Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
342
 
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merkwürdige Arbeit zu kaufen und druken zu laſſen. Verſtändigen Sie ſich darü ber mit Herrn Kouſin und thun Sie ein gutes Werk für den Berliner Doktor der Philoſophe. Die Sammlung iſt neu und noch nirgends vorhanden.

Herr Paulin Paris ſchreibt Folgendes:Ich bedaure ſehr lebhaft, mein Herr, daß ich weder für mich, da meine Finanzen ſich in einem traurigen Zuſtonde befinden, noch für die königliche Bibliothek den Band anſchaffen kann, den Sie mit ſo viel Eifer und Umſicht kopirt haben, da Sie, was er enthält, meiſtens in Originalien beſizt. Ich erkenne mit Vergnügen an, daß, unſere königliche Bibliothek ausgenommen, keine beſteht, in welcher Ihre Arbeit nicht einen eh renvollen Plaz einnehmen wird. Frankreich allein beſizt noch keine Sammlung ſeiner hiſtoriſchen Lieder, und doch iſt es vielleicht eben ſo reich daran, als Spanien. Warten Sie noch, und Sie werden, ich bezweifle es nicht, für Ihre treffliche Arbeit Belohnung finden. Es iſt unmöglich, daß nicht binnen Kur zem ein Literat auf den Gedanken komme, aus dieſer Quelle zu ſchöpfen, und dann wird er ſich glüklich ſchäzen, benuzen zu dürfen, was Sie vor ihm geſam melt haben.

Das Gericht verurtheilt den Gelehrten zu dreimonatlicher Oefängnißſtrafe, und laut weinend verläßt er den Saal.

Wir in Deutſchland, ſagt Lewalds Europa zu dieſer Erzählung,glau- ben den armen Menſchen zu kennen der an der ſeltſamſten Monomanie leidet, und ohne irgend einen Vortheil daraus zu ziehen, koſtbare Werke entwendet und die Bibliothekare dadurch zur Verzweiflung bringt. Einer unſerer berühmteſten Schriftſteller hat dem noch Lebenden einſt durch einen voreiligen Nekrolog eine unverdiente Celebrität verſchafft.

dere Beſchüzer und Gönner des Baron Karwinsky, welcher die Expedition lei tet. Graf Cancrin hat das Protektorat der Reiſe angenommen, und die kaif. Familie zu den Reiſekoſten beigetragen. Die Expedition ſoll vier Jahre dauern, und, wo möglich, alle Provinzen des

Mignon Zeitung

Stuttgart. Unſere Stadt ge winnt nun von Außen ein ganz ande res Anſehen, indem ſie nächſtens mit lauter großartigen Häuſerreihen umge ben ſein wird. Allein auch im Innern

wird viel gebaut, und eine Menge al ter Barraken werden abgeriſſen, um an ihrer Stelle neumodiſche Bauten in ita lieniſchem Styl, zum Theil italieni ſchen Dächern, aufzurichten.

St. Peters burg. Es organiſirt ſich hier eine wiſſenſchaftliche Reiſe nach Mexiko, deren Zwek die Bereicherung der öffentlichen und Privatſammlungen, namentlich der Gärten, ſein ſoll. Der Herzog von Leuchtenberg iſt der beſon

Landes beſuchen.

Darmſtadt. Unter den vielen menſchenfreundlichen Vermächtniſſen des unlängſt hier verſtorbenen Großhänd lers J. H. Fuhr befindet ſich auch ein Legat von 3000 fl., welches zur Her richtung eines paſſenden Lokals zur Un terbringung von Betrunkenen, welche des Nachts vom geraden Weg abgekom men und ihre Wohnung nicht finden können, verwendet werden ſoll.