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ſt Fehler bei der Ausübung des landwirthſchaftlichen Gewerbes in Heſſen für den un⸗ lader⸗ Ge⸗ ß befriedigenden Erfolg vieler Wirthſchaftsbetriebe namhaft zu machen ſind, wobei aller⸗ den unbe⸗
dings durchaus nicht beſtritten werden ſoll, daß auch der Staat manches thun kann, ſeeoenden um die Verhältniſſe der Landwirthe beſſer zu geſtalten.(Was in anderen Ländern Wirth⸗ oder Gegenden die Urſachen für die Klagen ſind, die aus den Kreiſen der Land⸗ ſheſtshe wirthe kommen, kann uns hier nicht berühren, wir haben es hier nur mit den Ur⸗ ſachen. ſachen zu thun, die wir in Heſſen aufgefunden haben; in anderen Gegenden unter anderen Wirthſchafts⸗ und Beſitzverhältniſſen mögen wieder andere Urſachen für die unbefriedigende Lage der Landwirthſchaft in den Vordergrund treten.) Die Fehler, die in dem einen Falle mehr, in dem anderen Falle weniger an der ungünſtigen Lage von Landwirthen verſchiedener Categorien betheiligt ſind und deren Abſtellung zum großen Theil in der Hand der letzteren ſelbſt liegt, wie die Erhebungsberichte aus⸗ führen, ſind vorzugsweiſe:
Die Ueberſchätzung des Bodenwerthes und die damit häufig in Verbindung ſtehende zu große Anſpannung eines koſtſpieligen Credites bei Erwerbung des Grundbeſitzes, die einen Mangel an Betriebskapital zur Folge hat, die Zerſplitterung der Grundſtücke und die unwirthſchaftliche Lage derſelben bei ungeordneten Feldwegen(Flurzwang), die Ver⸗ ſchwendung an Gebäudekapital, die zu große Ausdehnung des Getreidebaues unter Vernachläſſigung des Futter⸗ und Handelsfruchtbaues(nicht entſprechend ausgebildeter Obſtbau), der unzureichende Nutzviehſtand bei einer planloſen Viehzucht und ſchlechten Ernährung der Thiere, namentlich des Jungviehes, der Ueberfluß an Zugvieh bei unöko⸗ nomiſcher Wahl desſelben(Pferde ſtatt Ochſen oder Kühe), das ungenügende tote Inven⸗ tar, noch mehr aber der Mangel an Productionsmaterial bei unrationeller Benutzung der Kunſtdünger und Kraftfuttermittel, wohl auch gar bei ſchlechter Pflege des Stall⸗ miſtes, wogegen in der Benutzung der Arbeitskraft vielfach Verſchwendung herrſcht, be⸗ ſonders durch Ueberſetzung der Wirthſchaften mit Familienmitgliedern und Geſinde, die unrationelle Auswahl und Zuſammenſtellung der Nahrungsmittel für die Familie und für die in der Wirthſchaft Beköſtigten. Hierzu kommt weiter noch, daß die Melioration des Bodens, insbeſondere die Entwäſſerung und Bewäſſerung durchaus nicht in ſolchem Umfang ausgeführt wird, wie es die volle Ausnutzung der im Feld⸗ und Wieſenbau zur Anwendung kommenden Arbeitskräfte und Kapitalien bedingt und daß daher auch die zu Gunſten der Landwirthſchaft geſchaffene Landeskultur⸗Inſpection mit der dazu gehörigen Landeskultur⸗Rentenkaſſe nicht in erwarteter Weiſe ausgenutzt werden, wie es erwartet wurde. Kein Tropfen Waſſer ſollte in heutiger Zeit wider den Willen des Landwirths dem Meere zufließen und kein Tropfen ſollte länger im Boden bleiben, wie es für den Landwirth erwünſcht iſt. Ebenſo iſt auch die Bearbeitung des Bodens oft genug aller Grundſätze entbehrend, und wiederholt ſich zum Nach⸗ theil des Feldes ſelbſt in ganz unmotivirter Weiſe bei Anwendung höchſt mangel⸗ hafter Werkzeuge, während auch der Fruchtwechſel oft Alles zu wünſchen übrig läßt; — nicht weniger entbehren endlich die Wieſen der erwünſchten Pflege.
Nachdem zu dieſen unheilvollen Einflüſſen auf die Rentabilität des landwirth⸗ ſchaftlichen Gewerbes, für deren Verurſachung ſelbſtredend der einzelne Landwirth,
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