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Die Landesschule Pforta in ihrer geschichtlichen Entwickelung seit dem Anfange des XIX. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart : Einladungsschrift zur dritten Säcularfeier ihrer Stiftung den 21. Mai 1843 / von C. Kirchner
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die sie hergebracht, mündlich in der Religion, in der Geographie und Geschichte, in der Mathematik, endlich im Griechischen und im Lateinischen geprüft, zuletzt der Ausfall ihrer schriftlichen Arbeiten ihnen vom Rector angegeben. Nachdem sie dann abgetreten sind und das Lehrercollegium sich über ihre Aufnahme berathen und den Klassenplatz wie den Stu- benplatz und den Obergesellen für sie bestimmt hat, werden sie hereingerufen und vom Rector in ihre Verhältnisse eingewiesen, worauf sie mit dem feierlichen Gelöbniss, gottes- fürchtig, fleissig, gehorsam und dankbar zu sein, was sie in seine und aller Lehrer Hände ablegen, als Alumnen oder Extraneer aufgenommen und den herbeigerufenen zwölf Stuben- inspectoren, ingleichen ihren Obergesellen zur freundlichen Obhut und Sorge vorgestellt, empfohlen und zur bescheidenen Aufführung gegen dieselben verpflichtet werden. 2) Wartung, Kost und äussere Pflege der Alumnen.

Für die nöthige Bedienung der Alumnen sind vier Schüleraufwärter angestellt, welche auf demselben Corridor mit ihnen wohnen und die Erhaltung der Reinlichkeit in den Wohn- zimmern, Auditorien, Schlafsälen u. s. w., die Erleuchtung, Heizung, Herbeischaffung des Wassers, des Frühstücks, das Bettmachen, Reinigung des Schuhwerks, der Kleider und alle sonstigen Hausgeschäfte zu besorgen haben. Ausserdem ist eine Kehrfrau zum Reinhalten der Kreuzgänge und anderer Localitäten und zum öfteren Scheuern der Wohnzimmer, Schlaf- säle und Auditorien angestellt. Dieses Dienstpersonal ist der Aufsicht des Rectors und des als Hebdomadar fungirenden Lehrers, hinsichtlich seiner Dienstverrichtungen aber insbeson- dere der des lHausinspectors untergeben, welcher dem Innern der Hausökonomie im Ganzen vorsteht, auf die Instandhaltung der Locale, des Mobiliars und aller Schuleffecten achtet, für Anschaffung des Fehlenden, wie auch des nöthigen Materials zur Feuerung und Er- leuchtung sorgt und letzteres wöchentlich an die Aufwärter austheilt, auch die überflüssigen Effecten der Alumnen, als Betten u. s. w. aufbewahrt.

Die gesammte Speisung der Alumnen besorgt, auf den Grund eines contractmässigen Reglements, der Oekonomiepachter der Anstalt. Die Kost derselben ist gut und reichlich, und für alle ohne Unterschied gleich. Zum Frühstück erhalten sie warme Milch mit Sem- meln; Mittags Bouillonsuppe, Gemüse und Fleisch nebst einem Nachessen; ausserdem Sonn- tags und Donnerstags Braten. Zur Vesper Semmel mit Butter, im Herbst mit Obst. Abends täglich warme Suppe und ein Nachessen; Brod überall reichlich; zum Getränk bei Tische Bier oder Wasser, Sonn- und Festtags auch Wein. An 22 festlichen Tagen im Jahre, wor- unter, ausser den grossen uud kleinen Kirchenfesten, auch der Geburtstag Sr. Majestät des Königs, das Stiftungsfest, das Burkhards- und Martinifest(beide letztere bei den Pförtnern in Ruf wegen des Gänsebratens), erhalten sie ein reichlicheres, zum Theil vorzügliches Fest- mahl; dazu an den hohen Kirchenfesten und an Königs Geburtstage schönen Festkuchen, reichlich; zu Fastnacht frische Pfannkuchen, Nachmittags einmal jährlich eine Kuchenspende mit Wein, woran die Extraneer Theil nehmen; viermal im Herhst zur Vesper frischen Pflau- menkuchen, dreimal in der Weinlese süssen Most, dreimal Weintrauben und an Königs Ge- burtstage Obst auch Mittags zum Nachtisch. Alle Urtheilsfähigen stimmen darin überein, sowohl was die Quantität und Qualität der Speisen, als was die Zubereitung, Reinlich- keit u. s. w. betrifft, dass die Speisung der Alumnen allen billigen Forderungen nicht allein genügt, sondern in der That sie in gewisser Beziehung noch übertrifft. Dem zeitigen Heb- domadar wird jeden Morgen der Küchenzettel des Tages vom Koch zugesandt und etwanige Bemerkungen von ihm berücksichtigt. Derselbe hat über die Aufrechterhaltung der Speise- ordnung bei Tische zu wachen und wo etwas fehlt oder mangelhaft ist, es sofort durch den

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