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Anleitung für Landleute zu einer vernünftigen Gesundheitspflege worinn gelehret wird wie man die gewöhnlichsten Krankheiten durch wenig und sichere Mittel hauptsächlich aber durch ein gutes Verhalten verhüten und heilen kann : Ein Hausbuch für Landgeistliche, - Wundärzte und verständige Hauswirthe zumal in Gegenden wo keine Aertze sind / Dr. Heinrich Felix Paulitzky Gräflich-Leiningischen Landphysikus der Grafschaft Guntersblum [et]c.
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30 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten

allein ſchon im Stande, bey einem geſunden Menſchen hitzige Fieber und Entzuͤndungen hervorzubringen. Ein ſolcher iſt oft nicht vermoͤgend, nur eine kurze Zeit in einem ſo verdorbenen Dunſtkreis auszuhalten; um ſo mehr muͤſſen die Kranken darinnen leiden. Sie bekommen ſtaͤrkeres Fieber, mehr Durſt und Hitze, Schlafloßigkeit, Phantaſien, ſie werden aͤngſtlich, niedergeſchlagen und empfindlich, der Schweiß wird heftig und zur Unzeit getrieben, es entſtehen mancherley Ausſchlaͤge, Frieſel und Flecken entzuͤndliche Stockungen, Fluͤſſe u. dergl. Zufaͤlle, die oftmals den Kranken toͤdten, der ſonſten die Hauptkrankheit gluͤcklich wuͤrde uͤberſtanden haben.

§. 2 65. 8 Ueble Diät, ſchädliche Syeiſen:

Der gemeine Mann beurtheilt die Beduͤrfniſſe ſeiner Kranken nach denjenigen, die ſie hatten, da ſie noch geſund waren. Er kann nicht begreifen, daß ſie mehrere Tage ohne Nahrungsmittel leben, und ihre Kraͤfte behalten koͤnnten. Daher werden ſie oft in hitzigen Krankheiten wider ihren Willen genoͤthiget, Speiſen zu genießen, die ihnen ſchlechterdings nicht dienlich ſeyn koͤnnen. Es iſt ein großer ſehr gemheinſchaͤdlicher Irrthum, daß man die Kranken durch kraͤftige Nahrungsmittel, ſtarke Fleiſch⸗ bruͤhen, Gallerte, Kraftbruͤhen, Wein⸗ und Bierſuppen, Rahmſuppen, durch Bier und Wein, c. zu ſtärken ver⸗ meynet. Krankheit damit verſtaͤrket. Dieſe Dinge, die zum Theil ſchwer zu verdauen ſind, und leicht verderben, ſind in allen Fiebern ſchaͤdlich, und zwar um ſo mehr, je hitziger ſie ſind. Da fordert die Natur keine Nahrung, und die Kranken haben gewoͤhnlich keine Eßluſt. Die Verdauungs⸗ kraft iſt allemal um deſto geringer, je ſchwerer die Krankheit iſt;

Man ſchwaͤcht ſie vielmehr, indem man ihre

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