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Titel. In dem lezteren gibt es nicht weniger als 231 Arten theils wirklicher, theils Titularräthe, die durchs ganze Alphabet laufen.— Bekanntlich iſt die Mode ſelbſt aus der Mode gekommen; ſtatt deſſen ſagt man Faſhion und wer in der Mode iſt, iſt faſhionable. In Paris iſt gegenwärtig Napoleon am faſhionableſten; Alles ſpricht nur von ihm und ſelbſt die Zukerfrage iſt nicht ſo ſüß, als Napoleons Aſche u. Degen.
Lokal-Zeitung. Theatraliſches. Morgen, Sonn— tag, den 7. Juni, wird, auf Veranlaſſung des löbl. Stadtmagiſtrats zu Ofen, in dem dortigen Theater eine große muſitali— ſche Abademie, zum Beſten der Abgebrannten in Baja, ſtattfinden. Bei dieſer Akademie wird die gefeierte k. k. Hofopernſängerin Demoiſ. Jenny Lutzer mitwirken, fur welche edle Bereitwilligkeit ihr ſo wohl als Hen. Direktor Schmld in Peſth, der ſeine Zuſtimmung gab, im Ramen der Menſchheit, der wärmſte Dank abzuſtatten iſt. — Benefiz.(Ofen.) Die Einnahme des verſtändigen, vielſeitigen u. gebildeten Schau— ſpielers Hrn. Kurt in Ofen, findet näch— ſtens in der Arena ſtatt. Der Benefiziant hat ſich diesmal wieder ſelbſt ein Einnahmeſtüt geſchrieben, es betitelt ſich:„Die Zimmer⸗ herren in Peſth, oder die ueber⸗ raſchung im Stadtwäldchen und dle Verſöhnung auf dem Schwea⸗ benberg.“ Es iſt zwar nur eine Bearbei— tung einer ältern guten Lokalpoſſe, aber Hr. Kurt hat ſchon bei früherer Gelegenheit be— wieſen, mit welchem Geſchike er dergleichen Aufgaben zu löſen verſteht. He. Seydl, deſſen Talent in Abfaſſung der Couplets erprobt iſt, ſtattet die Poſſe mit Liedchen und Schlußge— ſängen aus, deren Muſik auch ſelne Kompo— ſition iſt. Wir haben daher jedenfalls eine eigene intereſſante Vorſtellung zu erwarten. — Der berühmte Tenoriſt Hr. Wurd a aus Hamburg iſt in Peſth angekommen.
— 7 Ernſt's viertes Konzert. Dieſes fand, auf höchſtes Verbhan⸗ gen, am 4. d. M., im Peſther deutſchen Theater ſtatt. Vorher ward das Luſtſpiel: „unbewußte Liebe“ gegeben. Das Konzert begann mit Schindelmelſſers Ouverture zu deſ—
ſen Oper:„Szapaty.“ Sr nſt ſpielte bier- auf eine Phantaſie über den Marſch und die Romanze aus„Othello; dann die Varatio— nes en ſorme des caprices, und endlich An— dante'fspianato und, auf allgemeines Verlan⸗ gen:„der Carneval in Venedig.“ Das große Publikum, das, troz der erhöh— ten Eintrittspreiſe, alle Räume des immen— ſen Hauſes bis zum Erdrüken füllte, hatte Gelegenheit ſich zu überzeugen, daß die in dieſen Blättern über den unvergleichlichen Künſtler erſchienenen Referate keinesweges zu viel geſagt haben. Man lauſchte mit Entzu⸗ ten dieſem Meere der hinreißendſten Akkorde, dieſem Zuge der ſchmelzendſten Geſänge der Saiten, dieſem harmoniſchen Geflüſter der Töne, dieſen liebenswürdigen Bizarrerien und dieſem überſprudelnden Humor, und es blieb kaum Zeit zum Erſtaunen übrig, das die unbegreiflichen Schwierigkeiten, die E rm ſt ſo unnachahmlich überwindet, in ſo hohem Grade einflößten.— Der Beifalls⸗Donner des Publikums war ein faſt bier noch nie erleb— ter; er erreichte bei dem reizenden„Carne— val“ ſeine höchſte Potenz. Er mußte dieſe be— zaubernde Plece wiederholen.— J. J.. H. H. die Durchl. Frau Erzherzogin Ma- ria Dorothea und Hermine waren anweſend 1 M.
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„Zum Gambrinus.“ Der erwähnte Blerhausgarten„zum Gambrinus“, am Ende der Königsgaſſe, iſt am 1. d. M. eröff- net worden, u. hat hinſichtlich ſeiner elegan⸗ ten Einrichtung, ſeines Comfortes, und vor- züglich ſeines reinen, koͤſtlichen und gefunden Bieres, das von allen Kennern ungemeln ge⸗ lobt wird, allen Anforderungen entſprochen, und Peſth bat ſich zu dieſem neuen Vergnu⸗ gungsorte ſehr zu gratuliren. Am Eröffnungs⸗ tage unterhielt Hr. Muſikdirettor Zobls mit mehreren Piecen das zahlreich verſammelte Publitum, dem vorzüglich die neu kompo⸗ nirten„Gambrinus-Walzer“ ſo gefielen, daß es oft in lauten Bravo's ausbrach und ſich dieſelben wiederholen ließ. Das Entreegeld an dieſem Abend ward für die Verunglütten in Baja beſtimmt.
Mo denbild. Uro. 23.
paris, 24. Mal. Kapoten mit Blumen geziert. Spencer von Seldenſtoff.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


