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Fragmente einer griechischen Übersetzung des samaritanischen Pentateuchs. / von Paul Glaue und Alfred Rahlfs
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62 Paul Glaue und Alfred Rahlfs,[198]1

ritanischen Targum, mit dem sie, wie schon Castellus in der Londoner Polyglotte bemerkt hatte, meistens übereinstimmen; über ihren Ubersetzer äußert sich Field nicht.

üÜber Castellus und Field hinausgehend hat Samuel Kohn in seinem AufsatzSamareitikon und Septuaginta in der Monats- schrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums 38(1894), 1 7. 49 67 ¹) namentlich mit Hülfe der neuen Ausgabe des sam. Targums von Petermann und Vollers gezeigt, daß das Labsttix⁶y nicht nur an den meisten, sondern an so gut wie allen Stellen mit dem sam. Targum übereinstimmt. Zugleich hat Kohn es sehr wahr- scheinlich gemacht, daß die Lopaeicνν-Lesarten aus einer voll- ständigen griechischen Übersetzung des samaritanischen Pentateuchs (nach Kohns Ansicht genauer: des sam. Targums) stammen.

Die Gießener Fragmente zeigen ähnlich enge Beziehungen zum sam. Targum, wie die Laudeitixéy-Lesarten, und sie gehören zweifel- los zu einer vollständigen UÜbersetzung des samaritanischen Penta- teuchs. Daher darf man, obwohl aus den in den Gießener Frag- menten enthaltenen Abschnitten des Deuteronomium keine Laba- Petcuxöy-Lesart überliefert ist, mit gutem Grund annehmen, daß die LAApettohéy-Lesarten der hexaplarischen Uberlieferung und die Gießener Fragmente zu einer und derselben UÜbersetzung gehören. Ob diese Übersetzung aber geradezu aus dem sam. Targum ge- flossen ist, erscheint nach dem oben unter Nr. 2 Ausgeführten sehr zweifelhaft.

Gegen Field hat Kohn S. 62 ff. auch die erste Kategorie der in der hexaplarischen Überlieferung erhaltenen samaritanischen Lesarten, die meistens längeren Überschüsse des hebräischen Textes der Samaritaner über den hebräischen Text der Juden, aus dem Yapapetttnéy abgeleitet. Nach Kohns Annahme habenhelle- nistische Juden, welche die Septuaginta und das Samareitikon mit einander verglichen, ohne sie auf den Urtext prüfen zu können, diese Uberschüsse nebst manchen anderen La.αꝓetttxνy-Lesarten zur Verbesserung und Vervollständigung der LXX am Rande ver-

manches stecken, was zum Yapßpetttzéy gehört; schon Field hat einige anonyme Lesarten vermutungsweise dem Napaperttzéy zugesprochen(er selbst nennt auf S. LXXXIII Lev. 4 15 7 35 Num. 5 1s 21 11, dazu kommen aber noch Lev. 91 ſs. Field S. 330; vgl. auch oben S. 182, Anm. 1]) und Lev. 137 ls. Field z. St., Anm. 16]); weitere Vermutungen in dieser Richtung findet man bei Abraham Geiger, Nachgelassene Schriften 4, S. 125 f. und in Samuel Kohns gleich genauer zu zitie- rendem AufsatzSamareitikon und Septuaginta S8. 53 ff.

1) Kohn gibt in der Anmerkung zu S. 1 auch die wichtigste ältere Literatur über die Nahapetttréy-Frage an.