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Von 1846 bis 1853 : Erinnerungen aus Verlauf und Folgen einer akademischen und politischen Revolution / von einem weiland Gießener Studenten und badischen Freischärler [Rudolph Fendt]
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Recht ſoll nach einem feſten alten(germaniſchen) Geſetz, nicht nach neuen Satzungen(römiſches Recht) und Willkür gehand⸗ habt werden. 10) Wer mit Unrecht Gemeindegüter an ſich geriſſen, ſoll ſie dem gemeinen Weſen zurückſtellen.(Offenbar an die Adreſſe der gnädigen Herren gerichtet.) 11) Die Abgabe bei Sterbefällen ſoll gänzlich aufgehoben ſein, damit Wittwen und Waiſen nicht um das Ihrige gebracht werden. 12) Dieſe Artikel ſoll man annehmen oder aus der heiligen Schrift wider⸗ legen!Ich denke, meine Herren, ſo wandte ich mich nach dieſer Rekapitulation direct an die Geſchworenen,die genannten For⸗ derungen, die leider Gottes! zum Theil heute noch fromme Wünſche ſind, waren ſicherlich nicht übertrieben. Geſtand doch ſogar Luther ſelbſt zu:Erſtlich mögen wir Niemand auf Erden danken ſolches Unraths und Aufruhrs, denn euch Fürſten und Herren, die ihr nicht mehr thut, denn daß ihr ſchindet und ſchatzt, euren Pracht und Hochmuth zu führen, bis der gemeine Mann nicht kann und mag noch länger ertragen. Und damit hatte er ſicherlich Recht. Wie benahm er ſich aber hinterher, ſtets aus Furcht, die ihm fatale politiſche Revolution möge ſeine kir chliche Reformbe⸗ wegung durchkreuzen und zuletzt ganz verſchlingen? Zu einem Herrn von Einſiedel, der ihn voll naivſten Ernſtes fragte, ob denn die adelige Bauernſchinderei nicht wirklich eine Sünde ſei? äußerte er mit größter Unverfrorenheit:Der gemeine Mann müſſe mit Bürdenbeladen ſein, ſonſt werde er übermüthig! Ein andermal ließ er ſogar die cyniſche Aeußerung fallen:der Eſel wolle Schläge haben und der Pöbel mit Gewalt regiert ſein, undwer einen der aufrühreriſchen Bauern todt⸗ ſchlage, verdiene ſich einen Stuhl im Himmel. Dagegen erhob Thomas Münzer die furchtbarſten Anklagen wider Luther als das ſanftlebende Fleiſch in Wittenberg. Er laſſe die Sache der Freiheit im Stiche, undaus der Reformation mache er nur einen neuen Vortheil für die Fürſten, ein neues Mittel ihrer Tyrannei. Letzteremachten das ſelber, daß ihnen der arme Mann Feind werde. Die Urſache des Aufruhrs wollten ſie nicht wegthun; wie könne es da in die Länge gut werden? Nichts deſtoweniger ſchrieb Luther noch nach der allerdings beklagenswerthen Metzelei von Weinsberg, wo der Graf von Helfenſtein mit 70 Edelndurch die Spieße gejagt wurde, einen wahren Brandbriefwider die ſtür⸗ menden Bauern, durch den er alle Welt förmlich dazu aufforderte: die Bauern zu würgen, zu ſtechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund todtſchlagen muß!Die Oberkeit hat eine gute Sach, und wer auf der Oberkeit Seite erſchlagen wird, iſt ein rechter Martyrer vor Gott. Wiederum, was auf der Bauern Seite umkommt, iſt ein ewiger