Teil eines Werkes 
Band 1 (1886) Programm der Enquête und Ergebnisse der Erhebungen
Entstehung
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Kaufpreiſe.

Begriff des ſogen. Kauf⸗

werthes.

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III. Kaufwerthe und Kaufpreiſe bezw. Ertragswerthe der Grundſlücke und Amſatz der Liegenſchaften.

Im Allgemeinen zeigen die Erhebungen in Beziehung auf die Kaufpreiſe der Grundſtücke, daß die Preiſe für Grund und Boden in den ſiebenziger Jahren auf eine bis dahin unbekannte Höhe geſtiegen waren, daher denn auch die von Seiten des damaligen Präſidenten der Großh. Centralſtelle für die Landesſtatiſtik, Herrn Ge⸗ heimerath Ewald, mit Hilfe des Landesöconomierath Dr. Weidenhammer im Jahre 1877 hierüber aufgenommene Statiſtik ſehr hohe Preiſe notirt. Seit jener Zeit ſind mit wenigen Ausnahmen(Fürfeld) die Preiſe mehr oder weniger erheblich zurückge⸗ gangen, ſo daß ſich die Commiſſäre größtentheils veranlaßt geſehen haben, neue Er⸗ hebungen hierüber aufzunehmen. Auch jetzt noch ſtehen nach Anſicht der meiſten Com⸗ miſſäre die Preiſe nicht im richtigen Verhältniß zum Ertragswerth der Güter und ſind hierin bei dem Vergleiche zwiſchen den verſchiedenen Gemeinden außerordentlich große Mißverhältniſſe conſtatirt, die ſich nur durch die beſonderen Bevölkerungsver⸗ hältniſſe und die daraus reſultirende Nachfrage nach Grundſtücken erklären laſſen. So iſt z. B. der mittlere Kaufwerth des Hectar Acker und Wieſe in Burkhards auf ca. 350 Mark ermittelt, während derſelbe in Rodheim ſich auf 2500 Mark berechnet, die Erträge in letzterer Gemeinde aber kaum um 25 pCt. höher ſind als in erſterer. Die nachſtehende Ueberſicht zeigt die gegenwärtigen mittleren Durchſchnittspreiſe von Ackerland in den verſchiedenen Erhebungs⸗Gemeinden, wie ſie ſich in abſteigender Reihenfolge pro Hectar ermitteln ließen:

Durchſchnittspreis. Durchſchnittspreis Genreinde: pro Hectar Ackerland: Geneinde: pro Hectar Ackerland: Ober⸗Hilbersheim 4000 Mk. Meſſel 2000 Mk. Fürfeld 3800 Beuern 1638 Groß⸗Rohrheim 3800 Mühlheim 1600 Habitzheim 3500 Ober⸗Roden 1600 Weſthofen 3200 Ober⸗Moſſau 1400 Guntersblum 3000 Unter⸗Schönmattenwag 1250 Nieder⸗Florſtadt 3000 Nieder⸗Ohmen 1000 Zornheim 3000 Ruhlkirchen 1000 Ginsheim 2800 Nieder⸗Moos 925 Nieder⸗Eſchbach 2800 Hartershauſen 800 Schwanheim 2600 Wenings 600 Rodheim v. d. H. 2466 Burkhards 350

Kirch⸗Brombach 2222

II

Der Begriff des ſogenannten Kaufwerthes der Grundſtücke, wie er in Heſſen gewöhnlich überliefert iſt, deckt ſich mit dem augenblicklichen Verkaufspreis der im Durchſchnitt in der letzten Zeit erzielt wurde. Die Ermittelung des Kaufwerthes geſchieht nach der ſogenannten Grundtaxe, die ſich auf die in letzter Zeit in der Ge⸗