Druckschrift 
Fragmente einer griechischen Übersetzung des samaritanischen Pentateuchs. / von Paul Glaue und Alfred Rahlfs
Entstehung
Seite
33
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[169] Fragmente einer griech. Ubersetzung des sam. Pentateuchs. 33

wesen sein, wie der untere Rand. Somit bekommen wir eine Gesamtgröße des Blattes von etwa 25 ½= 17 cm heraus(fast genau dasselbe Format, das dieNachrichten haben, ehe sie vom Buchbinder beschnitten werden). Wenn die Handschrift den ganzen Pentateuch enthielt, muß sie etwa 320 Blätter= 40 Quaternionen stark gewesen sein.

Das Pergament scheint ziemlich fein zu sein, es läßt die Schriftzüge der anderen Seite oft deutlich durchscheinen. Die Linien sind auf der Fleischseite eingeritzt; am besten sind die nur für jede zweite Zeile gezogenen Horizontallinien zu erkennen, z. B. in Deut. 2417 bei den Zeilen τοοm⁵ναννοοο, pAœ obn(hier auch auf der Lichtdrucktafel sehr deutlich),[ipjlattov, aber auch die Vertikallinie am Schluß der Kolumne ist ebenda sichtbar, sie durch- schneidet in xροοσmπνuνοο die linke Hälfte des letzten v. Die Buch- staben stehen teilweise genau auf den Horizontallinien, z. B. x o- Morop, teilweise aber nicht, z. B. das rechts von m νoοꝝτο in der 2. Kolumne stehende co, das von der Linie mitten durchschnitten wird; hieraus erklärt sich, daß die Zeilen der einen Seite gele- gentlich zwischen denen der anderen Seite durchscheinen, z. B. auf P. 192 Vorderseite, linke Hälfte.

Die Schrift zeigt große Ahnlichkeit mit der Schrift der griechisch-koptischen Evangelien-Fragmente Borg. copt. 109(T**), von welchen Franchi de' Cavalieri und Lietzmann, Specimina codi- cum graecorum Vaticanorum(Bonn 1910), Taf. 3 eine Probe geben. Doch unterscheidet sie sich von ihr durch das abnorm große, das uns ähnlich, aber noch ärger übertrieben aus dem Propheten- codexQ(Marchalianus, 6. Jahrh.) bekannt ist, und durch das v, das ebenfalls dem des Marchalianus gleicht ¹), allerdings vereinzelt auch im Borg. copt. 109 vorkommt. Der Borg. copt. 109 wird von Franchi de' Cavalieri und Lietzmann schätzungsweise ins 5./6. Jahrh. gesetzt, und ebendieser Zeit werden auch die Gießener Fragmente angehören(Glaue hält das 5., Rahlfs das 6. Jahrh. für wahrscheinlicher).

An Einzelheiten ist zu bemerken: Der horizontale Strich als Ersatz für y am Schluß der Zeile findet sich in Deut. 2417 11O, 25 7[ε.] εOb, 27 5 dG1AO(zweimal) und G15αρο. Als Zeichen der Diaeresis wird über und o im Silbenanlaut ein etwas nach oben gerundeter Strich gesetzt; die Beispiele finden

1) Eine Probe des Marchalianus findet man z. B. bei Franchi de' Cavalieri und Lietzmann, Taf. 4. Bei der Vergleichung mit dem March. muß man natürlich von der besonderen Stilisierung absehen, welche die Schrift in diesem Codex erfahren hat.