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„Madame, ich habe dem erſten Konſul ſo eben den Veweis geliefert, daß dieſer Marec, welcher die Ehre hat, vor Ihnen zu erſcheinen, nicht der Mör— der iſt, der die Strenge der Geſeze verdient hat. Der, den Sie beſchüzen, iſt ein ehrlicher Mann, der an der Expedition von Amberon Theil genommen und ſich waker geſchlagen hat, aber nach der Niederlage der Royaliſten ausgewan— dert iſt. Er iſt indeß nicht nach England, ſondern nach Deutſchland gegangen und hat von dort die Marionetten mitgebracht, welche Ihnen vielleicht ein'ges Vergnügen machen werden. Der andere Marec heißt nicht Georges, ſondern Jves und hält ſich noch in England auf, wo alle ſeine Schritte überwacht wer— den. Ich freue mich, Ihnen anzeigen zu können, daß Ihr, Schüzling von der
Emigranten-Liſte geſtrichen iſt.
Fou ch é.
„Ah! das iſt etwas Anderes. Nun, mein Herr, zeigen Sie uns den egyp—
tiſchen Feldzug.“
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(Mag. f. d. L. d. Ausl.)
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An S.
Lebe wohl! und wär's für immer, Auch für immer lebe wohl!
Und vergeb' ich dir auch nimmer, Scheid' ich dennoch ohne Groll.
Könnteſt du dies Herz erkunden,— Jeglichen Gedanken ſeh'n,
Würd'ſt du ſagen:„All die Wunden Ihm zu ſchlagen, war nicht ſchön!“
Wenn ſich Schmeichler zu dir wenden, Und zum Troſte ſtimmen ein,
Hal der Troſt— er muß dich ſchänden, Denn er quillt aus meiner Pein.
Was denn ſoll dir Troſt gewähren, Wenn dein Söhnlein ſtammeln lernt?
Wirſt ihn„Vater“ ſagen lehren, Wenn der Vater iſt entfernt?
Wenn die kleine Hand dich drüket, Und ſein Mund küßt deinen Mund, Denk' an ihn, den du entzüket, Der dir ewig bleibt im Bund!
Sollt' in ſeinen Zügen leben Hier und da des Vaterszug,
O dann wird dein Herz erbeben, Schlagen wird's, wie einſt es ſchlug!
Doch zu ſpät, zu ſpät,— und Worte Aendern nicht des Schikſals Lauf, Denn der Trennung dunkle Pforte, Nahm mich längſt für ewig auf.
Hatt' ich auch ſo manch Gebrechen, Gab's denn keinen andern Arm, Mich ſo grauſam zu durchſtechen,
Als der mich umſchlang ſo warm?
Korreſpondenz.
Fünfkirchen(im Juni). Nach anhaltender Hize u. Dürre haben ſtar— ke Regengüſſe unſeren Feldern, Wein— bergen und Wieſen die ſo nothwendige Labung verſchafft u. die Befürchtungen des Landmannes u. Grundbeſizers gänz⸗
en. Urtheile.
egebniſſe.
lich verſcheucht. Man rechnet auf eine geſegnete Ernte. Leider läßt ſich dieſes nicht vom Obſte ſagen; denn unzählige Raupen haben die Blüten und Blätter der Fruchtbäume abgefreſſen, ſo daß man ganze Streken weit die Bäume ihres köſtlichen Schmukes beraubt erblikt.—
Die Somnambule, deren wir in einer


