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und beruͤhmten Kauff⸗Leuthen/ nemlich Herren Johann Daniel
Fingerlin und Bunt ſich begeben/ und bey denenſelden/ obſchon un⸗
ter anfaͤnglichen zimlich harten Strapazzen biß Anno 1681. geblieben/
anbey aber einen trefflichen Grund zum kuͤnfftigen Stabiliment
geleget/ auch Krafft ſeines guten Teſtimoni ſich allda redlich und
ehrlich aufgefuͤhret hat/ wobey Er inſonderheit dem lieben GᷣOtt gedancket/ daß derſelbe Ihn von vielen gefäͤhrlichen Anſtoͤſſen/ ſonderlich vor boͤſer Geſellſchafft gnaͤdiglich behuͤtet habe; zu Er⸗ langung weiterer Experientz nun hat Ihne ſein lieber Herꝛ Vat⸗ ter Seel. in obgedachtem Jahr mit ſich nacher Wien genommen/ und ſelbigen dem Herꝛn Jacob Garben/ der Roͤm. Kaͤiſerl. Ma⸗
jeſtaͤt und Ihro Koͤnigl. Majeſtaͤt in Pohlen reſpective Hof⸗ Und Cammer⸗Jubilier auch Niederlags⸗Verwandten daſelbſt recom⸗
mendirt/ bey welchem Er ſich einige Zeit aufgehalten/ und her⸗ nach mit Rath und That ſeines geliebteſten Herꝛn Bruders/ Herꝛn Johann David von Palm als dermahligem Roͤm. Kaͤiſerl. Ma⸗ jeſtaͤt wuͤrcklichen Hof⸗Cammer⸗Raths/ General-Commifſäriar⸗Amts Directtoris Und geheimen Referendari, nicht allein mit wohlgedach⸗ tem Heren Garb in eine Handlungs⸗Compagnie eingetretten/ ſon⸗ dern ſich auch Anno 1686. den 16. April. in eine Blutsverwand⸗ ſchafft mit Ihme eingelaſſen/ allermaſſen Er deſſen damahlige Jung⸗ fer Stieff⸗Tochter/ Sophia Catharina/ dero leiblicher Herꝛ Jatter Seel. Herꝛ Valentin Lattermann Kaͤiſerl. Niederlags⸗Verwand⸗ ter zu Wien geweſen/ in erwehntem Jahr geehlichet/ welche dermah⸗ len als hochſtbetruͤbte Jrau Wittib den unverhofften Todfall ihres liebſten Ehe⸗Gemahls deſto ſchmertzlicher beweinet/ je vertrauter und hertzlicher ihre miteinander beſeſſene 24. Jaͤhrige Ehe gewe⸗ ſen/ und je inniglicher Sie bekannter maſſen einander geliebet/ ja je mehr Truͤbſalen Sie in der Stille und wahren Gelaſſenheit zu GOtt mit einander erdultet/ und dadurch ihr rechtſchaffenes Ehe⸗ Band je laͤnger je mehr befeſtiget haben; jedoch kan Derſelben zu ſonderbahrer Conſolation gereichen/ daß der Seelig⸗Verſtorbene auch ſeines gleichen hinter ſich gelaſſen/ indeme aus gemeldter Ehe zwar§. Söhne gezeuget worden/ darvon aber nur drey ſich am Leben befinden/ nemlich die zwey aͤltere Herren Johann Hein⸗
rich und Frantz Gottlieb/ welche ſich ebenfalls der Handlung er⸗
geben/ und ſich beeyfferen in ihres Seel. Heren Vatters Fuß⸗ ſtapffen zu tretten/ der Juͤngere Namens Leopold Carl aber ſich noch bey der Frau Mutter befindet/ und ein wohl geartetes Kind
von guter Hoſfnung iſt/ auf welche alle der HErꝛ den Vaͤtterli⸗
chen Seegen wolle ruhen laſſen! Den Lebens⸗Lauff unſers Sect
erꝛn


