19 Leben
nicht ſtark. Er war arbeitſam, und ſuchte wenig Geſellſchaften, nur zur nothwendigen Erholung, da⸗ bei er am liebſten einen ſeiner engern Freunde, unter welchen auch ich in den lezten Jahren zu ſeyn das Bergnuͤgen hatte, ungemeldet, auf einen Spazier⸗ gang abholte, doch auch manchmahl bei einem Schach⸗ ſpiel, und maͤßigen Glas Wein Unterhaltung fand. Sein Umgang war angenehm, und nach der Hof⸗ Lebensart gebildet, auch mit guten Einfaͤllen unter⸗ miſcht. Er war auch ein guter Menſchenkenner und Beobachter, daher man in dieſem Stuͤck gar vieles von ihm lernen konnte. Doch erinnere ich mich auch, mit ihm manche vergnuͤgte Stunde in bloßer Unter⸗ haltung von Gott, von der Hinfaͤlligkeit aller Dinge, und von der Ewigkeit hingebracht zu haben. In der Religion war er orthodox, und haßte die immer mehr einreiſſende allzu viele Neuerungsſucht und daraus entſtehende Gaͤhrung unter den Theologen, daher er auch, um ſeinen aͤlteſten ihm ſonſt gar lieben Sohn nicht darinn verflochten zu ſehen, demſelben lieber das Studium der Theologie ganz ab⸗ und das der Rechtsgelehrſamkeit, das er jezt mit vielem Eifer be⸗ treibt, anrieth*). Doch war er nichts weniger als uͤbertrieben orthodox oder intolerant, und alles des pietiſtiſchen Amgangs in Halle ohngeacht, ſo ſehr von zu großer Strenge in der Moral entfernt, daß er ſei⸗ nen Kindern dann und wann einem Tanz beizuwoh⸗
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³) So ſagte mir auch, um dieſes hier beilaͤufig zu be⸗ merken, der ſel. Semler, als ich ihn im Jahr 1785 zu Halle beſuchte, daß er ſeinem Sohn nicht
die Gottes⸗ ſondern die Rechtsgelehrſamkeit zu ſtu⸗ diren angerathen habe. Auf meine Frage, wie die⸗
ſes komme? antwortete Semler:„Er ſelbſt habe „zu vielen Verdruß bei der Theologie gehabt.„
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