Teil eines Werkes 
Band 1 (1886) Programm der Enquête und Ergebnisse der Erhebungen
Entstehung
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würde, ſo iſt dem entgegenzuſtellen, daß erſtens die Viehhaltung eine bedeutend viel⸗ ſeitigere Arbeitstheilung als der Getreidebau geſtattet, daß namentlich auch die jetzige Viehhaltung in dieſer Richtung noch bedeutend beſſer ausgebildet werden könnte und daß zweitens die Möglichkeit der Veredlung der Producte ſowie der Ausfuhr der⸗ ſelben nach andern Ländern, die uns mit ihrer Getreideproduction fortgeſetzt bedrohen, durch die Viehhaltung eine viel größere iſt als durch die meiſten anderen Productions⸗ richtungen der Landwirthſchaft, daß alſo der Verwerthung höher entwickelter Arbeits⸗ kraft durch die Viehhaltung eine Menge von Chancen geboten iſt, wie man ſie gegen⸗ wärtig ſeitens der landwirthſchaftlichen Bevölkerung wohl größtentheils noch kaum ahnt. Alle Thatſachen, welche die Erfahrung uns lehrt, weiſen unbedingt darauf hin, daß überall dort wo nicht etwa eine ſog. viehloſe Wirthſchaft angezeigt erſcheint oder wo irgend welche Handelsfrüchte beſonders günſtige Erfolge verſprechen, nur ver⸗ mittelſt einer intelligenten, alle Hilfen der Zeit ſorgfältig benutzenden Viehhaltung zu einem höheren wirthſchaftlichen Erfolge zu gelangen iſt, wogegen der Getreidebau als Stütze der Wirthſchaft, namentlich wie er jetzt in handwerksmäßiger Weiſe ohne jedes ausgeſprochene beſondere Ziel und ohne ſehr entwickelte Hochcultur noch ſo vielfach betrieben wird, alle Hoffnungen des Landwirths auf Beſſerung der Zuſtände zu Schanden werden läßt, und gerade in Heſſen haben wir dafür in dieſer Beziehung die eklatanteſten Beiſpiele, wie ſie ſchon mehrfach in der Zeitſchrift für die landwirth⸗ ſchaftlichen Vereine hervorgehoben worden ſind.

Die Columnen 9 und 10 der Tabelle geben den Werth des toten Inventars Mütas 8 und den Vorrath an umlaufendem Betriebskapital an. Auch hinſichtlich des Werthes Lorrath an des toten Inventars findet man hier außerordentlich große Mißverhältniſſe und es unnſen zeigt ſich im Allgemeinen eine ganz auffallende Armuth an totem Inventar. Man triebskapi⸗ nimmt für gewöhnlich an, daß das Erforderniß an totem Inventar etwa 30 bis l. 50 pCt. vom Werthe des lebenden Inventars beträgt und daß ein Werth von 100 Mark an totem Inventar pro Hectar Ackerland und Wieſen hoch, ein Werth von 65 Mark mittel und ein Werth von 30 Mark niedrig ſei. Gegenüber dem Werthe des Viehſtandes beträgt aber der Werth des toten Inventars bei den für die Er⸗ hebungen benutzten Wirthſchaften vielfach kaum 20 pCt., er ſinkt in einzelnen Fällen ſogar auf 10 pCt.(z. B. in dem mittleren Bauerngut zu Burkhards) während er in andern Fällen freilich auch über das gewöhnliche Maß hinausſteigt(z. B. in Ober⸗ Hilbersheim). In dem Bericht über Hartershauſen iſt ausdrücklich betont, daß der Mangel an modernen Ackergeräthſchaften die Urſache dafür geworden ſei, daß die Aufhebung der reinen Brache nicht zu dem erwarteten Erfolge geführt habe und daß die Ergänzung des toten Inventars dringend geboten erſcheine. Wenn ſich auch in der neueren Zeit in der Einführung vollkommenerer Geräthe und Maſchinen auf den größeren Gütern ein nicht zu verkennender Fortſchritt entwickelt, ſo iſt doch im großen Ganzen in den mittleren und kleineren Wirthſchaften die Benutzung der Mittel, welche die in unſerer Zeit ſo außerordentlich vorwärts geſchrittene Maſchinen⸗Induſtrie bietet, eine noch viel zu geringe zu nennen und es bleibt nach wie vor eine wichtige Auf⸗ gabe der landwirthſchaftlichen Vereine, für eine weitere Verbreitung moderner Geräthe

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