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des Landvolks und ihrer Verſchlimmerung. 15
groͤßere Menge. Gegen den Herbſt empfinden die Land⸗ leute zuweilen nach dem Genuß des Brods aus neuem
Getreide, vorzuͤglich wenn es voll von eingeſchrumpften
Koͤrnern oder ſtark mit den ſchwarzen Kornzapfen(Mutter⸗ korn) vermiſcht iſt— ein Kriebeln in den Spitzen der Finger und Zehen oder unter der ganzen Haut des Koͤrpers, worauf ein Recken, oft auch Schmerzen in dieſen oder jenen Theilen folgen. Die Kranken werden ſehr gefraͤßig, ſchwachſinnig, oft bekommen ſie Zuckungen. Man nennt dieſen Zuſtand die Kriebelkrankheit. Sie kommt lediglich vom fruͤhen Genuß des neuen Korns her, welches bey fortwaͤhrender Naͤſſe erwachſen, nicht gehoͤrig reif gewor⸗ den, lange in der Naͤſſe gelegen und ausgewachſen iſt. Daher bleiben die Einwohner der Staͤdte gewoͤhnlich frey davon, weil ſie die friſche Frucht ſelten ſo fruͤhe, oder doch allemal viele andere Speiſen nebenher genießen. Selbſt den Thieren iſt das neue Korn ſchaͤdlich, wenn es gar zu fruͤhe verfüttert wird: um ſo weniger kann es den Menſchen dienlich ſeyn, zumal wenn noch vieles Mutterkorn darunter gemiſcht iſt. Man ſollte das Getreide üͤberhaupt nicht eher brauchen als einige Monate nach der Erndte. §6. 12.
Kartoffeln, Erdäpfel, Platterbſen.
Ein großer Theil des gemeinen Mannes näͤhrt ſich
heut zu Tage faſt lediglich von Kartoffeln, oder Grund⸗
„birnen, die gleichwohl keine ſo gute und unſchaͤdliche Speiſe ſind, wie die Gemuͤſe und Getreidefruͤchte. Sie ſind ſchwer zu verdauen, und geben wenig Nahrung und dicke ſchleimige Saͤfte. Dieſes Urtheil trift vornehmlich diejenige Gattung, die weiße runde Knollen hat, die ſo an feuchten Orten wachſen, daher waͤſſerig ſind, und leicht
ſaulen,— die rothgeſprenkelten Kartoffeln, die wegen ihres


