ich fande diejenige in Todes⸗Noͤthen und gleichſam auf dem Traur⸗Altar/ welche noch kurtz vorher bey dem Tauff⸗Altar meinem Soͤhnlein als Tauff⸗Dot das geiſtliche Leben mit bruͤnſtiger Andacht zu erbitten bemuͤhet war, ich ſollte derjenigen
theuren Verſon die Prieſterliche Hand zur Aus⸗Seegnung auflegen ſehen, . welche erſt meinem neugebohrnen Kind unter eifriger Erbittung und Anwuͤnſchung alles Seegens/ die Haͤnd auf die Stirne gelegt: ich wurde bey ſo betruͤbten Umſtaͤnden von der Heil⸗Quelle der ſeeligen Widergeburt dahin gehohlt, wo der wehklagenden Augen Thraͤnen⸗Guellen wurden, von mir erwartete man,
daß ich die unter der Jammer⸗Laſt Erliegende mit Troſt aufrichten ſolte, da ich vor Leid ſelbſt zu Boden geſchlagen war. Unter andern drange mir nach natuͤrlicher Regung auch dieſes ſehr tief zu Hertzen, daß mein unſchuldiges Kind
ſeine erleſene leutſeeligſte Frau Tauf⸗Vathin auf dieſer Welt mit Wiſſen und Erkaͤntnuß gar nie/ Selbige aber das zarte Kind nur einmal ſolte geſehen haben. Als dieſes
Hochtheureſte Sugend⸗Pfand weder durch Vorbitten noch Artzneyen konte errettet werden, 4 ondern einem ſeeligen Tode immermehr entgegen eilete, ſolte ich den vor Schroͤcken erblaßten 4 und halb entſeelten
Herrn Gemahl,
da vor Unmuth alles verſtummt, oder ſtatt der Worte nichts als Seuffzen und Aechzen zu hoͤren war,
durch unerſchrocknen Zuſpruch
und geiſtliche Ermunterung J 2 bor


