Teil eines Werkes 
Band 1 (1886) Programm der Enquête und Ergebnisse der Erhebungen
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wucheriſchen Charakters nach Umfang und Eigenthümlichkeit, namentlich auch die Ab⸗ machungen über Einſtellvieh erörtert werden müſſen.

Zu Frage VII. Hierzu iſt die Höhe des durchſchnittlichen Arbeitsverdienſtes, Tagelohn ſowie Geſindelohn feſtzuſtellen, ſowie die Gelegenheit zum Nebenverdienſt etwas ausführlicher zu erörtern, womöglich auch der durch letzteren der Gemeinde etwa zufließenden Betrag. Ueberhaupt iſt es erwünſcht, die Arbeiter⸗ und Erwerbs⸗ Verhältniſſe der Gemeinde im Allgemeinen und im Beſonderen aus der Beantwortung der Frage entnehmen zu können.

Zu Frage VIII. Ueber den Inhalt der Ermittelungen der Schuldverhältniſſe iſt ſtrengſte Verſchwiegenheit zu beobachten.

Im Einzelnen iſt zu bemerken: Die Einleitung der Antwort zu dieſer Frage in dem Bericht über die Erhebungen zu Meſſel zeigt den Weg, den die Commiſſäre auch in den übrigen Gemeinden einzuſchlagen haben, um das Material zur Beant⸗ wortung zu gewinnen. In Rheinheſſen wird allerdings die Einrichtung des Hypo⸗ thekenweſens die Ermittelungen erſchweren, indeſſen iſt wohl anzunehmen, daß durch Hülfe der Bürgermeiſter und anderer ortskundiger Männer genügende Reſultate er⸗ zielt werden. Von der Ermittelung der Mobiliarſchulden wird in der Regel abge⸗ ſehen werden müſſen, da dieſelben nur in den wenigſten Orten mit Sicherheit werden erhoben werden können. Findet indeſſen der Commiſſär, daß namhafte Schwierig⸗ keiten nicht entgegenſtehen, ſo iſt auch in dieſer Beziehung dem in Meſſel gegebenen Beiſpiel nachzufolgen.

Der für Meſſel erſtattete Bericht hat von der Feſtſtellung der Verhältniſſe der⸗ jenigen Einwohner abgeſehen, die weniger als 0,50 Hectar Land bewirthſchaften; es muß indeſſen dem Ermeſſen der Commiſſäre überlaſſen bleiben, da, wo ſie es geeignet finden, auch diejenigen Perſonen in das Bereich der Ermittelungen zu ziehen, die weniger Land, als oben angegeben, bewirthſchaften. Die Beſitzgruppen ſind im All⸗ gemeinen nach dem Beiſpiel von Meſſel zu bilden; wo größere Güter vorhanden ſind, ſind weitere Abtheilungen von 20 50, von 50 100 Hectar und über 100 Hectar zu bilden. Von Intereſſe iſt es, aus den Erörterungen zu erſehen, welche Gewerbe hauptſächlich von den in Betracht gezogenen Landwirthen neben der Landwirthſchaft betrieben werden.

Zu Frage IX. Zur Beantwortung dieſer Frage ſind zunächſt, wie es in Meſſel geſchehen, die Verhältniſſe einiger Wirthſchaften(größerer und kleinerer) im Einzelnen darzuſtellen; die zu wählenden Wirthſchaften müſſen als typiſch angeſehen werden können.

Dem zu erhebenden Zahlenmaterial, alſo den Ertragsziffern für die Produkte des Feldbaues und der Viehhaltung, den Preiſen der Erzeugniſſe, den in der Wirthſchaft und dem Haushalt verbrauchten Productenmengen, den Wirthſchafts⸗ ausgaben ꝛc. iſt die größte Sorgfalt zuzuwenden. Die Angaben über die Ernten ſollen nicht jedesmal ohne Weiteres als maßgebend für die in die Berechnungen ein⸗