Unterdrückung unſrer Partei mit ſogenannten„geſetzlichen Mitteln.“ Wir proteſtiren gegen dieſe Geſetze aus der Zeit der Knechtſchaft im Namen des ewigen Rechts und der Menſchenwürde.
Es ſind dieſelben Geſetze, mit denen man jene in unſrer Ge⸗ ſchichte ewig gebrandmarkten politiſchen Prozeſſe geführt hat, es ſind dieſelben„geſetzlichen Mittel“, welche erlauben, daß man die Angeſchuldigten auf den bloßen Verdacht hin Jahre lang in Unter⸗ ſuchungshaft hält, dieſelben, unter denen Weidig geblutet hat. Wo ſind jene Geſchwornengerichte, das wichtigſte und hauptſäch⸗ lichſte Inſtitut gegen den Mißbrauch der geſetzlichen Gewalt?
Was ſind das für„andere Behörden“ neben den Gerichten, die jene„Geſetze zur Geltung bringen“ ſollen? Es iſt jenes Po⸗ lizeiinſtitiut, das neben und über dem Geſetz die„Aufrechthaltung der geſetzlichen Orduung“ handhabte, das bis jetzt noch durch kein Geſetz beſchränkt oder aufgehoben iſt.
Wir fordern unſere Mitbürger auf, die es ernſtlich meinen mit den Freiheiten, die in Aller Mund, aber noch nicht in der Wirk⸗ lichkeit, die verſprochen, aber noch nicht durch Geſetze geſichert ſind, zu proteſtiren gegen ſolche Miniſtererlaſſe, und bemerken ſchließlich, daß wir jene Bekanntmachung für einen Verſuch halten, um die öffentliche Meinung zu prüfen, einen Verſuch, der, wenn er gleich⸗ gültig aufgenommen werden ſollte, andere weitergehende nach ſich ziehen würde.
Gießen, den 11. Juli 1848.
Der republikaniſche Verein.“
Und wer war der Verfaſſer dieſes fulminanten, nach Form und Inhalt unübertrefflichen, ganz von republikaniſchem Geiſte durchwehten„Proieſtes“, der damals eine unbeſchreibliche Sen⸗ ſation machte und in allen Organen der Nachbarpreſſe abgedruckt wurde? Niemand anders, als Heinrich Dernburg, der ſpäter auf der Angeklagtenbank vor den Gießener Aſſiſen in Geſellſchaft von A. Becker, F. Bopp, Leiſtuer u. A. ſeine Betheiligung an dem dortigen Freiſchärler⸗Zuzug. zu dem Frankfurter Barrikadenkampf vom September 1848 als einen unbeſonnenen Jugendſtreich öffentlich bedauerte und jetzt als Mitglied des Herrenhauſes eine der parla⸗ mentariſchen Stützen der Dynaſtie Hohenzollern und der Bismarck'ſchen Blut⸗ und Eiſen⸗Politik iſt! So kann aus dem Saulus ein Paulus werden.„Tempora mutantur et nos mutamur in illis!“—
Die durch die Pariſer Februar⸗Ereigniſſe und ihre Nach⸗ wirkungen für Deutſchland hervorgerufene Bewegung auf dem Lande, namentlich in den ſtandesherrlichen Bezirken, wo die alten Feudallaſten noch zu Recht beſtanden, wuchs mit der Zeit außerordentlich. Und welche tiefgehende Popularität ich in Folge meiner ſcharfen journaliſchen Angriffe gegen das allgemein


