22 Arſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten
§. 17. Vom ſchlechten Waſſer.
Friſches Waſſer iſt fuͤr die Menſchen, ſo wie fuͤr alle Thiere, das natuͤrlichſte Getraͤnke, und dasjenige iſt am geſundeſten, welches rein und klar iſt, und weder Geruch noch Geſchmack hat. Das Quellwaſſer iſt unter allen am beſten, aber in manchen Gegenden hat man keins; ſondern man muß ſich mit ſchlechtem unreinem Waſſer aus ſtehenden Brunnen, oder auch mit Flußwaſſer behelfen. Davon koͤnnen denn ma ncher! ey Krankheit ten, beſonders bey Kindern und ſchwaͤcht ichen Leuten, herruͤhren. Man muß dergleichen Brunnen jaͤhrlich wehigſtens einmal aus⸗ ſchoͤpfen und von dem Schlamm reinigen, der ſich darinn anſammlet, Auch ſchadet es nicht, wenn man zugleich ein wenig Salz hineinwirft.
Sonſt gibts noch manche Verbeſſerungsmittel des ſchlechten Waſſers. Wenn es truͤbe iſt, ſo muß man
ſichs ſetzen laſſen, bis es durchgehends reine wird. Sollt'
aber das nicht geſchehen, ſo gießt man es in ein bis zur Haͤlfte mit feinem und reinem Sand angefuͤlltes Gefaͤß, und ruͤhret es ſtark darinnen um. Wenn ſich der Sand dann wieder zu Boden ſetzt, ſo zieht er alle unreinigkeiten des Waſſers an ſich. Noch beſſer iſts, wenn man zwey hohe Gefaͤße uͤber einander ſtellt, von welchen das oberſte an ſeinem Boden eine Oeffnung hat, und halb mit Sand angefuͤllet iſt. Darein gießt man das? Waſſer, ſo wird es ſich durch den Sand laͤutern und helle in das untere Gefaͤß abfließen.
Faules Waſſer kann man dadurch reinigen und trink⸗ bar, wenigſtens der Geſundheit zutraͤglicher machen, wenn man ein wenig reine Thonerde darin verbreitet, und es dann eine Zeitlang ſtehen laͤßt, bis ſich der Thon alle aögeſetzt hat, oder wenn man es aufkocht, hernach durch Sand
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