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Der piegel
für Runſt, Eleganz und Alo de.
Dreizehnter Jahrgaug. Halbjähriger prels 4 fl. mit Poſtverſendung 3 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.—Man pränumerlrt im Kommlſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhald des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k.k. Poſtämtern.
50. Sonnabend, 20. Juni. 1840. 8— 2—
Acht Tage auf Ehrenwort. Von C. Spindler.
Aus Frankreichs ſogenannter Schrekenszeit erzählt man ſich allerlei Hlſto⸗ rien von Departementsſatrapen, von blutdürſtigen Anklägera bei Revolutions teibunalen, von heldenmüthigen Royaliſten und begeiſterten Patrioten. Die folgende Geſchichte wird indeſſen nicht bekannt ſein, obſchon ſie keine der unin— tereſſanteſten iſt, die ſich, aus jener Zeit herrührend, im Mund des Bretagner Volks erhalten haben.
„Wir verleben hier entſezliche Tage,“ hatte die alte Frau von Linar an ihren Sohn, der ſich in den Kolonien aufhielt, von ihrem Schloſſe geſchrieben z „willſt du deine zärtliche Mutter noch einmal ſehen und an's Herz drüken, ſo komm geſchwind, mein Sohn, mein einziger Troſt!“— Dieſer Brief war gegen das Ende von 1792 abgegangen, und am 14. Mai 1793 ſprang Ameédeée von Linar, der berufene Sohn, von dem Verdek eines Kauffahrteiſchiffes in einem der nörd— lichen Seehäfen ſeines lieben Frankreichs, an's Land.— Die Sonne der Antik len hatte ſein Antliz gebräunt. Ein mehrjähriger Aufenthalt in jenen Inſellän⸗


