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Fragmente einer griechischen Übersetzung des samaritanischen Pentateuchs. / von Paul Glaue und Alfred Rahlfs
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60 Paul Glaue und Alfred Rahlfs,[196]

nicht vergessen, daß die neue Übersetzung keine Rezension der LXX ist, sondern ihr durchaus selbständig gegenübersteht. Wenn z. B. in 25 71 dem êpet der LXX im Fragmente ein stwn entspricht, so darf man das Verhältnis nicht so auffassen, als habe der sama- ritanische Übersetzer spet durch das ihm sympathischere etmh er- setzt; sowohl die LXX, als der Samaritaner brauchen èpet und elwg in demselben Sinne(s. den Kommentar z. St.), und es kann ein bloßer Zufall sein, wenn der Samaritaner hier einmal gegen die LXX den Konj. Aor. setzt, während er an anderen Stellen im Konj. Aor.(25s ekln ul) oder im Ind. Fut.(27 22. 28. 25(2IPst, LXX 20501v) mit der LXX übereinstimmt. Behält man dies im Auge, so wird man zu dem Resultate gelangen, daß die Sprache des sama- ritanischen Übersetzers nur in dem zweimal vorkommenden obx c. conj. aor. als Ausdruck des Verbots(24 11 05X SySNIGO, 275 05 rAeve,s) und in swsxaε statt tye!ãto 24 1 unter dem Niveau der LXX bleibt. Dabei ist aber auf zvexnpt&εον nicht einmal sicherer Verlaß, denn diese im Neugriechischen durchgedrungene Form findet sich, wie im Kommentar gezeigt, auch in gewissen LXX- Hss., könnte also auch in unserer Hs. der samaritanischen Über- setzung für ursprüngliches yey*⁴⁸ eingetreten sein. Somit bleibt eigentlich nur das obz c. conj. aor. Aber auch dieses allein ist schon recht bedeutsam, um so bedeutsamer, als der samaritanische Übersetzer kein ungebildeter Mann ist, sondern sich deutlich be- müht, ein erträgliches Griechisch zu schreiben, und in den Chiasmen 24 16. 17 sogar ein gewisses Maß rhetorischer Schulung beweist(vgl. oben unter Nr. 4). Man wird also sagen dürfen, daß die Sprache hier etwas jünger ist, als in der Septuaginta.

7) Dies führt uns auf die Zeit der samaritanischen Über- setzung. Sie ist zweifellos jünger, als die LXX-Übersetzung des Pentateuchs, von der sie nach Nr. 3 peeinflußt ist. Andrerseits ist sie wahrscheinlich älter, als Origenes, da sie, wie wir im fol- genden sehen werden, mit dem von Origenes zitierten Lo⁵.αρy identisch sein wird. Zu einer genaueren Zeitbestimmung reichen unsere Hülfsmittel nicht aus. Ebenso läßt sich über den Ort ihrer Entstehung nichts Sicheres sagen. Man denkt unwillkürlich an Agypten, die Heimat der LXX, wo neben den Juden auch Sama- ritaner lebten(Schürer, Geschichte des jüd. Volkes im Zeitalter Jesu Christi III 51 f.), und in Agypten sind ja auch unsere Frag- mente gefunden. Aber die ÜUbersetzung könnte auch in einem an- deren Lande, in welchem Griechisch redende Samaritaner lebten, entstanden und dann nach Agypten importiert sein; hierfür ließe sich der Dorismus oidοροοσ 275 ins Feld führen(s. den Kommentar Z. St.).