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„Was ſoll mir all euer Hohn Ueber das All und Eine?
Der Profeſſor iſt eine Perſon, Gott iſt keine!“
Und zur Beſtätigung der Auffaſſung L. Feuerbach's, der be⸗
kanntlich den ganzen Theismus als einen dogmatiſirten Anthrot,
morphismus bezeichnet, gibt es keinen klaſſiſcheren Vers, als den folgenden(Vermiſchte Gedichte,„Das Göttliche“):
„Und wir verehren
Die Unſterblichen,
Als wären ſie Menſchen, Thäten im Großen,
Was der Beſte im Kleinen Thut oder möchte.“
In gleichem Sinne, wie derſelbe L. Feuerbach den Glauben an die Unſterblichkeit für einen frommen Herzenswunſch, für ein bloßes Poſtulat des nach einer jenſeitigen harmoniſchen Ausgleichung der dieſſeitigen Diſſonanzen ſich ſehnenden Gemüths, nicht aber zu⸗ gleich des kritiſchen Verſtandes erklärte, bekennt Göthe in ſeinen „Sprüchen in Reimen“:
„Du haſt Unſterblichkeit im Sinn;
Kannſt du uns deine Gründe nennen?
Gar wohl, der Hauptgrund liegt darin,
Daß wir ſie nicht entbehren können!“—
Und welche Ketzereien ſpricht nun gar der von Dir ſo ge⸗ feierte„große Heide“ über jene chriſtliche Kirchengeſchichte aus, die wir ſelbander dem ſeligen Profeſſor Credner in unſre Hefte nach⸗ geſchrieben haben! Höre und— bekreuzige Dich!
„Sag', was enthält die Kirchengeſchichte?
Sie wird mir in Gedanken zu nichte;
Es gibt unendlich viel zu leſen:
Was iſt denn aber das Alles geweſen?
Zwei Gegner ſind es, die ſich boxen,
Die Arianer und Orthodoxen.
Durch viele Säcla Daſſelbe geſchicht,
Es dauert bis an das jüngſte Gericht!
Mit Kirchengeſchichte, was hab' ich zu ſchaffen? Ich ſehe weiter Nichts, als Pfaffen;
Wie's um die Chriſten ſteht, die Gemeinen, Davon will mir gar Nichts erſcheinen.“
„Ich hätt' auch können Gemeinde ſagen, Eben ſo wenig wäre zu erfragen“.
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