Druckschrift 
Das buch von der Tugent und Weißheit, nemlich Neunundviertzig Fabeln, der mehrer theil auß Esopo gezogen unnd mit guten Rheimen verkleret Durch Erasmum Alberum Allen stenden nuetzlich zulesen
Seite
25
Einzelbild herunterladen

25 Die Fabeln Eſopi. Vnd hencken nicht fern von dem naͤſt Die jungen Raben an die aͤſt.

Nun laſſen ſich die Bawersfnaben Vernehmen das ſie vrſach haben/ Darumb ſie ſolche moͤrderey Begehn/ vnd diß die vrſach ſey. Wann ſie im feld fahrn auff vnd ab/ Als bald iſt da der alte Rab/

Vnd ſtielet jhn fleiſch/ kaͤß/ vnd brodt/ Drumb ſchlagen ſie ſein jungen todt/ Den diebſtal werden ſie gedrungen Zu ſtraffen an des Raben jungen/ Weil jhn der alt nicht werden kan/ So greiffen ſie die jungen an.

Die vrſach moͤcht wol haben grundt/ Dieweil es jederman iſt kundt/

Wie das der Nab ſo raͤubiſch ſey/ Das kan man mercken auch dabey/ Dieweil Eſopus hat gedicht

Ein Fabel/ da er alſo ſpricht.

Es regt ſich vndern aͤſten ſehr Ein Rab/ der bracht ein Kaͤß daher/ Des wirdt ein Fuchß ſo bald gewar/ Dieweil der Rab ſo froͤlich war/

Er gruͤßt den Raben fieiſſiglich/

Vnd ſprach/ Der from Fuchff gruͤſſet dich/

Gott geb dir tauſent guter jar/ Ich hab allweg gehoͤrt fuͤrwar/

Es ſey gemeinlich als erdicht/ Obs wol inn aller Welt geſchicht/