Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
364
 
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Frau von B.. hübſche kleine Frau mit ſehr dunklem Haar; Frau Va⸗ ronin von L.., große blonde Dame, führt einen Hund am Bande; Madame R.. groß und mager, hat falſche Zähne; Madame D.., groß, hat dunkles Haar und eine ſpaniſche Uhyſiognomie; Madame B., groß und blond und von vielem Embonpoint, hat ſehr große Füße.

Keine von dieſen Damen hat ſich klagend an das Gericht gewandt, wie ſtreng auch mitunter die Kritik der Herausgeber jenes Blattes iſt, aber Herr K., von dem geſagt wurde, er gebe ſich für einen Advokaten aus, der dieſem Stande wirklich angebört und keineswegs zahlungsunfähig, ſondern im Beſiz eines Ver mögens iſt, das ihm den Genuß einer Rente von 30,000 Franken ſichert, hat geglaubt, es ſeiner Würde und der des Standes, dem er angehört, und von deſ⸗ ſen Mitgliedern mehr als dreißig auf den fatalen Liſten ſte hen, ſchuldig zu ſein, daß er die Inſolenz der Herausgeber Boucher und Cornevin werden als dieſel⸗ ben genannt nicht ungeſtraſt hingehen laſſe. Außerdem hat er noch den Kauf mann Houard, der ſeinen Namen und die auf ihn bezügliche Notiz den Heraus gebern mitgetheilt hat, vor Gericht fordern laſſen. Als Grund, wes halb Houard das gethan, führt Herr K.., in ſeiner Klage an, daß er ihm ſeine Kundſchaft entzogen, weil er ihm eine ſchon bezahlte Rechnung von 23 Franken noch zum zweiten Male abgefordert habe. Dupin führt ſeines jungen Kollegen Sache. Boucher und Cornevin wurden zu achttägiger Gefängnißſtrafe verurtheilt und müſſen dem Beleidigten mit Houard zuſammen 500 Franken zahlen; Houard ver fällt noch außerdem in eine Geldſtrafe von 200 Frank. Auf Koſten der Bek lag⸗ ten ſoll das Urtheil in drei öffentlichen Blättern bekannt gemacht werden.

Phantaſie-Fraks.

Die Phantaſie, nach Goethe die Tochter des Zeus Kronion, des olympos⸗ erſchütternden Vaters der Götter und Menſchen, macht ſich in neueſter Zeit im⸗ mer gemeiner. Nicht genug, daß ſie die Mutter unglüklicher, ſchlechter Gedichte, Novellen und Romane geworden, nein, ſie lernt gar das Schneidern, wird horribile dietu eine Dulci-Nähemamſell. Sie hat ſich an einen Pariſer Schnei der vermiethet oder, in Variſer Weiſe ausgedrükt, hat ſich in dem Atelier eines Bekleidungs-Künſtlers engagiren laſſen, um Fraks zu produziren und ſie nach ſich zu benennen Phantaſie-Fraks! Unſterblicher Schneider Robin in Paris, du haſt in deiner Künſtlerſchöpferkraft mit deiner Dulci-Nähemamſell-Phan⸗ taſie die Phantaſie-Fraks erzeugt. Pariſer Modeblätter prophetiſiren, daß die Phantaſie-Fraks dieſen Sommer einen vollſtändigen Sieg über die Oberröke da von tragen und in ihrer Siegesmacht ſich über den ganzen Erdball ausbreiten würden. Und was ſind Phantaſie-Fraks? Oberröke, vorn ausgeſchlizt, ſo daß es ausſieht, als hätte das Tuch nicht zu den Schößen gereicht. Rüſtet euch, ihr Dandys außerhalb Paris! Hannibal ante portas, der Feind iſt vor den Tho ren, der Phantaſie-Frak; er will euch dem Kaiſer des Narrent hums unterwer fen, dem Kaiſer des Narrenthums, der in Paris reſidirt, ohne von Parlamen ten und Vairskammern beſchränkt zu werden. Bedenkt, daß ihr, ſobald euer Cadaver in einem Phantaſie-Frak ſtekt, nach Vorſchrift des Mode-Journals den Stok mit einem gewiſten Avec nach der Naſe zu halten und damit graziös in