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Anleitung für Landleute zu einer vernünftigen Gesundheitspflege worinn gelehret wird wie man die gewöhnlichsten Krankheiten durch wenig und sichere Mittel hauptsächlich aber durch ein gutes Verhalten verhüten und heilen kann : Ein Hausbuch für Landgeistliche, - Wundärzte und verständige Hauswirthe zumal in Gegenden wo keine Aertze sind / Dr. Heinrich Felix Paulitzky Gräflich-Leiningischen Landphysikus der Grafschaft Guntersblum [et]c.
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des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 29

fauligen Krankheiten ſehr bald verdorben wird, und dann zur Verſchlimmerung der Krankheit Gelegenheit giebt. Es iſt noch uͤbler, wenn die Kranken in der Wohnſtube liegen. Da wird die Luft durch die gehaͤuften Duͤnſte von Geſunden und Kranken, und ſo manchen andern Dingen noch geſchwinder verdorben. Sie werden durch das Geraͤuſche und die Geſchaͤfte der Anweſenden, ihre Geſpraͤche u. dergl. beunruhiget. Allch den Geſunden muß es nachtheilig ſeyn, wenn ſie die ſchaͤdlichen, von einem Kranken ausduͤnſtenden Theilchen beſtaͤndig mit dem Athem einziehen, und gleichſam durch jedes Schweißloch einſaugen. Dieſes iſt der gewoͤhnlichſte Weg, durch welchen ſich die Krankheiten fortpflanzen; und wenn ſchon die uͤblen Folgen von jenen Ausduͤnſtungen nicht allemal merklich oder ſo ſchlimm ſind, ſo darf man ſie deswegen doch gar nicht gering ſchaͤtzen. Es iſt Leichtſinn, wenn man einer Gefahr um deswillen nicht ausweichen will, weil ſie geringe ſcheint; denn oft kann ſie groͤßer ſeyn, als man gedacht hatte⸗

§. 2. Zu warmes Verhalten in hitzigen Krankheiten.

Je allgemeiner das Vorurtheil iſt, daß man ins⸗ beſondere die Kindbetterinnen, Fieberpatienten, und dieje⸗ nigen, welche Ausſchlaͤge, Katarrhe und Fluͤſſe haben, ſehr warm halten muͤſſe, deſto verderblicher iſt es. Man erſtickt ſolche Kranke beynahe in dicken Betten, man macht die Stuben zur Winterszeit unertraͤglich heiß, und ver⸗ hindert mit verdoppelter Sorgfalt, daß keine friſche Luft eindringe. Nichts kann ſchaͤdlicher ſeyn, als dieſes. Die unmaͤßige Hitze iſt ſchon an und fuͤr ſich nachtheilig, und auch deswegen, weil ſie die Verderbniß und Verun⸗ veinigung der Luft beſchleuniget. Beide Urſachen ſind

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