne Marck⸗Druͤſen glandulæ medul- lares liegen/ genieſſen ſie aus dieſen unmit⸗ telbar des Marcks Wolthat. Nun hat man noch wahrzunehmen/ daß
das gantze Marck beſtehe aus Blut⸗
Gefaſ⸗


