Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
391
 
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früheren Mittheilung Erwähnung tha ten, wird noch immer bei Zunahme des Mondes von ihren ſonderbaren Zufäl len afficirt. Mit Bedauern melden wir ſchließlich, daß in hieſiger Gegend ſchnell auf einander mehrere Einbrüche in Mühlen und Häuſern, ja ſogar eine Mordt hat verübt wurden. Der Verbre cher, welcher aus Raubſucht ein junges Dienſtmädchen in Péecsvär auf furcht bare Art mit einem Hammer tödtete, iſt bei einem neuerdings verſuchten Dieb ſtahl bei Sexärd erwiſcht u. eingezogen worden. Möge er recht bald den ver dienten Lohn für ſeine Schandthat vom Arme der Gerechtigkeit empfangen!

* Dr. R.

Mignon-Zeitung.

St. Vetersburg. Wie viel die Ruſſen darum geben, eine hübſche Figur als Kutſcher vorn auf dem Bok zu ha ben, mag man aus folgendem Vorfalle entnehmen. Ein Kaufmann, der einen wunderſchönen Bart und überhaupt ei nen ausgezeichneten Kutſcheranſtand hat te, gab ſeinen Handel auf und trat als Kutſcher in den Dienſt eines ſeiner in jener Hinſicht minder begabten Gil debrüder, der ihm für ſeinen Bart und ſeine Figur jährlich 3000 Rubel zahlt. Herr und Kutſcher lebten zuſammen auf ganz gleichem Fuße, aßen und tranken aus derſelben Schüſſel. Nur beim Aus fahren figurirte der eine in der Droſch ke, der andere auf dem Bok.

Etwas von Allem. Die Ber⸗

liner Theater dürften wegen des nigs Abſterben auf längere Zeit geſchloſ ſen werden, und die eminenten Mitglie der des Hoftheaters andere Bühnen mit Gaſtrollen erfreuen. Hr. Moriz Rott hat in Wien am 9. d. M. ſeine Gaſt⸗ rollen mit dem Hamlet begonnen. Er erhielt ent huſtaſtiſchen Veifall und ward

etwa zehn Mal gerufen. Den böch ſten Gewinn der am 1. Mai in Wien ſtattgefundenen Ziehung der 1834ger Loſe mit 250,000 fl. C. M. iſt Hrn. v. Rothſchild in Frankfurt zugefallen. Mit Recht gaben die Alten der Fortuna eine Binde vor die Augen. In Mün chen kann man in einem Kaffe hauſe für 9 Kreuzer Suppe, Rindfleiſch und Ge müſe haben, zahlt man noch 3 Kreuzer darauf, ſo erhält man noch Braten und Salat und das iſt Alles noch rein, kräftig und ſchmak haft. In Stutt- gart findet man um den Preis von 24

Kreuzer ganz vorzügliche Tables d'ho tes, die mit Allem beſezt ſind, was die Jahreszeit bringt, ſowohl von Fiſchen, Wildarten, als jungen Gemüſen. Mehr als 30 Kreuzer im Abonnement nehmen ſelbſt die vornehmſten Gaſthäuſer nicht und liefern dafür 8 Schüſſeln mit dazu gehörigen Zwiſchenſpeiſen, Beiſäzen, Deſſert de. 30 Kr. Reichswährung ſind kaum unſere 25 Kr. C. M. In Peſth, der Hauptſtadt des geſegneten Ungarns, wird man dieſe Angaben vielleicht als ein Mährchen anſehen; aber wir können ſie verbürgen. Die deutſche Impro viſatriece, Mad. Leonhard-Lyſer, iſt in Leipzig an einem Schlaganfall, eines improviſirten Todes, geſtorben. Fanny Elsler entzükt das Publikum zu New⸗ Vork. Das, was deutſche Blätter aber darüber melden, gehört wohl dem Fa belreiche an. In England will man ſogar die Hunde emancipiren. Sie dür fen nach einer neuen Volizei-Verordnung nicht mehr zum Karrenziehen verwendet werden. Außer der Dlle. Karoline Müller ſoll auch Dlle. Peche die k. k. Hofbühne in Wien verlaſſen. Sle heira thet einen jungen Franzoſen. Zu Prag macht der k. k. Hofſchauſpieler, Hr. Laroche, ungemeines Glük. Er be gibt ſich von dort nach Peſth.

Lokal-Zeitung. Ernſt's leztes Konzert. Heute findet im deutſchen Theater das fie

bende u. blezte Konzert des berühmten Vio linvirtuoſen Eunſt ſtatt. Wir machen das Publikum auf dieſen beſondern Kunſtgenuß aufmertſam, und bemerken, daß der uner reichte Virtuoſe neue, noch nie gehörte Piecen