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Anleitung für Landleute zu einer vernünftigen Gesundheitspflege worinn gelehret wird wie man die gewöhnlichsten Krankheiten durch wenig und sichere Mittel hauptsächlich aber durch ein gutes Verhalten verhüten und heilen kann : Ein Hausbuch für Landgeistliche, - Wundärzte und verständige Hauswirthe zumal in Gegenden wo keine Aertze sind / Dr. Heinrich Felix Paulitzky Gräflich-Leiningischen Landphysikus der Grafschaft Guntersblum [et]c.
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des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 31

iſt; die Speiſen werden durch die Fieberhitze, und von den faͤulich galligen und ſchleimigen Unreinigkeiten, die ſich waͤhrend der Krankheit im Magen abſetzen, geſchwin⸗ der verdorben, ehe ſie in Nahrungsſaft koͤnnen verwandelt werden. Daher werden die Kranken ſichtbarlich ſchlechter, wenn ſie gegeſſen haben, ſie bekommen Bangigkeit, Magendruͤcken, Ekel und Erbrechen; das Fieber und die Zufaͤlle deſſelben werden ſtaͤrker und natuͤrlicher Weiſe gehen die Kraͤfte um ſo mehr verlohren, je mehr die Krankheit zunimmt. Auch in langwierigen Krankheiten wird oft und viel gegen die Regeln einer guten Diaͤt geſuͤndiget. Dergleichen Kranke eſſen gemeiniglich mit den Geſunden, und alles, was auf den Tiſch kommt, ohne daran zu denken, ob ſie es vertragen koͤnnen. Die meiſten langwierigen Krank⸗ heiten entſtehen aus Diaͤtfehlern; ſollen ſie geheilt werden, ſo muß man dieſe vermeiden. Die Vernachlaͤßigung einer guten Auswahl der Nahrungsmittel iſt oft einzig und gllein die Urſache der Hartnaͤckigkeiten dieſer Krankheiten⸗

§. 27.

Her Mißbrauch wirkſamer Heilmittel⸗

Ohngeachtet die mehrſten Krankheiten von unter⸗ druͤckter Ausduͤnſtung oder von Unreinigkeiten in dem Magen und den Gedaͤrmen herruͤhren, ſo folgt doch nicht, daß man ſie alle durch Schwitzen, durch Erbrechen oder Purgieren heilen koͤnne. Indeſſen iſt der gemeine Mann faſt durchgaͤngig dieſer irrigen Meynung, und er braucht daher ſehr haͤufig, wenn er von einer Krankheit befallen wird, hitzige, ſchweißtreibende, oder brechenmachende und Purgiermittel. Manchmal triffts von ohngefaͤhr zu, daß ſie ihm helfen; aber ſehr oft ſchaden ſie ihm auch uner⸗ ſetzlich piel.

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