N , n 7TCCCCCCCCCCCCTCTCTCCTC0
255 Spiegel
für Kunſt, Eleganz und Mo de.
.
Dreizehnter Jahrgang.
Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. beb allen k. k. Poſtämtern.
43. Mittwoch, 27. Mai. 1840.
. S
Der Geburtstag des Studenten.
Der Gymnaſiaſt Julius Werner machte ein vorzügliches Examen und be⸗ zog, mit dem Zeugniſſe der Reife verſehen, die Univerſität. Papa Werner kannte ſein Söhnlein als fleißig, gutgeartet und tüchtig auch als munter, leben⸗ dig, leichtſinnig und beſonders gleichgiltig gegen die edlen Metalle, wenn es galt, Freude dafür einzutauſchen. So oft er das heitere alte Lied:
„Was frag' ich viel nach Geld und Gut,
Wenn ich zufrieden bin?“ trillerte, war es ihm mit dem Sinn wirklicher Ernſt, nicht bloße Form, ſon⸗ dern eigentliches Weſen. Er war aber ſtets zufrieden, ſo lange er nothdürftige Fonds, Kredit oder Naturalien an Speiſe und Trank beſaß. Jezt, da er in die erſte Phaſe des akademiſchen Bürgerthums trat, ſtellte der Vater den mun⸗ tern Jüngling unter die Kontrolle ſeines, in der Nähe der Hochſchule wohnen— den Bruders, des Gutsbeſizers Amtsrath Werner.
Onkel Ludwig war indeſſen, obgleich ein Ehrenmann vom alten Schlage, ſelbſt kein Kopfhänger und ſah durch die Finger, wenn der Neffe irgend einen Jugendſtreich losgelaſſen hatte. Freilich hielt er dem Bruder Studio bei ſolcher


