Druckschrift 
Die Empfehlung glaubiger Seelen gegen Gott : Wurde Bey der solennen Leichen-Begängniß der Weyland Frey-Reichs-Hochwohlgebohrnen Frauen, Frauen Anna Sibylla von Garben, Des Heil. Röm. Reichs-Freyin, auch Edler Frauen von Gibelli, gebohrner Seyfridin, hochseeligen und gesegneten Angedenckens, alls dieselbe im Jahr Christi 1740, Dienstags den 12. Jenner in dem 61ten Jahr ... entrissen ... Einer Hoch-Adelichen, Hoch- und Wohl-Ehrwürdigen und Hochansehnlichen Trauer-Versammlung von dem Altar gehaltenen Trauer-Sermon vorgestellet / von Samuel Widemann, Pfarrer zu St. Ulrich Augsp. Conf.
Entstehung
Seite
56
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Dugabe

der vor dem Srauer⸗Hauſe abzuſingenden Ode uͤber eben die Worte des XXXVII. Pſalms, Welche vor gar vielen Jahren ſchon

der Hochſceligen Grey⸗Grau⸗ nach Ihrem Tanepenunen vun M. M. L. M.

verfertiget worden, Nach der Melodie: Wer nur den lieben GOtt laͤßt walten ꝛc.

I. 6. ACh! liebſter GOT, du fuͤhrſt die Deinen I. meinen Stand⸗ und Gluͤckes⸗Wegen

durch manchen Weg, und wunderlich,

durch Schmertz und Schertz, durch Lachen, Weinen;

Doch traut ihr Herß nur auf dich, ſo ha es ſichern Troſt dabey, daß, was du thuſt, erſprießlich ſey.

2.. Naeü man ſich nur zu dir im Glauben, ſo nahſt du dich mit Huͤlff und Schutz; Wer ſich die Hoffnung nicht laͤßt rauben, der beut mit dir den Teufflen Trutz;

Denn geht gleich alles bund und krauß,

fuͤhrſt du es doch ſehr wohl hinaus⸗

4. Nun HErr, mein GOtt, laß meine Wege dir ſamtlich anbefohlen ſeyn, ſchleuß mich in deine Vater⸗Pflege mit deinen lieben Kindern ein, mein Geiſt und Leib ſey Tag und Nacht zu treuer Ohhut uͤbermacht.

4. Am erſten ſey dir anbefohlen der Weg, den ich zum Himmel thu. Kan ich bey dir Erquickung hohlen, ſo nehm ich ſtets im Glauben zu, und geb als wohl⸗gerathner Baum der Lieb und ihren Fruͤchten Raum.

f. Oonſt muß man mit Bedingung bitten. hier aber ruff ich unbedingt: Vergib mir, was ich uͤberſchritten, ieb, was der Seele Nutzen rint Achi machs um meiges JESu Blut mit meinem Himmels⸗Wege Gut.

ſollſt du, mein GOtt, der Meiſter ſeyn, ſo mangelt mir gewiß kein Seegen,

ſo bricht kein Ungemach herein.

So ſeh ich, wie mein Rath beſteht,

und wie die That von ſtatten geht.

. Bo allen, die mir angehoͤren, verhoff ich deine Lieb und Treu,

die mich durch manches Werck wird lehren,

daß uͤber dich nichts beſſers ſey, und daß nichts Gutes in der Welt, als was ein Menſch von dir erhaͤlt.

. 3. Ins aber 64 bey dir beſchloſſen,

daß ich den Creutz⸗Weg gehen ſoll, ſo laß Gedult im Hertzen ſproſſen,

und mache mich recht Hoffnungs⸗voll.

Sonſt walte, wie es dir gefaͤllt,

der Ausgang iſt dir heim geſtellt.

2a, gich ndes 2,.

Läst ſich mein IEſus Creutz aufbuͤrden, eh er das Leben von ſich laͤßt:

ſo zehl ichs unter hohe Wuͤrden, wenn mich das Creutz auf Erden preßt, ich weiß, daß Er offt nach mir blickt, daß mich die Laſt nicht unterdruͤckt.

10. Las dir denn auch an meinem Ende den Todes⸗Weg befohlen ſeyn! Nimm meine Seel in deine Haͤnde, und fuͤhre ſie ins Leben ein. Ach! mach es ja um Chriſti Blut, mit meinem Abſchieds⸗Wege gut.

II. An dieſem allerletzten Gange liegt ewigs Wohl und ewigs Weh; Gib, wenn ich Todes⸗Poſt empfange.

Nun

daß ich zur Reiſe fertig ſteh, Harr ich hoff; Ach! ſteh mir treu

auf allen meinen Wegen bey.

Bey