Urſachen der gewoͤhnlichen Krankheiten §. 3.
Nachtheilige Folgen der plö tzlichen Abkühlung bey erhitztem Leibe.
Man duͤrfte ſich vor den ſchaͤdlichen Folgen der Hitze weniger fuͤrchten, wenn ſie nicht zu Verkaͤltungen Gele— genheit gaͤbe. Die zu geſchwinde Abkuͤhlung bey erhitztem und ſchwitzendem Leibe— ein kalter Trunk, ein kuͤhler Abend, ein friſcher Regen, ein Gewitterſturm, kann die gefaͤhrlichſten Krankheiten und den Tod nach ſich ziehen. Und von dieſer Urſache kommen mehr Krankheiten unter dem gemeinen Volke her, als von irgend einer andern. Es iſt ſehr unvorſichtig, wenn man Erhitzung kaltes Waſſer ꝛc. trinket, oder an einen kuͤhlen Ort ſich hinlegt um auszuruhen, und des Abends, wenn man nach Hauſe geht, die Kleider, die man waͤhrend der Arbeit abgelegt hatte, nicht wieder anziehet. Man duͤnſtet ſtark aus, wenn man erhitzt iſt, und dieſes ſchadet nicht, wenn nur die Ausduͤnſtung und der Schweiß nicht uͤber⸗ maͤßig iſt, und wenn die Haut nicht im Schweiße auf einmal der Kaͤlte oder der Naͤſſe und Kälte zugleich aus⸗ geſetzt wird. Wenn man ſich aber geſchwind und ſtark abkuͤhlet, ſo wird die Ausduͤnſtung auf einmal unterbrochen, die Feuchtigkeit, welche wegduͤnſten ſollte, ſetzt ſich auf die inneren Theile und verurſacht gefaͤhrliche Krankheiten, Hals: und Bruſtentzuͤndungen, Seitenſtechen, Beſchwer⸗ den im Athemholen, Koliken, Durchfaͤlle, Entzuͤndungen der Leber und der uͤbrigen Eingeweide des Unterleibes:
Die Erkaͤltung des Abends oder des Nachts nach warmen 4
Tagen und nach harter Arbeit iſt die gewoͤhnlichſte Urſache der Ruhr. Man ſieht daher, wie ſehr man Urſache hat, ſich vor jeder
men. Man trinke niemals etwas Kaltes in die Hitze, am wenigſten mit ſtarken Zuͤgen.
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