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Eine Wohl-vollbrachte Ritterschafft Und Wallfahrt zur ewigen Wohlfahrt, Dardurch man des Himmlischen Kleinods wird theilhafft : In einer sonderbahren Leichen-Rede, Aus 2. Tim. IV,7. 8. Nach dem seeligen Ableiben Des ... Herrn Johann Heinrich Palmen ... Hof-Jubiliers, und Niederlags-Verwandten zu Wien ... Als Derselbe ... 1710. den 18. Aprilis allda seelig gestorben ... / Vorgestellt und auf Begehren ausgefertiget Von M. Ludwig Carl Ditzinger, Ministerii Seniore
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PFERSONALIA. 105

viren wollte/ allein es uͤberfiele Ihne circa æquinoctium ein gefahr⸗ liches Recidiv/ und ſchluge ſewwichen Affect mit gedachtem unablaͤßlichen Trucken und groſſer Hitze darzu; Er verlohre daͤ⸗ mit allen Appetit zum Eſſen/ und nahmen die vorhin zimlich ver⸗ lohrene Kraͤfften je laͤnger je mehr ab/ ob man ſchon von denen vornehmſten Herren Medicis Tbien alle erſinnliche Mittel appli⸗ cirte/ und an ſorgfaͤltiger Wartung das geringſte nicht erwin⸗ den lieſſe /ſo wollte doch alles ſolches propter pertinaciam malinveterati und uͤberhand genommener Schwachheit/ nichts effectuiren/ ſon⸗ dern es kam endlich darzu/ daß Derſelbe am Grünen Donner⸗ ſtag Nachts mit einem ſolchen ſtarcken Froſt und groſſer Schwaͤ⸗ che uͤberfallen worden/ daß man angefangen an ſeiner Wieder⸗ geneſung zu zweiffeln/ als welches/ und daß ſeines zeitlichen Lebens Ende nahe ſeye/ unſer Seel. verſtorbene Herr Palm auch ſelbſten vermercket hat/ und durch den Konigl. Daͤhniſchen Legations⸗Prediger/ Herꝛn Magiſter Langjahr/ nach abgetegter Beicht/ den wahren Leih und Blut unſers HERRN und Heilan⸗ des JESu Chriſti/ ſich reichen aſſen; worauf Er alles/ was Er noͤthig erachtet/ befohlen/ alsdann von ſeiner geliebteſten Frau Ehe⸗Liebſtin/ Herren Bruͤder und Herren Sohn/ den letz⸗ ten Abſchied nahm/ und am Char⸗Freytag/ nachdeme Ihm vorhero eine heſſtige Diarrhæa uͤberfallen hatte/ unter groſſem Durſt/ jedoch eyfrigem Gebett ſeiner ſelbſt/ und Anweſenden/ Nachts um halb Ein Uhr ſeinen Geiſt aufgegeben; und alſo nach üͤberſtandenem Kampff ſeelig uͤberwunden/ mithin ſeinem Erloͤ⸗ ſer IEſu Chriſto und durch deſſen Gnade und Verdienſt auch im Sterben gefolget/ nachdeme Er in dieſer zeitlichen Muͤhſeeligkeit zugebracht 50. Jahr und 22. Tag.

Die Palmen traͤget nun Merꝛ Valm in ſeinen Haͤnden/ Dem GO TT gegeben ha den Lauff und Kampff zu en⸗ en.

Die Laſt die Ihn gedruckt/ die hebet Ihn empor/

Daß Er nun ewig ſteht in voller Frucht und Flor. Auch wie ein Palmen⸗Baum noch ſeine Sweige gruͤnen/ Weil Jhnen der Verluſt noch wird zum beſten dienen/

Sie werden Pflantzen ſeyn des HErm Gerechtigkeit/

Und deren Fruͤchten ſich erſtrecken weit und breit.

Dd Auf